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Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz

Synthesebericht Elbeforschung

Letzte Änderung: 10.08.2010

In einem UFOPLAN-Vorhaben der GKSS Geesthacht in Zusammenarbeit mit zwei BMB+F-Vorhaben der Projektträger "Wassertechnologie und Entsorgung" sowie "Biologie, Energie und Umwelt" entstand eine Synthese der Ergebnisse der Elbeforschung des letzten Jahrzehnts. Diese Vorhaben wurden von einer Arbeitsgruppe der Abwassertechnischen Vereinigung/ Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau (ATV/DVWK) begleitet, in der die Arbeitsgemeinschaft zur Reinhaltung der Elbe (ARGE Elbe) den Vorsitz führte und die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) vertreten war. Der "Synthesebericht Elbeforschung" ist bei der ATV/DVWK unter dem Titel "Die Elbe und ihre Nebenflüsse – Belastungen, Trends, Perspektiven" (ISBN 3-933707-63-3) erschienen und dort sowie beim Umweltbundesamt, Fachgebiet II 3.4 zu beziehen.

Alle hier zusammengefassten Vorhaben wurden seit 1990 in der Arbeitsgruppe "Elbeforschung" der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) mit den politischen Erfordernissen und untereinander abgestimmt. So dienten sie innerhalb des Aktionsprogramms Elbe zur Ausfüllung der Verpflichtungen Deutschlands im Rahmen der IKSE, wo vertragsmäßig vereinbart wurde:

Die Förderinstitutionen waren seit 1990 auf deutscher Seite das BMB+F mit ca. 40 Mill. DM innerhalb seines Leitprojektes "Elbe 2000" zur Schadstoffforschung, das BMU/UBA mit ca. 7 Mill. DM (incl. 3 Mill. DM Eigenmittel der Bundesanstalt für Gewässerkunde), sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen. Die Forschungsverbünde "Elbe I" und "Elbe II" des Tschechischen Umweltministeriums kosteten ca. 6 Mill. DM. Im jüngsten BMBF-Schwerpunkt "Elbe-Ökologie" werden heute noch laufende Vorhaben mit etwa 40 Mill. DM gefördert. Der BMB+F beginnt derzeit in enger Abstimmung mit BMU und UBA einen ähnlich dotierten Schwerpunkt "Flußgebietsmanagement", der gezielt die zur Umsetzung der "Wasserrahmenrichtlinie" erforderliche Forschung unterstützen soll.

Ausgewählte Ergebnisse

Im Bereich "Schadstoffforschung" wurden mehrere flächendeckende Kartierungen der Gehalte der Sedimente zwischen 1992 und 1998 durchgeführt. Durch Sanierungen und Betriebsstillegungen sowie die Ausspüleffekte der Hochwässer verringerten sich die Gehalte um ca. 80% bei Quecksilber bzw. ca. 40 - 60% bei Chrom, Arsen, Zink, Cadmium und Nickel. Bei Screening-Untersuchungen wurden elbespezifische Schadstoffe, wie z.B. die "Haloether" gefunden, entsprechende Analysenmethoden erarbeitet und in das Messprogramm der IKSE aufgenommen. Die in den Forschungsvorhaben eingeführten Hubschrauber-Längsprofile erwiesen sich als gute Methode zur Erfassung des Zustandes des ganzen Flusses in wenigen Tagen und gleichzeitig publikumswirksame Demonstration der Gewässerüberwachung. Sie werden inzwischen in halbjährlicher Routine gemeinsam von der ARGE Elbe und der Tschechischen Republik durchgeführt. Die statistischen Arbeiten im abschließenden Syntheseverbund zeigten, dass sich die Flüsse des Elbegebietes in nahezu homogene Einheiten gliedern und viele Beschaffenheitsparameter ähnliches Verhalten haben. Hieraus konnten weitere Hinweise zur Gestaltung der Messprogramme abgeleitet werden.

In der ökologischen Forschung konzentrieren sich die Projekte auf die Ökologie der Fließgewässer, die Folgen der Landnutzung auf die Gewässer und die Ökologie der Auen. Dieser Schwerpunkt läuft noch. In der Broschüre werden Zwischenergebnisse dargestellt und mit den Ergebnissen der Schadstoffforschung verknüpft. Die Beiträge des BMU/UBA erbrachten Überblicke über die Belastung von Sedimenten und Wasser mit organischen Schadstoffen (incl. Anderweitig nicht untersuchten Pestiziden), über die diffusen Nährstoffquellen im Elbegebiet und über Schadstoffeffekte bei Wasserorganismen. Der Bestand an Bodenbewohnern (Makrozoobenthos) hat sich bereits wieder von 50 auf 85 Arten erhöht. Die zwischen 1850 und 1940 festgestellte Anzahl von 115 Arten ist aber noch lange nicht wieder erreicht. Der Anteil der diffusen Quellen beträgt ca. 60% bei Stickstoff bzw. ca. 40% bei Phosphor.

Das Forschungsvorhaben schloss eine 10-jährige Reihe sehr fruchtbringender Koordinationen verschiedener Forschungsförderinstitutionen im Elbegebiet ab. Die Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Arbeiten wurde anlässlich des Kongresses WASSER Berlin 2000 als Broschüre mit Vorworten von BMB+F und BMU veröffentlicht.

Vertiefende statistische Untersuchungen wurden im Rahmen der BMB+F-Förderung noch zu Ende geführt und im August 2001 in einer Aktualisierung des "Elbe-Elemente-Kompendiums" der GKSS (ISBN 3-00-009044-4) vorgelegt.

 

 

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