Treibhausgas-Emissionen in Deutschland

Die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland sind 2018 gegenüber dem Vorjahr um 4,0 Prozent gesunken. Das entspricht einer Minderung um 31,4 Prozent im Vergleich zum internationalen Referenzjahr 1990. Nach einer Vorjahresschätzung des Umweltbundesamtes gingen die Emissionen im Jahr 2019 erneut stark zurück.

Inhaltsverzeichnis

 

Emissionsentwicklung 1990 bis 2018

In Deutschland konnten die Treibhausgas-Emissionen seit 1990 deutlich vermindert werden. Die in Kohlendioxid (CO2)-Äquivalente umgerechneten Gesamt-Emissionen (ohne Kohlendioxid-Emissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) sanken bis 2018 um rund 393 Millionen Tonnen (Mio. t) oder 31,4 %. Für das Jahr 2018 wurden Gesamt-Emissionen in Höhe von knapp 858 Mio. t berichtet, Die Emissionen fallen damit deutlich unter das Niveau der Vorjahre.

Nach einer Vorjahresschätzung des Umweltbundesamtes sanken die Treibhausgas-Emissionen in 2019 erneut, um 6,3 % im Vergleich zum Vorjahr 2018. Die größten Fortschritte gab es in der Energiewirtschaft. Gründe für diese Entwicklung sind die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels, der niedrige Gaspreis, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke. (siehe Abb. „Treibhausgas-Emissionen in Deutschland seit 1990 nach Gasen“ und Tab. „Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid“ sowie Tab. „Reduktion der Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid“).

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Entwicklung der Treibhausgase Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid

Die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen werden fast ausschließlich durch Verbrennungsprozesse verursacht (ca. 95 %). Insgesamt fielen die Kohlendioxid-Emissionen deutlich: vor allem die deutlichen Rückgänge in der Energiewirtschaft (-5,3% gegenüber dem Vorjahr) setzen den Trend, aber auch in der Industrie sinken die Kohlendioxid-Emissionen leicht. Dazu kommt eine mildere Witterung als im Vorjahr und somit deutlich fallenden Trends in den Haushalten und Kleinverbrauchern.

Die Methan (CH4)-Emissionen wurden zwischen 1990 und 2009 etwa halbiert. Bis auf das Jahr 2012 sanken die Emissionen seit 1990 jedes Jahr, in den letzten Jahren bis auf ca. 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente.

Hauptemittenten von Distickstoffoxid (N2O) waren im Jahr 1990 zu über 50 % die Landwirtschaft und zu 36 % die Industrie. Bis 2018 sanken die Gesamt-Emissionen um ca. 45 % (siehe Abb. „Trend der Emissionen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid“). In diesem Zeitraum stieg der Anteil der Emissionen aus der Landwirtschaft wegen nur kleinerer Minderungen auf 79 %.

Das Diagramm zeigt, wie die Treibhausgas-Emissionen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid von 1990 bis 2018 verringert wurden.
Trend der Emissionen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Entwicklung der F-Gase – (teil-)fluorierte Kohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid und Stickstofftrifluorid

Die Emissionen der fluorierten Treibhausgase sind seit 1995 gesunken. Im Jahr 1995 überstiegen die Emissionen bei der Herstellung die aus der Verwendung um nahezu das Doppelte. Zwischen 1995 und 2000 sind die Emissionen von fluorierten Treibhausgasen deutlich gemindert worden. Die Emissionen sind von 2003 bis 2017 kontinuierlich gestiegen, zeigen aber nun einen leichten Abwärtstrend. Grund dafür sind wirksame gesetzliche Regelungen, die die Verwendung der F-Gase limitieren. Hauptursache für die starke Zunahme war der vermehrte Einsatz von fluorierten Treibhausgasen als Kältemittel. Minderungen wurden hauptsächlich bei der Herstellung von Primäraluminium, Halbleitern, der auslaufenden Anwendung in Autoreifen, der Produktion von Schallschutzscheiben und bei Anlagen zur Elektrizitätsübertragung erreicht. Allerdings nehmen die Emissionen aus der Entsorgung von Schallschutzscheiben seit 2006 sichtbar zu, da die angenommene Lebenszeit dieser Scheiben erreicht wird. In Zukunft ist damit zu rechnen, dass die F-Gas-Emissionen, insbesondere die HFKW-Emissionen, durch die Umsetzung der Verordnung (EU) Nr. 517/2014 weiter abnehmen. Wichtigstes Instrument der Verordnung ist die schrittweise Begrenzung der Verkaufsmengen von HFKW bis 2030 auf ein Fünftel der heutigen Verkaufsmengen, was sich zeitversetzt auf die Höhe der Emissionen auswirken wird. Die Schwefelhexafluorid-Emissionen aus der Entsorgung von Schallschutzscheiben stiegen bis 2019 und werden jetzt kontinuierlich sinken (siehe Abb. „Anteile der Treibhausgase an den Emissionen“ und Tab. „Reduktion der Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid gegenüber dem Vorjahr“).

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Treibhausgas-Emissionen nach Kategorien

Die mit über 82,9 % im Jahr 2018 bedeutendste Quelle von Treibhausgas-Emissionen ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Treibhausgase in Deutschland nach Kategorien“). Insgesamt nahmen die energiebedingten Emissionen aller Treibhausgase zwischen 1990 und 2018 um 30,5 % ab. Die darin enthaltenen Diffusen Emissionen aus Brennstoffen sanken im gleichen Zeitraum sogar um 77,4 %.

Die Industrieprozesse sind mit einem Anteil an den Gesamtemissionen von ca. 7,5 % zusammen mit der Landwirtschaft die bedeutendste der anderen Kategorien. Die Emissionen sanken gegenüber 1990 um 33,1 %.

Die Landwirtschaft liegt in der gleichen Größenordnung (Anteil 7,4%) mit einem über die letzten Jahre relativ gleichbleibenden Anteil von zwischen 6 und knapp unter 7,5 %. Die Emissionen sanken gegenüber 1990 jedoch nur um rund 20 %.

Die deutlichste relative Minderung der Treibhausgas-Emissionen (-74,6 %) trat in der Abfallwirtschaft auf, so dass der Anteil an den Gesamtemissionen 2018 nur noch 1,1 % betrug (siehe auch „Klimaverträgliche Abfallwirtschaft“).

Die Tabelle listet für die Jahre 1990 bis 2018 die Treibhausgas-Emissionen aus verschiedenen Kategorien auf.
Tab: Emissionen ausgewählter Treibhausgase in Deutschland nach Kategorien ...
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Minderungsziele für Treibhausgase

Deutschlands Treibhausgas-Emissionen sollen bis 2020 um mindestens 40 % und bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber den Emissionen von 1990 sinken. Bis 2050 soll weitgehende Treibhausgasneutralität erreicht werden. Ohne massive und rasche zusätzliche Anstrengungen werden die gesetzten Ziele nicht erreicht.
Mit dem Klimaschutzgesetz, dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und dem Klimaschutzplan 2050 will die Bundesregierung die Klimaschutzziele erreichen.

Die Europäische Union (EU) hat sich dazu verpflichtet, die EU-weiten Treibhausgas-Emissionen im Zeitraum 2013 bis 2020 um 20 % unter das Niveau von 1990 senken und dieses Ziel auf 30 % erhöhen, sofern sich andere Industrieländer verpflichten, ihre Emissionen vergleichbar zu reduzieren und auch die wirtschaftlich weiter fortgeschrittenen Entwicklungsländer einen Beitrag leisten.


Bezogen auf die EU-Mitgliedstaaten wurde das Ziel durch entsprechende Regelungen im europäischen Emissionshandelssystem und die sogenannte „Effort Sharing Decision“ konkretisiert. Letztere verpflichtet Deutschland dazu, seine Emissionen außerhalb des Emissionshandels bis 2020 um 14 % gegenüber 2005 zu senken.

Weitere Informationen über Treibhausgasminderungsziele sind hier und hier finden.

Berichte & Daten