Indikator: Energieverbrauch und CO₂-Emissionen privater Haushalte

Ein Diagramm zeigt den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen der privaten Haushalte, jeweils direkt und indirekt der Jahre 2000, 2005 sowie 2007 bis 2015. Der Energieverbrauch ist nach Lebensbereichen unterteilt.zum Vergrößern anklicken
Energieverbrauch und Emission von Kohlendioxid (CO₂) – direkt und indirekt
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Energieverbrauch aus dem Konsum der privaten Haushalte hat sich seit dem Jahr 2000 um 7,7 % verringert.
  • Am stärksten reduzierte sich der Energieverbrauch für den Bereich Wohnen um 12,7 %.
  • Energieverbrauch und Kohlendioxid-Emissionen des Konsums weisen einen ähnlich schwankenden Verlauf auf.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Bundesregierung hat sich in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, dass der Energieverbrauch und der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß der privaten Haushalte kontinuierlich abgesenkt werden sollen. Durch einen sparsamen Energieverbrauch werden weniger Ressourcen verbraucht und der Ausstoß von klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen verringert sich.
 
Private Haushalte beanspruchen die Umweltressourcen durch ihre Konsumaktivitäten sowohl direkt als auch indirekt. Direkte Energie ist die Energie, die unmittelbar bei Konsumaktivitäten verbraucht wird, zum Beispiel beim Heizen oder als Kraftstoff beim Autofahren. Die Energie, die man für die Herstellung von Konsumgütern benötigt, wird als indirekte Energie oder auch als Energiegehalt der Güter bezeichnet. Dazu gehört auch diejenige Energie, die im Ausland für die Herstellung der nach Deutschland importierten Konsumgüter eingesetzt wird.

Der Indikator zeigt die Entwicklungen für die Bedarfsfelder Wohnen, Ernährung, Verkehr, Produkte und Dienstleistungen auf. Er gibt Hinweise auf Erfolge von Maßnahmen, oder zeigt entsprechend weiteren umweltpolitischen Handlungsbedarf auf.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Energieverbrauch aus dem Konsum der privaten Haushalte hat sich seit dem Jahr 2000 um 7,7 % verringert. Die Entwicklung verlief bis zum Jahr 2010 schwankend. Seitdem ist ein leichter aber noch nicht stabiler Abwärtstrend zu beobachten.

Der größte Rückgang im Energieverbrauch von 2000 bis 2015 ist im Bereich Wohnen (-12,7 %) und bei der Herstellung von Produkten (-12,2 %) zu verzeichnen. Für Verkehr (-2,1 %),  Ernährung (-1,0 %) und Dienstleistungen (-3,8 %) konnten nur geringfügige Abwärtsentwicklungen festgestellt werden. Dabei nimmt das Bedarfsfeld Wohnen nach wie vor den größten Anteil an den Energieleistungen der privaten Haushalte ein.

Die Entwicklung in den Konsumbereichen ist in der Regel von gegenläufigen Effekten geprägt. Zwar ermöglichen bessere Wärmedämmung, die steigende Verbreitung energieeffizienter Güter und kraftstoffsparender Fahrzeuge Effizienzverbesserungen. Diese Energieeinsparung wird jedoch oftmals durch einen höheren oder anspruchsvolleren Konsum abgemildert: So steigt in Deutschland sowohl die Bevölkerung, als auch die Wohnfläche pro Kopf. Technische Geräte (zum Beispiel PCs und Smartphones) werden immer mehr genutzt und stärker verbreitet. Auch geht der Trend zu leistungsstärkeren Autos und der Verkehr nimmt zu. Bei der Ernährung ist der fortwährend hohe Fleischkonsum ein entscheidender Faktor für den anhaltend hohen Energie- und CO₂-Bedarf.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der direkte Energieverbrauch basiert auf den Daten der AG Energiebilanzen (AGEB). Die Zurechnung zu den Bedarfsfeldern und die Ermittlung des Energiegehalts der Konsumgüter erfolgt im Rahmen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen. Die Methode ist in einem Forschungsbericht veröffentlicht (UBA 2014). Anspruchsvoll ist vor allem die Bestimmung der indirekten Umweltbelastungen, daher liegen die Daten immer erst mit Verzögerung vor. Dabei werden Input-Output- und Verflechtungs-Tabellen der deutschen Volkswirtschaft herangezogen.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Einkommen, Konsum, Energienutzung, Emissionen privater Haushalte".