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Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz

Qualitätsanforderungen an Binnengewässer und Gewässergüteklassifikationssysteme

Letzte Änderung: 10.08.2010

Aus: Umwelt Nr. 3/1999, S. 125, Bundesumweltministerium (Hrsg.)

Internationaler Vergleich

- WA I 3 / UBA - Für den Gewässerschutz in Europa wird zukünftig die im Entwurf vorliegende EU-Wasserrahmenrichtlinie entscheidend sein. Mit der Verabschiedung der Richtlinie, voraussichtlich noch unter deutscher EU-Präsidentschaft Mitte 1999, soll die gute Gewässerqualität europaweit als Gewässerschutzziel festgeschrieben werden. Erstmalig werden nicht nur Qualitätsziele für die physikalisch-chemische Wasserbeschaffenheit, sondern auch ökologische Anforderungen im Hinblick auf den Schutz naturraumtypischer Lebensgemeinschaften sowie Anforderungen an die Hydromorphologie (Wassermengen und Gestalt) der Gewässer formuliert.

Um die Erfordernisse der zukünftigen EU-Wasserrahmenrichtlinie besser abschätzen zu können, wurden im Rahmen eines Forschungsvorhabens im Auftrag des Umweltbundesamtes die gegenwärtig existierenden nationalen und internationalen Gewässerbewertungsansätze vom Fraunhofer Institut Umweltchemie und Ökotoxikologie, Schmallenberg, dokumentiert und vergleichend bewertet. Auf der Grundlage einer Fragebogenrecherche, in die 40 europäische und wichtige außereuropäische Staaten einbezogen waren, wurde ein umfassender Überblick über insgesamt 18 Gewässerbewertungsansätze erstellt. Die einzelnen Ansätze erwiesen sich im direkten Vergleich als zum Teil sehr heterogen. In einigen Staaten orientiert sich die Bewertung an maßnahmenorientierten Machbarkeitskonzepten, in anderen Staaten an naturwissenschaftlichen und damit fachlichen Erfordernissen. Auch ist die Rechtsverbindlichkeit der Qualitätsanforderungen nicht immer gleich. Neben rechtlich verbindlichen Qualitätsstandards, die zwingend einzuhalten sind, werden in einem Großteil der Staaten auch unverbindliche Richtwerte genutzt, die einen eher langfristig angelegten umweltpolitischen Orientierungsrahmen darstellen.

Die Qualitätsanforderungen der einzelnen Staaten lassen sich im Hinblick auf die physikalisch-chemischen Merkmale noch am besten miteinander vergleichen. Deutschland liegt dabei mit den von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser formulierten Zielvorgaben zumeist im Mittelfeld. Die erarbeitete Übersicht über die derzeit im internationalen Raum gültigen Gewässergütenanforderungen ist sehr umfassend: Sie beinhaltet die gebräuchlichen klassischen Kenngrößen, wie Nährstoffe oder Chlorid sowie die Schwermetalle und eine breite Palette organischer Mikroverunreinigungen.

Ein Vergleich biologischer und hydromorphologischer Qualitätsanforderungen ist derzeit u.a. aufgrund bestehender konzeptioneller Unterschiede nicht möglich. Im Hinblick auf die zukünftigen Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie bestehen noch erhebliche Anpassungserfordernisse.

Der Forschungsbericht mit dem Titel "Darstellung und vergleichende Bewertung nationaler und internationaler Ansätze zur Klassifizierung von Fließgewässern" kann unter der Nummer UBA-FB 99-003 aus der Bibliothek des Umweltbundesamtes, Postfach 330022, 06813 Dessau-Roßlau, Fax: 030/8903-2154, ausgeliehen werden. Eine Veröffentlichung in der Reihe Texte des Umweltbundesamtes ist in Vorbereitung.

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