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Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz

Leitfaden zur Anwendung umweltverträglicher Stoffe

Letzte Änderung: 10.08.2010

Teil 5: Hinweise zur Substitution gefährlicher Stoffe

Teil 5.2: Funktion "Flammschutzmittel" (Alternativen zu polybromierten Diphenylethern)

Flammschutzmittel (FSM) sollen die Entzündung eines Werkstoffes erschweren und die Flammausbreitung verlangsamen. FSM können physikalisch (z.B. Verdünnung reaktiver Gase und Kühlung) und/oder chemisch wirken (z.B. Unterbindung von Kettenreaktionen, Abschirmung des brennbaren Materials von der Flamme). Man unterscheidet reaktive (fest mit der Matrix verbunden) von additiven Flammschutzmitteln (eingemischt). Art und Menge der FSM müssen auf das auszurüstende Material abgestimmt und gegebenenfalls mit weiteren Synergisten (z.B. Antimontrioxid) ergänzt werden.

Bromierte Diphenylether sind persistent und können in die Nahrungskette gelangen. Insbesondere die niedrig bromierten Diphenylether reichern sich in der Nahrungskette an. Sie wurden auch in der Muttermilch nachgewiesen. Pentabromdiphenylether ist sehr giftig für Wasserorganismen. Für Octabromdiphenylether liegt auf EU-Ebene der Vorschlag (29. ATP) zur Einstufung als reproduktionstoxisch vor (Kategorie 2).

Flammschutzmittel können während der Verarbeitung, während der Nutzung des Produkts und bei der Beseitigung oder Verwertung (z.B. Elektronik-Altgeräte) freigesetzt werden. Für die Risikobewertung spielt insbesondere die mögliche Bildung hochgiftiger Umwandlungsprodukte in der Verwertung eine Rolle.

Teil 5.2 des Leitfadens beschreibt beispielhaft Alternativen zum Einsatz polybromierter Diphenylether. Die jeweilige technische Eignung, Kosten sowie ökologisch-gesundheitlichen Vor- und Nachteile werden erläutert und Beispiele für den derzeitigen Stand der Anwendung gegeben. Insbesondere soll der Leitfaden dazu anregen, auch die Alternativen zu bromierten Diphenylethern ausreichend gründlich zu bewerten. Nicht alle Alternativen stellen aus umwelt- und gesundheitsbezogener Sicht eine wirkliche Verbesserung dar.

 

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