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Letzte Änderung: 10.08.2010
Im Umweltbundesamt werden für die verschiedenen Verkehrsträger umweltrelevante Daten erfasst. Hierbei wird auf offizielle Statistiken und Sekundärliteratur zurückgegriffen. Auf Grundlage der erfassten Daten werden die Emissionen von Lärm, Luftschadstoffen und klimarelevanten Gasen berechnet. Hierzu werden UBA-eigene Modelle und Computerprogramme genutzt.
Zur Ermittlung und Aufbereitung von Informationen aus dem Verkehrsbereich hat das Umweltbundesamt die Computerprogramme TREMOD und MOBILEV im Rahmen von Forschungsvorhaben entwickeln lassen. Mit Hilfe dieser Modelle sind sowohl aktuelle Aussagen bzw. Trend- und Szenarienrechnungen für den Zeitraum von 1980 bis 2030 möglich. Beide Programme basieren auf einem gemeinsamen Datenkern.
Das Umweltbundesamt veröffentlicht in regelmäßigen Abständen das Handbuch für Emissionsfaktoren. Diese umfangreiche Datenbank zu den Emissionen von Luftschadstoffen des Straßenverkehrs stellt Emissionsfaktoren von Kraftfahrzeugen für die wichtigsten Luftschadstoffe und den Kraftstoffverbrauch zusammen. Die Daten sind nach zahlreichen technischen und verkehrlichen Parametern wie Fahrzeugart (Pkw, Lkw, Bus etc.), Abgasreinigung (geregelter, ungeregelter Katalysator etc.), Antriebsart (Otto, Diesel) sowie Verkehrssituationen (Stadtverkehr, Landstraße, Autobahn etc.) gegliedert. Zudem können die unterschiedlichen Anteile von Güter- und Personenverkehr an den Schadstoffemissionen nachvollzogen werden.
Die aktuelle Version 3.1 des Handbuchs für Emissionsfaktoren (HBEFA) und weitergehende Informationen erhalten sie unter www.hbefa.net oder bei INFRAS, Mühlemattstraße 45, CH-3007 Bern, Telefon (+41 31 370 1919 ), Telefax (+41 31 370 1910), E-Mail .
MOBILEV ermöglicht die Berechnung von Schadstoff- und Lärmemissionen sowie Prognosen für deren zukünftige Entwicklung bis zum Jahre 2020. Mit dem um ein Lärmmodul erweiterten Programm MOBILEV-GL können nicht nur die Geräuschemissionen nach der Berechnungsvorschrift RLS-90, sondern auch zusätzlich Geräuschemissionen ähnlich dem Modell der Schadstoffemissionen in MOBILEV errechnet werden. Die Eingabe einer Kombination von Straßentyp, DTV (durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke) und Kfz-Anteil ermöglicht die Errechnung eines Emissionsfaktors, der gemeinsam mit Fahrleistungsgewichtungen, einer Ganglinie für Verkehrsstärke und Zusammensetzung zu einem Gesamtbild aggregiert wird. Das Rechenmodell kann so die Lärmentwicklung für jede Stunde des Tages wahlweise für einen durchschnittlichen Tag des Jahres, der Saison, des Monats oder auch für jeden einzelnen Tag darstellen. Im Ergebnis stehen so genormte Beurteilungspegel und Emissionsverläufe zur Verfügung.
MOBILEV kann gegen eine Schutzgebühr bezogen werden. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter
TREMOD (Transport Emission Estimation Model) ist das bisher vom Umweltbundesamt, den Bundesministerien, dem Verband der Deutschen Automobilindustrie sowie der Deutschen Bahn AG genutzte Experten-Modell zur Berechnung der Luftschadstoffemissionen aus dem motorisierten Verkehr in Deutschland.
Darin werden alle in Deutschland betriebenen Personenverkehrsträger (Pkw, motorisierte Zweiräder, Busse, Bahnen, Flugzeuge) und Güterverkehrsträger (Lkw, Bahnen, Schiffe) ab dem Basisjahr 1980 in Jahresschritten bis zum Jahr 2030 erfasst. Die Basisdaten reichen von Fahr-, Verkehrsleistungen und Auslastungsgraden bis zu den spezifischen Energieverbräuchen und den Emissionsfaktoren. Die Berechnung der im Straßenverkehr freigesetzten Schadstoffmengen basiert auf den Emissionsfaktoren aus dem Handbuch für Emissionsfaktoren (HBEFA). Als Emissionen werden Stickstoffoxide, Kohlenwasserstoffe, differenziert nach Methan und Nicht-Methan-Kohlenwasserstoffen sowie Benzol, Kohlenmonoxid, Partikel, Ammoniak, Distickstoffoxid, Kohlendioxid und Schwefeldioxid erfasst. Bilanziert werden die direkten Emissionen einschließlich der Verdunstungsemissionen und diejenigen Emissionen, die in der dem Endenergieverbrauch vorgelagerten Prozesskette entstehen.
Aggregierte Berechnungsergebnisse finden Sie in Daten zur Umwelt.
Differenzierte Emissionsdarstellungen können Sie direkt beim Fachgebiet I 3.1 „Umwelt und Verkehr” erfragen.