Urlaubsreisen

Rauschender Gebirgsfluss mit Bergen im Hintergrundzum Vergrößern anklicken
Unberührte Natur - ein beliebtes Reiseziel
Quelle: Julie / Fotolia

Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  • Je näher das Urlaubsziel, desto besser ist es für die Umwelt.
  • Vermeiden Sie möglichst Flugreisen.
  • Achten Sie auf Umweltzertifikate und Labels.
  • Verhalten Sie sich im Urlaub möglichst so umweltfreundlich wie zu Hause.
  • Wohnungstausch, Schrebergarten oder der Balkon sind umweltfreundliche Urlaubsalternativen.
 

Gewusst wie

Was uns gut tut, kann die Umwelt belasten. Das gilt auch für den Urlaub und insbesondere für die Anreise. Durch ihren Aufenthalt steigern Touristen zudem vor Ort den Bedarf an Wasser, Energie und Flächen. Mit ein paar Tipps verreisen Sie trotzdem mit ruhigem Gewissen.

Je näher desto besser: Im Umkreis von nur 800 Kilometern liegen Urlaubsziele, die das bieten, was die meisten im Urlaub suchen: Erholung, Strand und Wasser, aber auch fremde Sprachen und Kulturen. Die stärksten Umweltbelastungen resultieren aus An- und Abreise. Dabei spielt nicht nur die Entfernung, sondern auch die Wahl des Verkehrsmittels eine große Rolle.

  • Nutzen Sie daher Bus, Bahn und Fahrrad.
  • Spezialisierte Bahnreisebüros suchen Ihnen Bahnverbindungen zu schönen Urlaubsorten heraus.
  • Ein voll besetztes Auto belastet die Umwelt weit weniger als die Anreise mit dem Flugzeug.

Am Boden bleiben: Flugreisen sind besonders umweltschädlich. Ein Flug von Deutschland auf die Kanarischen Inseln und zurück (Entfernung: 2 x 3.200 km) verursacht pro Person eine Klimawirkung von knapp 1,8 Tonnen CO2. Mit einem Mittelklassewagen können Sie dafür rund 12.000 km fahren. Kreuzfahrten sind ebenfalls sehr umweltbelastend. Insbesondere Flugreisen und Kreuzfahrten sollten deshalb auch im Urlaub die Ausnahme bleiben.

Umweltfreundliche Unterkünfte: Auf der Suche nach besonders umweltschonenden Reiseangeboten helfen ihnen Umweltzertifikate und Labels. Sie kennzeichnen Angebote, die zum Beispiel Energie und Wasser sparen und die Umweltauswirkungen des Tourismus reduzieren.

  • Travelife, TourCert und Viabono sind Initiativen, die sich für nachhaltigen Tourismus einsetzen. Sie zertifizieren umweltschonende Urlaubsanbieter.
  • Die Webseite „Label-online“ bietet einen Überblick sowie weitere Informationen auch zu Labeln und Zertifikaten aus dem Tourismusbereich.
  • Mehr als 100 Reiseveranstalter gehören zum „Forum anders Reisen". Sie bieten eine breite Auswahl umweltverträglicher Reisen in alle Welt an.

Umweltbewusstsein im Reisegepäck: Ob Mülltrennung oder der sparsame Umgang mit Energie und Wasser - Routinen, die für Sie zu Hause selbstverständlich sind, sollten Ihnen auch im Urlaub nicht schwer fallen. Insbesondere in südlicheren Ländern ist Wasser oft knapp. Gehen Sie deshalb auch ohne Wasserzähler sorgsam mit Wasser um (siehe unsere Tipps zum Trinkwasser). Beim Winterurlaub sind Heizkosten ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Pauschalkosten. Allein schon deshalb ein Grund, energiebewusst zu heizen (siehe unsere Tipps zum Heizen). Zudem können Sie Ihr Reisegepäck reduzieren. Viele Dinge wie Babybetten und Sportausrüstung können oft vor Ort ausgeliehen werden. Dies reduziert den Platzbedarf im Auto, im Flugzeug oder in der Bahn und damit auch das Transportgewicht. Emissionen werden so verringert – und gleichzeitig die Nerven geschont.

Tapetenwechsel – im Tausch: Internetplattformen ermöglichen es, die eigene Wohnung oder das eigene Haus mit anderen interessierten Menschen zu tauschen oder sich gegenseitig zu besuchen. Punktesysteme ermöglichen auch einen Ringtausch. Diese Art zu reisen entlastet die Umwelt, da keine zusätzlichen Unterkünfte gebaut werden müssen. Teilweise sind die Plattformen kostenlos, teilweise gebührenpflichtig. Eine genaue Lektüre der Teilnahme- und Haftungsbestimmungen empfiehlt sich. Ein erster Überblick findet sich bei Stiftung Warentest. Für Radfahrer, Bahnreisende und Wanderer hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Deutschland ein spezielles Angebot („Dachgeber“).

Was Sie noch tun können:

  • Sie wollen oder können nicht auf eine Reise per Flugzeug oder Schiff verzichten? Dann gleichen Sie die Treibhausgasemissionen durch freiwillige Kompensationszahlungen aus (siehe unsere Tipps zur Kompensation).
  • Beachten Sie unsere Tipps zur Mobilität  (Bus und Bahn fahren, Flugreisen).
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Hintergrund

Umweltsituation: Der Ausstoß der CO2-Emissionen im Tourismus liegt bei weit über einer Milliarde Tonnen. Davon entfallen 40 Prozent auf Flugreisen, 32 Prozent auf den Autoverkehr und 21 Prozent auf die Unterkünfte. Der Tourismus nimmt große Flächen in Anspruch. Das beinhaltet den Bau der Hotels und Ferienhäuser, aber auch die Verkehrsinfrastruktur und Freizeiteinrichtungen. Ist die Saison kurz, stehen die Unterkünfte häufig leer. Zudem sind viele Urlaubsarten mit größerem Ressourcenverbrauch verbunden. Zum Beispiel sind für das Betreiben von Pools, Golfplätzen sowie Beschneiungsanlagen von Skipisten meist große Mengen Wasser nötig. 

Marktbeobachtung: Der Tourismus wächst weltweit um drei bis fünf Prozent jährlich. Seit 2009 stieg der Umsatz in der Branche jedes Jahr. Jeder deutsche Verbraucher gibt im Schnitt 950 Euro im Jahr für einen Haupturlaub und 270 Euro für eine Kurzreise aus.

 

Quellen

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 Reisen  Urlaub  Fernreise  Freiwillige Kompensation von Treibhausgasen