Die naive Hoffnung auf saubere Meere

In den Weltmeeren schwimmen Millionen Tonnen Plastikmüll. Fische und Vögel sterben, weil sie Plastik mit Nahrung verwechseln. Das Problem ist längst bekannt, jetzt gibt es einen neuen Lösungsansatz: Der 19-jährige Niederländer Boyan Slat hat einen Plan entwickelt, wie man in wenigen Jahren einen Großteil des Plastiks wieder aus den Ozeanen fischen könnte. Das Projekt nennt sich „The Ocean Cleanup“. Nachdem er die Idee vor mehr als anderthalb Jahren bekannt gemacht hatte, reagierten Fachleute zunächst kritisch. Inzwischen hat Boyan Slat von rund 100 Wissenschaftlern und Ingenieuren eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen.

Auf mehr als 500 Seiten kommen sie zu dem Ergebnis: Das Ganze könnte funktionieren. Nach der Veröffentlichung der Studie hat Slat auch seinen Kritikern geantwortet. Derzeit sammelt er per Crowdfunding zwei Millionen Dollar, um die Idee in die Tat umzusetzen. Anschließend sollen erste Pilot-Anlagen entstehen. Viele Medien sehen darin schon die Rettung der Ozeane. Doch die Machbarkeitsstudie überzeugt nicht jeden.

Kritisch bleibt zum Beispiel Mark Lenz, Experte für marine Ökologie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. In Green Radio erklärt er, warum er das Projekt für reine Science Fiction hält.

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Quelle:
Green Radio / Detektor.fm
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