Sie sind hier: Startseite > Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz - Aktuelles > Gewässerschutz > Stoffhaushalt Gewässer > Leitfaden zur Anwendung umweltverträglicher Stoffe > Teil 5: Hinweise zur Substitution gefährlicher Stoffe > Teil 5.5: Funktion "Hochdruckzusätze in Kühlschmierstoffen"
Letzte Änderung: 10.08.2010
Hochdruckadditive (EP-Additive) in Kühlschmierstoffen haben die Funktion, eine schützende bzw. reibungsmindernde Schicht während der Metallbearbeitung zu bilden und damit den Werkzeugverschleiß zu verringern und die Oberflächenqualität des Werkstückes zu verbessern. Kurz- und mittelkettige Chlorparaffine können diese Funktion kostengünstig und technisch effizient erfüllen. Allerdings sind sie schwer abbaubar und persistent in der Umwelt, stark bioakkumulierend und wurden in der menschlichen Muttermilch nachgewiesen. Sie sind sehr giftig für aquatische Organismen.
Kurz- und mittelkettige Chlorparaffine werden daher in Deutschland nicht mehr zur Herstellung wassermischbarer Kühlschmierstoffe verwendet. Auch ihre Verwendung in nicht wassermischbaren Kühlschmierstoffen (Ölen) beschränkt sich inzwischen auf sehr wenige Anwendungen (z.B. Umformung komplexer Edelstahlteile). Allerdings können importierte Produkte Chlorparaffine enthalten.
Verschiedene Alternativen zu Chlorparaffinen sind auf dem Markt verfügbar und für viele Anwendungen liegen bereits ausreichende Erfahrungen vor, um ihre Eignung zu bewerten. Insbesondere organische Schwefel- und Phosphorverbindungen sowie Polymerester werden als EP-Additive verwendet.
Teil 5.5 des Leitfadens gibt einen Überblick über Substitutionsmöglichkeiten für Chlorparaffine in Kühlschmierstoffen. Hierbei werden jeweils Informationen zu i) technischer Eignung und Kosten ii) bereits existierenden Anwendungen in Produkten und durch Firmen sowie iii) ökologisch-gesundheitlichen Vor- und Nachteilen der einzelnen Alternativen vorgestellt.