Hochwasserschutz

Hochwasser sind natürliche Ereignisse. Ihre Entstehung hängt von der Stärke des Niederschlags sowie dem Einzugsgebiet und den Besonderheiten des Flusses ab. Zu einem umfassendes Hochwasserrisikomanagement zählen vor allem vier Punkte: die vorsorgliche Vermeidung eines Hochwassers, die Vorbereitung auf solche Ereignisse, deren Bewältigung sowie die Nachbereitung inklusive den Wiederaufbau.

Inhaltsverzeichnis

 

Hochwasser ist ein normales Naturereignis.

Hohe Pegelstände – meist saisonal bedingt – sind feste Bestandteile des natürlichen Abflussgeschehens der Flüsse. Die natürlichen Lebensgemeinschaften am und im Fluss sind häufig auf den Wechsel der Wasserstände gut eingestellt.

Das Foto zeigt eine Aufnahme vom Muldehochwasser 2013 in Dessau-Roßlau.
Muldehochwasser 2013
Quelle: Jörg Rechenberg / UBA
 

Natürliche Ursachen und menschliche Eingriffe

Hochwasser haben natürliche Ursachen wie langanhaltende Niederschläge, starke Regenfälle oder die Schneeschmelze. Doch wir Menschen beeinflussen mit der Gestaltung unserer Umgebung die Entstehung und den Verlauf von Hochwasserereignissen. Der Mensch hat vielfältig in das Abflussgeschehen eingegriffen und somit das heutige Erscheinungsbild von Flüssen und Bächen massiv geprägt. Diese Maßnahmen hatten das Ziel, am Fluss Standorte für Wirtschaftsansiedlungen und Wohnorte zu schaffen, die Schifffahrt zu erleichtern oder Siedlungen vor Hochwasser zu schützen. Häufig konnten Landwirte so auch höhere Erträge durch eine intensivere Bewirtschaftung erreichen. Alle diese Eingriffe führten über viele Jahre zum Verlust der natürlichen Überschwemmungsgebiete. Das veränderte nicht nur die Landschaft entscheidend. Auch der jahreszeitliche Rhythmus des Abflussverhaltens der Gewässer wurde gestört. Hochwasser fließen heute schneller und mit erheblich steilerer Welle ab, da die meisten Flüsse nur wenig verzweigt und stark begradigt sind und weil Hochwasser heute ein größeres Wasservolumen pro Zeiteinheit transportieren.

Parallel zu solchen Eingriffen und Entwicklungen stiegen die Werte, die Menschen an den Flüssen errichteten: In ehemaligen Auen und auf früheren Überschwemmungsflächen stehen heute Wohngebäude, Industriebetriebe und Kulturstätten. Trifft ein Hochwasser auf eine Siedlung oder ein Industriegebiet, können sehr hohe Schäden entstehen.

Eine gute länderübergreifende Analyse zum Juni-Hochwasser 2013 finden Sie im BfG Bericht 1797: Länderübergreifende Analyse des Juni-Hochwassers 2013.

 

Hochwasserrisikomanagement

Ein umfassendes Hochwasserrisikomanagement schließt den vorsorgenden Bereich, die Vorbereitung auf ein Hochwasser, die Bewältigung des Ereignisses und die Nachbereitung inklusive des Wiederaufbaus ein. Dabei werden Maßnahmen der Flächenvorsorge und zum natürlichen Wasserrückhalt im Einzugsgebiet genutzt als auch der technische Hochwasserschutz, die Bauvorsorge und die Eigenvorsorge. Darüber hinaus umfasst das Hochwasserrisikomanagement Optionen der Risikovorsorge wie Versicherungen, Maßnahmen aus dem Bereich Kommunikation und Warnung sowie der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes. Hochwasserrisikomanagement soll Bundesländer- und staatenübergreifend gestaltet werden und das gesamte Einzugsgebiet eines Flusses berücksichtigen.

Im Rahmen der Umsetzung der EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie stehen seit dem 22.03.2014 bundesweit Hochwasserrisiko- und Hochwassergefahrenkarten für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie geben Auskunft, in welcher Region Gefahren und Risiken durch Hochwasser bestehen.

Weitere Details finden Sie auf der Themenseite Hoch- und Niedrigwasser.