EW-R-1 + 2: Diversifizierung Energie (Strom, Wärme und Kälte)

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

EW-R-1: Diversifizierung der Elektrizitätserzeugung

Die energiepolitischen Weichenstellungen der letzten Jahre haben bei einer nach wie vor zunehmenden Stromerzeugung eine stärker auf erneuerbare Energien gestützte Struktur hervorgebracht, die im Sinne einer Risikostreuung auch die Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Klimaschutz- und Anpassungsziele lassen sich dabei vor allem durch eine stärkere Nutzung CO2-armer, insbesondere erneuerbarer Energieträger verbinden.

Das Stapelsäulen-Diagramm zeigt die Elektrizitätserzeugung (brutto) in Terrawattstunden in einer Zeitreihe von 1990 bis 2017. Die Summe der Elektrizitätserzeugung ist signifikant steigend.
EW-R-1: Diversifizierung der Elektrizitätserzeugung

Das Stapelsäulen-Diagramm zeigt die Elektrizitätserzeugung (brutto) in Terrawattstunden in einer Zeitreihe von 1990 bis 2017. Die Summe der Elektrizitätserzeugung ist signifikant steigend. 2017 betrug sie 654 Terrawattstunden. Die Darstellung ist differenziert für Erneuerbare (steigender Trend), Steinkohle (quadratisch abnehmender Trend), Braunkohle (keine Trend), Mineralölprodukte (fallender Trend), Erdgas (steigender Trend), Uran (quadratisch abnehmender Trend) und übrige Energieträger (steigender Trend). Besonders deutlich steigen die Erneuerbaren. Sie erreichten 2017 216 Terrawattstunden und hatten damit absolut den höchsten Anteil.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (Bruttostromerzeugung)
 

EW-R-2: Diversifizierung des Endenergieverbrauchs für Wärme und Kälte

Beim Endenergieverbrauch zur Wärme- und Kälteerzeugung sind seit einigen Jahren stärkere insbesondere jahreszeitliche Schwankungen zu beobachten, wobei sich die einzelnen Energieträger sehr unterschiedlich entwickeln. Grundsätzlich positiv ist auch hier die breitere Risikostreuung durch den Aufwärtstrend der erneuerbaren Energieträger zu bewerten, der gleichzeitig zum Klimaschutz beiträgt.

Das Stapelsäulen-Diagramm zeigt den Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte in Terrawattstunden in einer Zeitreihe von 1995 bis 2016. Die Summe des Endenergieverbrauchs für Wärme und Kälte schwankt, es gibt aber einen signifikant fallenden Trend.
EW-R-2: Diversifizierung des Endenergieverbrauchs für Wärme

Das Stapelsäulen-Diagramm zeigt den Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte in Terrawattstunden in einer Zeitreihe von 1995 bis 2016. Die Summe des Endenergieverbrauchs für Wärme und Kälte schwankt, es gibt aber einen signifikant fallenden Trend. Im Jahr 2016 betrug der Verbrauch 1.441 Terrawattstunden. Die Darstellung ist differenziert für Erneuerbare Energien (steigender Trend), Mineralöl (fallender Trend), Gas (quadratisch abnehmender Trend), Fernwärme (kein Trend), Kohle (keine Trend), Uran (quadratisch abnehmender Trend) und Sonstige (steigender Trend). Am höchsten ist der Anteil von Gas, 2016 mit 658 Terrawattstunden. Besonders deutlich steigen die Erneuerbaren. Im Jahr 2016 erreichten sie 216 Terrawattstunden.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (Anwendungsbilanzen
 

Auf viele Schultern verteilt und zunehmend erneuerbar – die Energieversorgung

Vor allem mit Blick auf häufigere und intensivere extreme Wetter- und Witterungsereignisse und deren Folgen gibt es kaum einen Energieträger, auf den Auswirkungen durch den Klimawandel nicht denkbar wären. Je nach Energieträger sind die möglichen Klimawandelfolgen dabei verschieden und erfordern unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen. Um die Risiken für die Zuverlässigkeit und Qualität des Energieversorgungssystems insgesamt gering zu halten, sind eine Senkung des absoluten Endenergieverbrauchs und eine risikomindernde räumliche Verteilung von Energieinfrastrukturen wichtige Bausteine. Auch eine Energieversorgungsstruktur, die viele Energieträger und Kraftwerkstypen nutzt, trägt dazu bei, die Risiken künftiger Klimawandelfolgen auf viele Schultern zu verteilen und dadurch zu mindern.

Den Rahmen für den zukünftigen Energieträgermix in Deutschland spannen die energie- und klimaschutzpolitischen Vorgaben auf, die langfristig u. a. auf den Ersatz fossiler und nuklearer Energieträger durch klimafreundliche erneuerbare Energien zielen. Wie der zukünftige Mix der verschiedenen Energieträger mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels optimal gestaltet werden kann, ist bislang aber noch unklar.

Die energie- und klimaschutzpolitischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre haben eine hohe Dynamik in der Energiewirtschaft ausgelöst und Bewegung in die Energieträgerstruktur gebracht. Das gilt besonders für die Stromerzeugung, bei der die erneuerbaren Energien sehr stark zunahmen. Rückgänge betrafen bei der Stromerzeugung vor allem Steinkohle und Kernenergie, während Gas und in den letzten Jahren zunehmend auch die mit hohen CO2-Emissionen verbundene Braunkohle an Bedeutung gewannen.

Beim Endenergieverbrauch für die Erzeugung von Wärme (Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme) und Kälte (Klimatisierung, Prozesskälte) stieg der Anteil der erneuerbaren Energien ebenfalls an. Der Transformationsprozess läuft jedoch langsamer und anders im Vergleich zur Stromerzeugung ab. So zeigten sich für Fernwärme und die CO2-intensive Kohle keine eindeutigen Trends, wohingegen der Einsatz von Mineralöl und von Gas, dem wichtigsten Energieträger für diesen Anwendungsbereich, signifikant abnahm. Im Ergebnis ist die Energieversorgung, vor allem mit Blick auf die Stromerzeugung, heute auf mehr Schultern verteilt als Anfang der 1990er Jahre.

Für die Bewertung der Entwicklungen hin zu einem umweltfreundlichen, zuverlässigen und wirtschaftlichen Energiesystem, das sowohl treibhausgasarm als auch klimaresilient ist, ist es wichtig, energieträgerspezifische Klimarisiken zu analysieren und diese in die Entwicklungsvorstellungen für eine zukünftige Energielandschaft zu integrieren. Ungeachtet dessen führte der Zuwachs der erneuerbaren Energieträger sowohl bei der Stromerzeugung als auch beim Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte zu einem stärker diversifizierten Energieträgermix, der durch die Vermeidung von Treibhausgasemissionen zum Klimaschutz beiträgt und der gleichzeitig durch eine breitere Streuung der Risiken die Anpassung an den Klimawandel unterstützt.

 

Schnittstellen

BAU­-R-­2: Spezifischer Energieverbrauch der privaten Haushalte für Raumwärme

 

Ziele

Erhöhung der Versorgungssicherheit durch sich ergänzende [...] diversifizierte Erzeugungsstrukturen, die erneuerbare Energien einschließen (DAS, Kap. 3.2.9)

Sichere [...] Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht (EnWG, § 1 (1) 1)