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Letzte Änderung: 10.08.2010
Als Weichmacher werden organische Stoffe bezeichnet, die in eine Kunststoffmatrix eingelagert werden, um die Elastizität zu erhöhen. Haupteinsatzgebiet von Weichmachern ist PVC.
Bislang dominiert DEHP den Weichmachermarkt für PVC-Produkte. In speziellen Anwendungen kommen auch chlorierte Paraffine zum Einsatz. Beide Weichmacher werden weitverbreitet in der Umwelt und in der Muttermilch gefunden. Zudem wurde DEHP 2002 auf EU-Ebene als fortpflanzungsgefährdend (Kategorie II) eingestuft. Für beide Stoffe ist auf EU-Ebene die Notwendigkeit zur Risikominderung festgestellt worden.
Aufgrund ihrer Stoffeigenschaften und hohen Freisetzungspotenziale sollten DEHP und Chlorparaffine als Weichmacher in Kunststoffen nach Möglichkeit substituiert werden. Verschiedene Alternativen sind bereits auf dem Markt verfügbar, wie zum Beispiel langkettige Phthalate, Adipate, Zitrate, Phosphorsäureester, Alkylsulfonsäureester und Cyclohexandicarbonsäureester. Auch ein verändertes Produktdesign kann die Freisetzung von Weichmachern verringern (Sperrschichten aus Lacken auf Produktoberflächen, Verwendung von Materialien ohne additive Weichmacher wie z.B. PE oder Linoleum, Verwendung von gänzlich anderen Materialien etc.).
Teil 5.1 des Leitfadens gibt einen Überblick über Substitutionsmöglichkeiten von Phthalaten und Chlorparaffinen als Weichmacher in Kunststoffen. Hierbei werden jeweils Informationen zu i) technischer Eignung und Kosten ii) bereits existierenden Anwendungen in Produkten und durch Firmen sowie iii) ökologisch-gesundheitlichen Vor- und Nachteilen der einzelnen Alternativen vorgestellt. Insbesondere soll der Leitfaden dazu anregen, auch die Alternativen zu DEHP und Chlorparaffinen ausreichend gründlich zu bewerten. Nicht alle Alternativen stellen aus umwelt- und gesundheitsbezogener Sicht eine wirkliche Verbesserung dar.