EU-Agrarreform: Wo Öko draufsteht, ist noch lange nicht Öko drin

Landwirtschaft und Umweltschutz – das ist schon immer ein kompliziertes Thema. Umweltschützer werfen Bauern regelmäßig vor, die Natur auszubeuten, Landwirte dagegen sehen in Umwelt-Auflagen oft nur störende Bürokratie. Die EU-Kommission will trotzdem für mehr Ökologie in der Landwirtschaft sorgen – das ist zumindest eines der Ziele der großen Agrarreform, die Ende 2013 beschlossen wurde.

Demnach sollen 30 Prozent der Gelder an Landwirte davon abhängig gemacht werden, ob die Bauern umweltfreundlich arbeiten. Lange ist auch darum gefeilscht worden, welchen Anteil sogenannte ökologische Vorrangflächen an den Gesamtflächen eines Hofes ausmachen sollen – also zum Beispiel Wiesen oder andere ökologisch sinnvolle Nutzungsformen. Am Ende wurden Kompromisse gefunden, die etwa das Bundeslandwirtschaftsministerium als ökologischen Fortschritt betrachtet.

Wissenschaftler sehen das anders. Kürzlich hat das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig im renommierten Magazin „Science“ eine Studie zur Agrarreform veröffentlicht. Demnach ist die vermeintliche Ökoreform Augenwischerei – am Ende könnte sie sogar Schaden anrichten, statt für mehr Umweltschutz zu sorgen.

In Green Radio erklärt Klaus Henle, Leiter des Departments Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und einer der Autoren der Studie, woran es hapert.

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Quelle:
Green Radio / Detektor.fm
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