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Letzte Änderung: 23.05.2013
Die Bedeutung des Umweltschutzes für die deutsche Wirtschaft wird immer größer. Um diese Entwicklung zu dokumentieren, ermittelt das UBA regelmäßig die Produktionsstruktur der deutschen Umweltschutzwirtschaft und analysiert ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dazu ist zu definieren, welche Güter, wie etwa Filtertechnologien oder Windturbinen, dem Umweltschutz zuzuordnen sind. Eine neue UBA-Studie zeigt, welche methodische Vorgehensweise dafür geeignet ist. Sie enthält außerdem eine neue Liste der Umweltschutzgüter, die auf dem aktuellen Güterverzeichnis der Produktionsstatistik basiert.
„Green Economy“ ist für die deutsche Industrie nicht nur ein „grünes Nischenthema“. Das hat eine Umfrage des ifo Instituts im Auftrag des UBA ermittelt. Vor allem die Erhöhung der Energieeffizienz spielt eine zunehmend größere Rolle. Die Nachfrage der Endverbraucher nach umweltverträglichen Produkten macht sich besonders in der Verbrauchsgüterindustrie bemerkbar.
Die Umweltwirtschaft ist jung: Mehr als zwei Drittel der Markteintritte von Umweltunternehmen ist nicht älter als 30 Jahre. Das hat eine Umfrage des ifo Instituts im Auftrag des UBA ermittelt. 60 Prozent der befragten Umweltbetriebe zählen sich zur Dienstleistungsbranche. Schwerpunkte liegen gerade in den Bereichen, die in Zusammenhang mit der Energiewende und der Ressourcenschonung - also mit wichtigen Zukunftsaufgaben - stehen.
So präsentiert sich die deutsche Umwelt- und Klimaschutzwirtschaft im internationalen Vergleich. Deutschland war mit einem Welthandelsanteil von 15,4 Prozent auch 2009 Exportweltmeister bei Umwelt- und Klimaschutzgütern. Außerdem gehörte die Bundesrepublik in allen Umweltbereichen zu den wichtigsten Patentanmeldern. Um diese Position in Zeiten immer stärkerer Konkurrenz verteidigen zu können, muss die deutsche Umweltpolitik weiter anspruchsvoll gestaltet sein. Besonders wichtig ist dabei der Klimaschutz, da Klimaschutztechniken weltweit eine immer größere Bedeutung bekommen.
Der positive Trend hält an: Im Jahr 2008 arbeiteten fast zwei Millionen Menschen für den Umweltschutz. Beinahe jeder 20. Arbeitsplatz (4,8 Prozent) in Deutschland war dort angesiedelt. Als Jobmotor wirken vor allem die erneuerbaren Energien, aber auch umweltorientierte Dienstleistungen und der Export von Umweltschutzgütern. Neue Impulse werden von der Energiewende ausgehen, zum Beispiel bei der energetischen Gebäudesanierung.
Deutschland ist auf dem Weg zu einer Green Economy. Zum Erwirtschaften der gleichen Erträge werden weniger Rohstoffe, Flächen und Energie benötigt als vor 10 Jahren. Zugleich wächst die Bedeutung des Umweltschutzes als Wirtschaftsfaktor. Wie der Umweltwirtschaftsbericht zeigt, bestehen große Beschäftigungschancen vor allem beim Klimaschutz, der Steigerung der Ressourceneffizienz und dem Export von Umwelt- und Effizienztechnologien.
Um zu erkennen, wie EMAS in der Praxis funktioniert und ob es verbessert werden kann, ließen BMU und UBA alle deutschen Unternehmen und Organisation befragen, die am freiwilligen europäischen Umweltmanagementsystem EMAS teilnehmen. 86 Prozent der Befragten vergeben ein Hervorragend oder Gut. 71 Prozent sehen Optimierungspotenzial. Größtes Manko: der geringe Bekanntheitsgrad. Bessere Öffentlichkeitsarbeit könnte bewirken, dass mehr potenzielle Kunden EMAS kennen und sich deshalb für ein zertifiziertes Unternehmen entscheiden.
Seit 1995 hat sich die Energieeffizienz in Deutschland erheblich verbessert. Der Energieverbrauch fiel deshalb im Jahr 2011 um rund 2.400 Petajoule bzw. 21 Prozent geringer aus als in einem Vergleichsszenario ohne Verbrauchseinsparungen. Diese Einsparungen senken die Kosten der Unternehmen und stärken die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher. Modellrechnungen zeigen, dass die höhere Energieeffizienz eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 33 Milliarden Euro bewirkte und 400.000 Arbeitsplätze entstanden.
Einem Dorf in Ghana den Umstieg auf Solarstrom ermöglichen oder eine Kläranlage auf Haiti energieeffizienter machen – der „Clean Development Mechanism“ (CDM) erlaubt es Industrieländern, ihre Kyoto-Klimaschutzverpflichtungen zum Teil auch durch Projekte in Entwicklungsländern zu erfüllen. Deutschen Unternehmen, die entsprechende Technik anbieten, kann dies auch neue Märkte im Ausland erschließen. Der Anteil deutscher Technik im CDM-Markt beträgt heute knapp 20 Prozent, könnte aber zum Beispiel durch bessere Informationsangebote noch gesteigert werden, wie eine Studie im Auftrag des UBA herausfand.
Durch clevere Energiemanagementsysteme lassen sich Strom- und Heizkosten senken. Das belegen zahlreiche Praxisbeispiele: Ein Baustoffhersteller reduzierte seine Energiekosten durch den Einsatz von Wärmetauschern um 450.000 Euro pro Jahr und stieß 3.225 Tonnen CO2 weniger aus. Ein Versandhandel konnte ohne finanziellen Aufwand 5.500 Euro im Jahr einsparen, indem er die Beleuchtung optimal einstellte. Wie sich solche Einsparpotentiale erkennen und umsetzen lassen, zeigt der aktualisierte Leitfaden "Energiemanagementsysteme in der Praxis - ISO 50001“ – herausgegeben von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium.
Mit energetischen Sanierungen ließen sich bis zum Jahr 2030 im Gebäudesektor nahezu 30 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen. Doch derzeit wird nur etwa ein Drittel der wirtschaftlich lohnenden Energiesparpotenziale ausgeschöpft. Ein Grund: Es mangelt an qualifizierten Fachkräften. „Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive für die energetische Gebäudesanierung.“, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Wie sich Wirkungen des Klimawandels beziffern lassen und wie das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ist, trägt eine Literaturstudie des UBA zusammen.