Wettbewerb Wir und die Zukunft: der grüne Blick

Themen

Umweltökonomie und Umweltmanagement

Aktuelles

Service

Verwandte Sachgebiete im UBA

 

 

 

Sie sind hier: Startseite > Umweltökonomie und Umweltmanagement - Aktuelles > Umweltschutz und Beschäftigung

to the English version of this page

Umweltökonomie und Umweltmanagement

Umweltschutz und Beschäftigung

Letzte Änderung: 05.03.2012

Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes in Deutschland

Die Veröffentlichungen des Umweltbundesamtes zur Schätzung der Beschäftigungswirkungen haben Tradition. Seit 1990 wurden alle vier Jahre neue Schätzungen vorgelegt. Erfasst werden in diesen Studien die „Bruttobeschäftigungswirkungen” des Umweltschutzes, das heißt diejenigen Arbeitskräfte, die Waren für den Umweltschutz produzieren (Beispiel Dieselrußfilter), Dienstleistungen erbringen (Beispiel: Energieeinsparberatung) oder direkt mit Umweltschutzaufgaben betraut sind, wie zum Beispiel die Beschäftigten in den Umweltämtern oder im Naturschutz.

Die Auswertung der aktuellen Daten zur Beschäftigung im Umweltschutz zeigt, dass im Jahr 2006 fast 1,8 Millionen Menschen im Umweltschutz beschäftigt sind. Das sind 4,5 Prozent aller Erwerbstätigen. Zwei Jahre zuvor waren es noch 3,8 Prozent. Die Bedeutung des Umweltschutzes für den Arbeitsmarkt ist damit deutlich gestiegen. (siehe Abb. und Tab. „Erwerbstätige im Umweltschutz”). Dies unterstreicht, dass der Umweltschutz ein bedeutender und stabilisierender Faktor für den Arbeitsmarkt in Deutschland ist. (Hintergrundpapier „Beschäftigung im Umweltschutz 2006”)

Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung sind klassische Bereiche, in denen Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen, Bund, Länder oder Kommunen in Umweltschutz investieren. Die Produktion der Sachgüter, die für den Betrieb und die Wartung der Umweltschutzanlagen erforderlich sind, schafft ebenfalls Arbeitsplätze. Auf Investitionen und Sachausgaben für den klassischen Umweltschutz entfielen 2006 insgesamt 350 000 Beschäftigte. Den weitaus größten Anteil verzeichneten allerdings die Personalaufwendungen und umweltorientierten Dienstleistungen mit etwa 1,1 Mio. Arbeitsplätzen – fast zwei Drittel der gesamten Jobs im Umweltschutz. Dem Export von Umweltschutzgütern lassen sich knapp 50 000 Arbeitsplätze zurechnen und den erneuerbaren Energien 235 600 Arbeitsplätze (siehe Abb. und Tab. „Erwerbstätige im Umweltschutz”).

Die für 2006 geschätzte Zahl von nahezu 1,8 Mio. Personen ist die Untergrenze der tatsächlichen Umweltschutzbeschäftigung in Deutschland – tatsächlich arbeiten noch mehr Menschen im Umweltschutz. Denn etliche Bereiche – wie ökotourismus, umweltorientierte Versicherungswirtschaft und produktintegrierter Umweltschutz – sind wegen mangelnder Datengrundlagen nach wie vor nicht oder nur unzureichend enthalten.

Umweltschutzbeschäftigung – Entwicklung im Zeitablauf

Die Kurve zeigt nach oben: 290 000 Beschäftigte im Umweltschutz mehr weist die aktuelle Schätzung gegenüber dem letzten Jahr der Erfassung aus (siehe Abb. und Tab. „Erwerbstätige im Umweltschutz”). Die Entwicklung wird von gegenläufigen Trends geprägt. Neue Jobs entstehen vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien, durch den boomenden Export von Umweltschutzgütern und bei umweltorientierten Dienstleistungen. Dagegen stagnierte zuletzt die Bedeutung von Umweltschutzinvestitionen und Sachausgaben in den klassischen Bereichen Abfall, Gewässer, Lärm und Luft – das in der Schätzung angegebene Plus von 22 000 Arbeitsplätzen durch Investitionen ist weitgehend auf die verbesserte Schätzmethodik zurückzuführen – schon 2004 waren also mehr Menschen in der Umweltschutzwirtschaft beschäftigt als damals angenommen.

Schätzung der Beschäftigungswirkungen durch Export von Umweltschutzgütern stellt Untergrenze dar

Die Exporte von Waren und Dienstleistungen für den Umweltschutz sichern im Inland zunehmend Arbeitsplätze. Mit seiner Spitzenposition auf dem internationalen Markt profitiert Deutschland seit Jahren von der wachsenden Nachfrage im Ausland. Die für 2006 geschätzte Zahl von 49 000 Beschäftigten, die ihren Job dem Export verdanken, bringt dies nur ansatzweise zum Ausdruck. Da integrierter Umweltschutz nur unzureichend erfasst ist, dürften die Beschäftigungseffekte der Umweltschutzexporte deutlich höher liegen.

Umweltorientierte Dienstleistungen dominieren die Umweltschutzbeschäftigung

Umweltorientierte Dienstleistungen werden in allen Wirtschaftszweigen der deutschen Volkswirtschaft erbracht. Sie treten also nicht nur in dem sogenannten Dienstleistungssektor, sondern zunehmend auch in Bereichen auf, die dem produzierenden Gewerbe oder der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen sind (siehe Abb. „Erwerbstätige in umweltorientierten Dienstleistungen”). Mit mehr als 1,1 Mio. Beschäftigten entfielen im Jahr 2006 fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze im Umweltschutz auf umweltorientierte Dienstleistungen. Leicht rückläufig waren die umweltorientierten Dienstleistungen im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe, während in den meisten anderen Wirtschaftszweigen ein deutliches Beschäftigungsplus festzustellen ist.

Rapides Beschäftigungswachstum bei erneuerbaren Energien

Die Nutzung erneuerbarer Energien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Dies spiegelt sich auch in der Beschäftigung wider. Sie wuchs innerhalb von drei Jahren um gut 55 % – von 160 500 Beschäftigten im Jahr 2004 auf 249 300 im Jahr 2007 (siehe Tab. „Beschäftigte durch Nutzung Erneuerbarer Energien”). Neueste Schätzungen besagen, dass die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich im Jahr 2008 auf rund 278 000 gestiegen ist.

Mit Ausnahme der Wasserkraft trugen alle Sparten erneuerbarer Energien zu dem Wachstum bei. Den weitaus höchsten Anteil verzeichnet mittlerweile die Biomasse, zu der auch Biokraftstoffe und Biomassebrennstoffe zählen. Die höchsten Steigerungsraten erreichten Solarwirtschaft und Geothermie – allerdings ausgehend von einem relativ geringen Niveau.

Für die nächsten Jahre ist zu erwarten, dass erneuerbare Energien – als wichtiger Eckpfeiler des Klimaschutzes – weiter an Bedeutung gewinnen. Mit dem auf der Kabinettsklausur in Meseberg beschlossenen Klimaschutzprogramm setzte die Bundesregierung im August 2007 wichtige Impulse. Das Programm sieht vor, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 25 bis 30 % steigen soll. Im Jahr 2007 betrug der Anteil 14,2 %.

Weitere Informationen

 

 

Startseite | Presse | Publikationen | Das Umweltbundesamt | Service & Kontakt | Daten | Jobs | Termine | Impressum | English | Sitemap