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Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz
Trinkwasser
Letzte Änderung: 10.02.2012
Ressourcenschutz und Gewinnung
In Trinkwasserressourcen sollten qualitätsmindernde oder gesundheitsgefährdende Stoffe und Organismen weder eingetragen werden noch entstehen, damit eine Aufbereitung des Wassers möglichst selten nötig ist, und falls doch, dann nur in geringem Ausmaß. Die Trinkwasservorkommen müssen deshalb geschützt und bewirtschaftet werden.
Für diese Ziele entwickelt und verbessert das Umweltbundesamt Konzepte zur Sicherung des Trinkwasserressourcenschutzes (Oberflächen- und Grundwässer) sowie zur Trinkwassergewinnung.
Dazu untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Freiland, in Laborexperimenten und an größeren technischen Versuchsanlagen
- das Auftreten von Wasserlebewesen, die bei der Trinkwassergewinnung stören und/oder die Trinkwasserqualität beeinträchtigen, d.h. von Algen, Bakterien und Kleintieren,
- die chemischen, biologischen und hydrophysikalischen Wachstumsbedingungen für Algen und Cyanobakterien ("Blaualgen"), die zu deren Massenvorkommen führen könnnen. Giftige Cyanobakterien und die Beherrschung der Gewässereutrophierung sind dabei Arbeitsschwerpunkte,
- das Verhalten von Schadstoffen und Krankheitserregern in Gewässern, z. B. in Kleinbadeteichen, und deren Elimination durch Ufer- und Langsamsandfiltration,
- die Betriebsbedingungen, die eine sichere Trinkwassergewinnung aus Talsperren sowie durch Ufer- und Langsamsandfiltration gewährleisten,
- flächenhafte und punktförmige Stoffeinträge ins Grundwasser in Trinkwassereinzugsgebieten, um situationsspezifische Bewertungen und Gefährdungsschätzungen abgeben zu können.
Auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse
- entwickelt das Umweltbundesamt Vorschläge zur sicheren Bewirtschaftung der Trinkwasserressourcen, zum Beispiel der Talsperren, sowie Vorschläge zur Verankerung dieses Ziels und des dafür notwendigen Vorgehens in nationalen und internationalen Regelwerken,
- bringt das Umweltbundesamt diese Vorschläge in einschlägige Gremien ein, zum Beispiel die Europäische Union, das Europäische Normungsinstitut (CEN), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und in Fachverbänden, die das deutsche Technische Regelwerk gestalten, wie der Deutschen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (DVGW) und der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA),
- unterstützt das Umweltbundesamt im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO die Entwicklung in anderen Ländern,
- berät das Umweltbundesamt Kolleginnen und Kollegen aus Aufsichtsbehörden der Länder und Gemeinden beim Schutz und bei der Bewirtschaftung von Trinkwasserressourcen - besonders von Trinkwassertalsperren, bei der Beherrschung der Gewässereutrophierung, beim Schutz von Kleinanlagen (sogenannten "Hausbrunnen") und bei der Bewertung des Vorkommens qualitätsbeeinträchtigender Wasserlebewesen;
- steht das Umweltbundesamt als Zentrum für Cyanobakterien und Cyanotoxine (CyanoCenter) für Beratung zur Verfügung, insb. für orientierende Untersuchungen zum Vorkommen von giftigen Cyanobakterien ("Blaualgen") in Trinkwasserressourcen und zur Bewertung der Befunde.