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Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz

Ursachen der Hochwasserentstehung und ihre anthropogene Beeinflussung -Maßnahmenvorschläge-

UBA-Texte 18/98

Letzte Änderung: 10.08.2010

Autoren

Christine Bismuth, Arthur Buschhardt, Ulf-Uwe Diewitz, Waltraud Dittmann, Franziska Eichler, Wolf-Dieter Garber, Dieter Gerten, Heinz-Detlef Gregor, Wolfgang Haase, Michael Jaunick, Harald Junker, Ulrich Kremser, Barbara Locher, Hans-Werner Möller, Hans-Jürgen Nantke, Bettina Rechenberg, Jörg Rechenberg, Eva Schmitz, Dietrich Schulz, Jürgen Solms, Konstantin Terytze, Thomas Voigt, Julia Werner, Astrid Wiemann

Redaktion

Christine Bismuth, Wolf-Dieter Garber, Renate Merz

Zusammenfassung

Der Schwerpunkt des vorliegenden Berichtes liegt nicht in der Beschreibung allgemeiner Hochwassersituationen; es sollte vielmehr untersucht werden, ob Hochwasserereignisse in der jüngsten Vergangenheit anthropogen verschärft worden sind. Dafür sind zahlreiche Indizien beschrieben worden.

Ein hausgemachter Anteil am Hochwasser ist in langjährigen Prozessen durch ein Bündel von Ursachen entstanden, zu denen auch Ausbaumaßnahmen an Fließgewässern zählen. Jede einzelne Ausbaumaßnahme mag nur wenig zu einer aktuellen Hochwassersituation beigetragen haben. In ihrer Gesamtheit führen sie jedoch zu einer Erhöhung der Hochwassergefahr. Wenige Zentimeter Pegelerhöhung können, zusätzlich zu einer ohnehin bestehenden Hochwassersituation, schadenauslösend sein.

Der Schaden, den ein einzelnes Hochwasser auslösen kann, ist zudem im Laufe der Zeit stetig gewachsen, da die Nutzung und Bebauung hochwassergefährdeter Bereiche erheblich zugenommen hat. Im Bereich des Oberrheins wurde durch Siedlungsbau, Industrie und Landwirtschaft der natürliche Überschwemmungsraum seit dem Jahr 1800 um mehr als zwei Drittel reduziert.

Die voraussehbare zukünftige Entwicklung des Klimas gibt keinen Anlaß zur Beruhigung. Aufgrund des anthropogen verstärkten Treibhauseffektes muß in Zukunft eher häufiger mit den meteorologischen Voraussetzungen für Überschwemmungen gerechnet werden.

Wir werden daher auch zukünftig mit anthropogen verstärkten Hochwassern zu rechnen haben, denen begegnet werden muß: Das verlangt schon das Vorsorgeprinzip. Dabei reicht es nicht aus, sich auf einige wenige Maßnahmen zu beschränken. Viele Ursachen haben Hochwassersituationen verschärft, also können auch nur viele Gegenmaßnahmen helfen.

Im vorliegenden Bericht ist dargelegt, daß mit diesen Gegenmaßnahmen schnell begonnen werden muß und kann, gerade weil diese nur mittel- oder langfristig wirken werden. Abwarten verteuert letztlich die dann noch verbleibenden Gegenmaßnahmen und führt zu weiteren Schäden.

Der beste Ansatzpunkt ist die Vermeidung des weiteren Gewässerausbaus und die Rückgewinnung von Retentionsflächen. In der Vergangenheit sind gerade in den alten Bundesländern Flüsse lediglich unter dem Gesichtspunkt der Transportbedingungen für Binnenschiffe ausgebaut worden. Ziel muß es in Zukunft sein, die Schiffe den Flüssen anzupassen und nicht umgekehrt.

Hochwasser sind in ihren Auswirkungen nicht auf einzelne Bundesländer oder Deutschland beschränkt geblieben. Wegen ihres gebietsübergreifenden Charakters hat der Bundesgesetzgeber im Rahmen der 6. Novelle zum Wasserhaushaltsgesetz bereits seine Rahmenkompetenz verstärkt wahrgenommen und zahlreiche Verbesserungen festgeschrieben, deren konkrete Umsetzung durch Ländergesetze und Vollzugsmaßnahmen jetzt ansteht.

Während dieses Umsetzungsprozesses wird sich zeigen, ob das Wasserhaushaltsgesetz weiter ausgestaltet werden sollte. Besonderes Augenmerk ist darauf zu legen, ob

Damit neben dem Hochwasser auch der Hochwasserschaden begrenzt wird, müssen die beim höchsten bekannten Wasserstand überschwemmten Gebiete als Überschwemmungsgebiete festgesetzt werden, in denen die Exekutive Vollmachten erhalten muß, die es ihr erlauben, Nutzungsarten zu ändern und damit Retentionsflächen zu schaffen.

Alle diese Maßnahmen können das nächste Hochwasser nicht verhindern. Aber sie können eine Trendumkehr bewirken und werden damit langfristig ökologische und auch ökonomische Schäden verhindern helfen, wobei letztere sich bereits beim einzelnen Hochwasserereignis nach Milliarden bemessen können.

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