Marktdaten: Bereich Finanzen

Für einen Strukturwandel hin zu einer „grünen“ Wirtschaft sind umfangreiche Investitionen nötig. Konsumenten können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie mit ihrem Geld Projekte oder Unternehmen finanzieren. Die Bereitschaft der Konsumenten für “grüne“ Geldanlagen wächst.

„Grüne“ bzw. nachhaltige Geldanlagen

„Grüne“ bzw. nachhaltige Geldanlagen sind in den letzten Jahren stark angewachsen. Sie erreichten 2014 in Deutschland ein Anlagevolumen von 52,7 Milliarden (Mrd.) Euro, bei jährlichen Wachstumsraten von etwa 20 bis 70 Prozent (%) zwischen 2009 und 2014 (Eurosif 2010: European SRI Study, FNG 2016: Marktbericht nachhaltige Geldanlagen 2015). Nicht enthalten sind hierin Sparanlagen und Investitionen in die energetische Sanierung von Eigenheimen oder in privat installierte Solaranlagen.

Dennoch sind nachhaltige Anlagen, das heißt Publikumsfonds und Mandate, nach wie vor ein Nischenbereich. Ihr Anteil gemessen am Gesamtmarkt hat in 2011 erstmals die Ein-Prozent-Marke übersprungen. Im Jahr 2014 liegt der Anteil am Gesamtmarkt bei 2,2 % (siehe Abb. „Anlagevolumina und Marktanteil von Anlageprodukten mit Umwelt- und Sozialnutzen“) ((FNG) 2012/2013/2014/2015: Marktbericht nachhaltige Geldanlagen).

Das Volumen nachhaltiger Geldanlagen ist von 16,9 Milliarden in 2010 auf 52,7 Milliarden Euro in 2014 gestiegen. Der Marktanteil liegt bei 2,2 Prozent.
Anlagevolumina und Marktanteil von Anlageprodukten mit Umwelt- und Sozialnutzen
Quelle: European SRI Study Diagramm als PDF

Spenden und Kompensationszahlungen

Spenden für Umwelt- oder Naturschutzgruppen sind in Deutschland fest verankert: Jeder Fünfte der Befragten gibt an, in den letzten zwölf Monaten ökologische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) finanziell unterstützt zu haben. Nach einem Rückgang in den letzten Jahren ist hier wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. (2006: 25 Prozent (%), 2008: 21 %, 2010: 18 % 2014: 23 %) (BMU/UBA 2014: Umweltbewusstsein in Deutschland 2014).

Das tatsächliche Spendenaufkommen für Zwecke des Umwelt- und Naturschutzes geht hingegen weiter zurück: von 163 Millionen (Mio.) Euro (2010) auf 134 Mio. Euro (2014) (Deutscher Spendenrat: Bilanz des Helfens 2015).

Das Volumen der freiwilligen Kompensationszahlungen für Treibhausgas-Emissionen lag in Deutschland bei rund 4,9 Mio. Tonnen (t) Kohlendioxid-Äquivalent (CO2e) in 2012 und bei rund 5,8 Mio. t CO2e in 2013 (Tänzler et al. 2014: Marktanalyse zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasemissionen in Deutschland). Der hieraus resultierende Umsatz in Euro hängt vom stark schwankenden Preis für Kohlendioxid ab. Es lässt sich ein steigendes Bewusstsein bei den Verbrauchern feststellen. Im Jahr 2010 gaben lediglich drei Prozent aller Konsumenten an, dass sie die Klimagasemissionen, die sie selbst zum Beispiel im Verkehr verursachen, kompensieren (BMU/UBA 2010: Umweltbewusstsein in Deutschland 2010). Zwei Jahre später waren dies bereits 8,6 % der Befragten (BMU/UBA 2013: Umweltbewusstsein in Deutschland 2012). Etwa 18 % der Menschen, für die Kompensationszahlungen bei Flugreisen relevant sind, gaben an, dafür im letzten Jahr freiwillige Kompensationszahlungen geleistet zu haben (BMU/UBA 2015: Umweltbewusstsein in Deutschland 2014).