Sonnenkollektoren, Solarthermie

Einfamilienhaus mit Solarpanels auf dem Dachzum Vergrößern anklicken
Aus Sonnenenergie kann Strom und auch Wärme für Heizung oder Warmwasser gewonnen werden.
Quelle: reimax16 / Fotolia.com

Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  • Installieren Sie Sonnenkollektoren, wenn Sie Platz auf Ihrem Dach haben.
  • Beachten Sie entsprechende Förderprogramme und gesetzliche Vorgaben.
  • Achten Sie beim Kauf auf den Blauen Engel.
 

Gewusst wie

Sonnenkollektoren (Solarthermie) erwärmen Brauchwasser und können zusätzlich zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Das spart wertvolle Ressourcen (Öl und Gas) und vermeidet umwelt- und klimaschädliche Emissionen.

Sonnenkollektoren installieren: In Frage kommen Dachausrichtungen von Ost über Süd bis West. Bei Ost- oder Westausrichtung wird mehr Kollektorfläche benötigt. Eine Anlage zur Warmwassererzeugung braucht pro Person 1 bis 1,5 m2 Kollektorfläche und für vier Personen ca. 300 Liter Speicher. Sie liefert übers Jahr ca. 60% des benötigten Warmwassers. 6 m2 Fläche erzeugen ca. 2.000 kWh/Jahr. Dies spart ungefähr 450 kg Treibhausgase ein (UBA 2011). Die Investitionskosten betragen bei Flachkollektoren ca. 4.000-6.000 EUR. Vakuumröhrenkollektoren liefern eine bessere Energieausbeute, sind jedoch teurer. Die Rentabilität der Anlage hängt von Gebäudezustand, derzeitigem Heizsystem und Brennstoffpreisen ab. Eine genaue individuelle Planung ist unerlässlich. Sie umfasst die Themen:

  • Nur Wassererwärmung oder auch Heizungsunterstützung?
  • Welcher Kollektortyp?
  • Welcher Wärmespeicher?
  • Welches Anlagenkonzept (geeignete Verschaltung von Sonnenkollektoren, Wärmespeicher und Heizungsanlage)?
  • Kosten, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
  • Heizkosteneinsparung und Wirtschaftlichkeit
  • Wahl eines erfahrenen Handwerkbetriebs.

Eine herstellerunabhängige Energieberatung bieten z.B. viele Verbraucherzentralen an. Hilfreiche Online-Beratungstools und einen Renditerechner finden Sie bei den Links.

Förderprogramme und gesetzliche Verpflichtungen: In bestehenden Gebäuden sind kombinierte Solaranlagen zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung nach dem Marktanreizprogramm förderfähig. Sonnenkollektoren sind im Neubau eine Möglichkeit, die Verpflichtungen nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zu erfüllen. Bei manchen Anlagengrößen und Gebäudearten gibt es Anzeige- oder Genehmigungspflichten. Daher sollte beim örtlichen Bauamt nachgefragt werden.

Qualität bevorzugen: Der Blaue Engel zeichnet Sonnenkollektoren mit besonders hohem Energieertrag aus. Außerdem darf das Wärmeträgermedium keine halogenierten Kohlenwasserstoffe enthalten, da diese Substanzen die Ozonschicht schädigen. Ebenfalls dürfen diese nicht bei der Produktion der Dämmstoffe eingesetzt werden. Der Hersteller muss sich zur Rücknahme und Wiederverwertung verpflichten.

Was Sie noch tun können:

Empfehlenswertes Label für Sonnenkollektoren: Der Blaue Engel
Blauer Engel für Sonnenkollektoren
Quelle: Blauer Engel
 

Hintergrund

Umweltsituation: Der Anteil der Solarthermie an der Wärmebereitstellung in Deutschland betrug im Jahr 2012 6.700 GWh oder 0,5%. Damit wurden 1,8 Millionen Tonnen Treibhausgase (CO2-Äquivalente) vermieden, wobei die Herstellung der Anlagen und Betriebsstoffe bereits berücksichtigt sind (BMU 2012). Ebenso werden ca. 1.678 Tonnen versauernde Stoffe (SO2-Äquivalente) eingespart (Berechnung nach UBA 2013). Die Wärmeerzeugung durch Sonnenkollektoren hat aus Umweltsicht viele Vorteile gegenüber Biomasseverfeuerung: keine Flächenkonkurrenz zum Nahrungsmittelanbau und keine Abgase im Betrieb. Allerdings kann Solarwärme nur einen Teil des Energiebedarfs für Warmwasser und Raumwärme decken.

Gesetzeslage: Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz schreibt den Einsatz eines bestimmten Anteils erneuerbarer Energien im Neubau vor. Die Art der Energie kann frei gewählt werden. Bei Solarthermie verlangt das Gesetz für Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen 0,04 m2 Kollektorfläche pro m2 beheizter Nutzfläche. Für Gebäude mit mehr als zwei Wohnungen sind es 0,03 m2 Kollektorfläche. Die Bundesländer können höhere Anteile vorschreiben. Eine Förderung für Anlagen im Neubau gibt es nicht. Über das Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien können Solaranlagen im Bestand gefördert werden. Allerdings nur, wenn die Sonnenkollektoren auch zur Heizungsunterstützung beitragen.

Marktbeobachtung: Die neu installierte Kollektorfläche betrug 1,15 Mio. m2 in 2012, ein Rückgang von 9% gegenüber dem Vorjahr. Der Endkundenumsatz hingegen stagnierte bei 1 Mrd. Euro (nach einem Maximum in 2008 mit 1,7 Mrd. Euro). Zwischen 1990 und 2012 wuchs die solarthermisch erzeugte Wärmemenge in Deutschland von 130 GWh auf 6.700 GWh pro Jahr (BMU 2013).

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Themenseiten:

 

Quellen

  • BMU (2013): Erneuerbare Energien in Zahlen – nationale und internationale Entwicklung.
  • Bundesverband Solarwirtschaft (2013): Statistische Zahlen der deutschen Solarwärmebranche (Solarthermie), Juni 2013.
  • UBA (2013): Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger - Bestimmung der vermiedenen Emissionen im Jahr 2012.
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 Sonnenkollektor