Elektroaltgeräte

Alte Fernsehgeräte und Computermonitore auf einem Haufen. zum Vergrößern anklicken
Alte Elektrogeräte sind nicht einfach nur Abfall - sie enthalten wertvolle Ressourcen
Quelle: Gerhard Kotschik / UBA

Elektroaltgeräte enthalten wertvolle Metalle und andere Stoffe, die wiederverwendet werden können. Das schont Ressourcen und Umwelt. Elektrogeräte enthalten oft aber auch Schadstoffe. Diese gefährden bei nicht fachgerechter Entsorgung Gesundheit und Umwelt. Daher werden Elektroaltgeräte getrennt gesammelt.

Inhaltsverzeichnis

 

Elektronikaltgeräte in Deutschland

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland etwa 722.000 Tonnen Elektroaltgeräte gesammelt. Der weit überwiegende Teil waren Altgeräte aus privaten Haushalten im Sinne des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (circa 623.000 Tonnen). Das entspricht 7,6 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Die restlichen Mengen (circa 99.000 Tonnen) kamen von anderen Nutzern als privaten Haushalten.

Gesetzliche Grundlagen

Eine ordnungsgemäße Entsorgung von Elektroaltgeräten – also solchen Elektrogeräten, die bereits Abfall geworden sind – vermeidet eine Gefährdung der Umwelt und ermöglicht das Recyceln von Wertstoffen. Um dies europaweit einheitlich zu regeln, existiert seit 2003 die Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie (WEEE-Richtlinie). Sie wurde in Deutschland 2005 durch das Elektro- und Elektronikgeräte-Gesetz (ElektroG) umgesetzt. Im Juli 2012 wurde die EU-Richtlinie neu gefasst (sogenannte WEEE II). Diese wurde in nationales Recht durch die Novellierung des ElektroG vom 20. Oktober 2015 umgesetzt.

In Deutschland wurde für die Entsorgung von Elektroaltgeräten die so genannte geteilte Produktverantwortung eingeführt. Dies bedeutet, dass wesentliche Pflichten zum einen bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (örE), zum anderen bei den Herstellern von Elektro(nik)geräten liegen. Die örE sind verpflichtet, Sammelstellen für Elektroaltgeräte einzurichten und diese dort grundsätzlich kostenlos zurückzunehmen. Dies geschieht derzeit an rund 2.000 kommunalen Sammelstellen. Die Hersteller können außerdem freiwillig eigene Rücknahmesysteme anbieten. Auch der Handel darf Elektroaltgeräte freiwillig zurücknehmen; seit Juli 2016 sind überdies Vertreiber mit einer Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400m² verpflichtet, Altgeräte, die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 Zentimeter sind ohne Neukauf (sog. 0:1-Rücknahme) bzw. alle Altgeräte bei Neukauf eines neuen Gerätes mit im Wesentlichen den gleichen Funktionen (sog. 1:1-Rücknahme) zurückzunehmen. Bei einem Vertrieb durch Onlinehändler zählen hier entsprechend die Lager- und Versandflächen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind verpflichtet, Elektroaltgeräte auf einem dieser Wege abzugeben und dürfen diese keinesfalls im Hausmüll entsorgen.

Für die ordnungsgemäße Entsorgung der zurückgenommenen Elektroaltgeräte sind wiederum die Hersteller verantwortlich. Sie tragen die finanzielle Produktverantwortung für die Entsorgung der in Verkehr gebrachten Elektrogeräte. Zusätzlich regelt die Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten, die so genannte RoHS-Richtlinie den Einsatz bestimmter umweltgefährdender Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Sie wird in Deutschland durch die Elektrostoff-Verordnung umgesetzt. Diese trat am 9. Mai 2013 in Kraft. Demnach können insbesondere die  Stoffe Blei, Quecksilber, Cadmium, Sechswertiges Chrom, Polybromierte Biphenyle (PBB) und Polybromierte Diphenylether (PBDE) in neuen Elektrogeräten nur noch stark eingeschränkt verwendet werden.

Recycling und Verwertung

Die zurückgegebenen Elektroaltgeräte werden an kommunalen Sammelstellen in sechs Sammelgruppen sortiert. Dadurch kann bei der Vorbereitung zur Wiederverwendung und Behandlung besser auf die Anforderungen der unterschiedlichen Geräte eingegangen werden. So werden beispielsweise große Altgeräte getrennt von kleinen gesammelt, damit diese nicht zerstört werden. Kühlgeräte werden aufgrund der in ihnen noch häufig enthaltenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) gesondert behandelt. Gasentladungslampen werden wegen des enthaltenen Quecksilbers getrennt erfasst.

Die Behandlungs- und Verwertungsverfahren sind je nach Geräteart teilweise sehr unterschiedlich. Bei Kühlgeräten beispielsweise findet zuerst eine Absaugung des Kühlmittel-Öl-Gemisches aus dem Kühlkreislauf statt. Anschließend werden die Gehäuse geschreddert. Dabei werden die in dem Isoliermaterial enthaltenen Gase (bei älteren Geräten auch FCKW) abgesaugt und anschließend schadlos entsorgt.

Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) werden zumeist geschreddert und im Nass- oder Trockenverfahren behandelt. Dabei wird das Quecksilber abgesaugt und über Aktivkohle gefiltert beziehungsweise reichert sich im Sedimentschlamm an. In weiteren Schritten ist eine Rückgewinnung des Quecksilbers möglich.

Computer oder Monitore und Fernseher werden in der Regel zunächst manuell zerlegt. Dabei entfernen Fachkräfte schadstoffhaltige Bauteile wie Batterien, Kondensatoren, Quecksilber-haltige Hintergrundbeleuchtung von Flachbildschirmen oder Kathodenstrahlröhren von alten Röhrenfernsehern. Sie bauen in der Regel wertvolle Bauteile wie Leiterplatten aus. Die verbleibenden Bauteile werden in einem Schredder zerkleinert und anschließend durch Sortier- und Trennverfahren in verschiedene Fraktionen sortiert.

Am Ende des Behandlungsprozesses sind aus den Elektroaltgeräten viele verschiedene Fraktionen entstanden. Die Metallfraktionen – beispielsweise Eisen beziehungsweise Stahl, Kupfer, Aluminium, Messing – werden in Metallhütten für die Produktion neuer Metalle eingesetzt. Leiterplatten und zum Beispiel Stecker mit vergoldeten Kontakten gehen in der Regel in bestimmte Kupferhütten, die auch auf die Rückgewinnung von Edel- und Sondermetallen spezialisiert sind. Die Kunststofffraktionen gehen zum Teil in die energetische und zum Teil in die stoffliche Verwertung.

Sammel- und Verwertungsquoten für Elektroaltgeräte

Sowohl die alte als auch die neue WEEE-Richtlinie enthalten zum einen Sammelziele, zum anderen spezifische Recycling- und Verwertungsquoten. Deutschland ist seit 2006 verpflichtet, der EU-Kommission über die Einhaltung dieser Quoten zu berichten.
Die alte WEEE-Richtlinie gab ein absolutes Sammelziel von mindestens vier Kilogramm pro Einwohner und Jahr vor. Deutschland hat dieses Ziel stets sicher erreicht. Die Sammelmenge in den Jahren 2006 bis 2015 betrug zwischen 6,3 und 9,5 Kilogramm. Die WEEE II gibt seit 2016 relative Sammelquoten vor. Der Wert beträgt zunächst 45 Prozent des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro(nik)geräte. Ab 2019 müssen 65 Prozent gesammelt werden (nach der gleichen Berechnungsmethode). 2015 erreichte Deutschland eine Sammelquote von 42,5 Prozent.

Darüber hinaus geben die WEEE-RL und das ElektroG spezielle Quoten für das Recycling und die Verwertung der verschiedenen Gerätekategorien vor. Für alle Altgeräte sind je nach Kategorie Verwertungsquoten zwischen 70 und 80 Prozent und Quoten für die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von zusammen zwischen 50 und 80 Prozent zu erreichen. Deutschland hat seit 2007 alle Quoten eingehalten, jedoch im Jahr 2015 die geforderten Quoten der Kategorie 1 und Kategorie 5a nur knapp verfehlt. Die WEEE II setzt auch hier seit 2015 neue, und zwar höhere Quoten fest, die 2018 aufgrund des Wechsel von 10 Kategorien auf 6 Kategorien noch einmal angepasst werden.

Schaubild Elektro- und Elektronikgerätegesetz
Schaubild Elektro- und Elektronikgerätegesetz
Quelle: Umweltbundesamt schaubild_abfall-ressourcen_produktverantwortung_elektrog_schaubild_elektro-und_elektronikgeraetegesetz.pdf
 

Aktuelle Herausforderungen

Sammelmenge erhöhen

Im Jahr 2015 hat Deutschland die ab 2016 geltende Sammelquote von 45 Prozent noch nicht sicher erreicht. Um dieses Ziel zuverlässig zu schaffen und ab 2019 die Sammelquote von 65 Prozent einzuhalten, sind noch deutliche Anstrengungen notwendig. Wichtig ist hierbei die bessere Erfassung der sogenannten Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke, aber auch von Fernsehern und Monitoren. Diese Geräte sind besonders schwer und tragen daher besonders stark zur gewichtsbezogenen Sammelquote bei. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass hier noch große Potentiale zu bergen sind. Zur Steigerung der erfassten Mengen kann ein Ausbau der Rückgabemöglichkeiten, erhöhte Transparenz bei der Erfassung sowie die Eindämmung illegaler Abgriffe und illegaler Exporte dienen. Auch eine kontinuierliche Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher muss weiterhin betrieben werden. Viele wissen noch immer nicht, dass die Rückgabe von Elektroaltgeräten bei den Sammelstellen kostenlos ist und welchen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung sie damit leisten können. Seit Anfang 2013 können sich Verbraucherinnen und Verbraucher mithilfe einer eSchrott-App die nächstgelegene Sammelstelle für Elektroaltgeräte anzeigen lassen. Auch unter folgendem Link lässt sich ein Verzeichnis der Sammel- und Rücknahmestellen anzeigen.

Ressourcenrelevante Geräte besser erfassen

Bei der Behandlung und Verwertung von Elektroaltgeräten sind die Recyclingausbeuten für Massemetalle (Eisen, Kupfer, Aluminium) sehr gut. Die Rückgewinnung von Edel- und Sondermetallen, insbesondere aus bestimmten Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik (IKT), ist dagegen noch deutlich ausbaubar. Vor allem hochtechnisierte Geräte wie Laptops, Handys, Smartphones, Computer und Ähnliches enthalten viele ressourcenrelevante Metalle. Diese Metalle sind häufig nur in geringen absoluten Mengen pro Gerät enthalten, ergeben aber für den gesamten Abfallstrom hohe Gesamtfrachten. So sind zum Beispiel in einer Tonne Handys etwa 250 Gramm Gold enthalten – zum Vergleich: Eine Tonne Golderz enthält etwa fünf Gramm Gold. Da die Primärgewinnung von Gold und anderen ressourcenrelevanten Metallen häufig mit sehr hohen Umweltbelastungen verbunden ist, müssen diese Rohstoffe konsequent recycelt werden. Dazu müssen in einem ersten Schritt die entsprechenden Altgeräte besser erfasst werden. Durch die Vermischung mit anderen, weniger ressourcenrelevanten Elektroaltgeräten (zum Beispiel Drucker, Kopierer) sinkt der relative Anteil der wertvollen Metalle im Abfallstrom.

Im Großteil der Behandlungsanlagen werden die Altgeräte mechanisch zerkleinert und anschließend durch Sortiertechnologien in verschiedene Fraktionen getrennt. Dabei gelangen viele Edel- und Sondermetalle in Fraktionen, aus denen sie nicht mehr zurückgewonnen werden. Die Ausbeute an diesen Metallen kann durch die Optimierung der Schredder- und Sortiertechnologien verbessert werden. Besser ist es jedoch, entsprechende Bauteile wie Leiterplatten oder Stecker vor der mechanischen Zerkleinerung manuell zu demontieren. Aufgrund der derzeit hohen Erlöse wird dies für besonders werthaltige Bauteile auch in vielen Anlagen bereits umgesetzt. Aber auch hier gibt es noch Verbesserungspotenzial. Das Umweltbundesamt lässt derzeit in einem Forschungsvorhaben konkrete Empfehlungen für eine verbesserte Sammlung, Behandlung und Verwertung von ressourcenrelevanten Elektroaltgeräten erarbeiten.

Konkrete Verbesserungen der Verwertung bestimmter Gerätegruppen notwendig

Trotz der guten Gesamtsituation beim Recycling von Elektroaltgeräten lässt sich die umweltgerechte Entsorgung einiger Gerätegruppen noch optimieren. Bei Kühlschränken oder Bildschirmgeräten sind die Erfassungs- und Behandlungsmethoden noch immer nicht optimal eingestellt. So werden die FCKWs aus alten Kühlschränken nicht immer restlos zurückgewonnen und vernichtet. Insbesondere die illegale Entnahme der kupfer- und damit werthaltigen Kompressoren stellt ein gravierendes Problem dar. Dadurch wird der Kühlkreislauf zerstört und die FCKW-haltigen Kühlmittel entweichen ungehindert in die Atmosphäre. Vor allem, wenn Geräte bei Sperrmüllsammlungen über Nacht auf die Straße gestellt werden, besteht die Gefahr solcher Diebstähle. Da darüber hinaus manche Recyclinganlagen unter dem Druck stehen, eine möglichst kostengünstige Entsorgung anzubieten, ist eine vollständige Entnahme der FCKWs nicht immer sichergestellt.

Klarer Verbesserungsbedarf herrscht ebenso bei den großen Bildschirmgeräten (Kathodenstrahl- und LCD-Fernseher und -Monitore). Sie werden beim Sammeln in großen Containern häufig beschädigt oder zerstört. Dies erschwert die weitere Verwertung und birgt die zusätzliche Gefahr von Schadstoffkontaminationen (beispielsweise durch Quecksilber aus der LCD-Hintergrund-Beleuchtung). In naher Zukunft wird auch das Entsorgen und Recyceln von Photovoltaikmodulen an Relevanz gewinnen. Die zu entsorgenden Mengen sind aufgrund der langen Lebensdauer der Module bislang noch sehr gering, werden im kommenden Jahrzehnt jedoch stark ansteigen. Hierfür müssen rechtzeitig ausreichende Kapazitäten beim Recycling geschaffen sowie ein geeignetes Erfassungssystem aufgebaut werden.

Illegaler Export

Laut einer Studie von Ökopol im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2008 etwa 155.000 Tonnen Elektro-Altgeräte aus Deutschland in Länder wie Nigeria, Ghana, Indien oder Südafrika exportiert. Sie wurden als Gebrauchtgeräte deklariert. Der weitaus größte Teil davon waren Fernseher und Monitore. Ein wesentlicher Teil befand sich in einem sehr schlechten Zustand. In den genannten Ländern gibt es aber kaum professionelle Recyclingstrukturen. Häufig gewinnen junge Menschen aus den nicht mehr funktionsfähigen Geräten einige wenige masserelevante Wertstoffe (Kupfer, Aluminium, einen Teil des Goldes). Dabei riskieren sie ihre Gesundheit und die Umwelt wird stark belastet. Üblicherweise werden die Monitore auf den Boden geworfen, um sie zu zerstören. Die Kunststoffummantelung von Kupferkabeln wird weggeschmort. Dabei entwickeln sich giftige Dämpfe. Andere Geräteteile werden ohne jeglichen Arbeitsschutz im Säurebad aufgelöst. Die Restteile werden verbrannt, wild deponiert oder in Flüssen abgelagert.

Um diese unhaltbare Situation zu verbessern, schreibt die neue WEEE-Richtlinie vor, dass vor dem Export die Funktionsfähigkeit der als gebraucht deklarierten Geräte nachgewiesen werden muss. Durch diese Umkehr der Beweislast soll sichergestellt werden, dass nur noch intakte Geräte exportiert werden. Denn diese schonen durch eine weitere Nutzung in den Empfängerländern Ressourcen, da die Produktion von Neugeräten vermieden wird. Parallel zu der Eindämmung von illegalen Exporten müssen auch die Sammelstrukturen und Behandlungskapazitäten in den potenziellen Empfängerländern auf- und ausgebaut werden, um die enthaltenen Stoffe recyceln zu können. Denn auch in diesen Ländern fallen zunehmend eigene Elektroaltgeräte an. Hier muss eine gesundheits- und umweltverträgliche Entsorgung sichergestellt werden.

 

Vermeidung und lange Nutzung bieten die größten Ressourcenschutzpotenziale

Ressourcen können jedoch nicht allein durch effizientes Recycling geschont werden. Denn die Recyclingtechnik muss sich immer wieder an Techniksprünge bei Elektro- und Elektronikprodukten anpassen. In der Zwischenzeit werden die enthaltenen Rohstoffe nicht optimal oder gar nicht zurückgewonnen. Teilweise stehen die Recyclingunternehmen auch unter einem hohen betriebswirtschaftlichen Druck, der es nicht immer zulässt, alle Rohstoffe vollständig wiederzugewinnen. Aus Ressourcenschutzsicht ist aber grundsätzlich eine Reduktion der anfallenden Gesamtmenge von Elektroaltgeräten anzustreben. Der wichtigste Ansatzpunkt dafür ist: Die Kauflust der Deutschen hat ihre Schattenseite. Für unseren Konsum werden (zu) viele Ressourcen in Anspruch genommen. Je mehr Produkte auf den Markt gebracht und gekauft werden, desto mehr Elektroaltgeräte fallen an. Die Verbindung zwischen Produkt und Abfall kann nicht geleugnet werden. Außerdem verbraucht die Neuproduktion viel Energie. Laut gesetzlich verankerter Abfallhierarchie steht die Vermeidung an erster Stelle vor der Vorbereitung zur Wiederverwendung und der Entsorgung. Doch in der Praxis sieht dies meist anders aus.

Mit der Vermeidung unnötiger Konsumgüter kann jede und jeder einzelne etwas tun. So kann eine nachhaltige Ressourcenschonung erreicht und gleichzeitig die Lebensqualität gesteigert werden. Denn wenn wir nicht kritisch hinterfragen, was wir zum Leben eigentlich brauchen, führt dies letztlich auch zu einer Minderung der Lebensqualität. Durch den Kauf unnötiger Dinge entgehen uns viele andere Alternativen, unser Leben angenehm zu gestalten. Auch durch eine längere Nutzung der Geräte wird die absolute Abfallmenge ohne größere Einschränkungen verringert. Hier ist jede Bürgerin und jeder Bürger selbst gefordert zu überlegen, ob ein Gerät tatsächlich schon wieder ausgetauscht werden muss. Auch die Hersteller sind weiterhin gefordert, ihre Produkte so zu gestalten, dass einer langen Nutzung auf hohem Qualitätsniveau nichts im Wege steht.