Letzte Änderung: 10.08.2010
Im Rahmen der regelmäßigen Repräsentativumfragen von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zum "Umweltbewusstsein in Deutschland" zeigt sich immer wieder eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem potenziellen und dem heute tatsächlich realisierten bürgerschaftlichen Engagement im Umweltschutz. Nur 4% der Befragten sind gemäß eigener Auskunft in ehrenamtlichen Tätigkeiten oder in einzelnen Projekten und Aktivitäten engagiert, aber 36% bekunden daran ein generelles Interesse. Wird eine konkrete Zweckbindung für das Engagement genannt - wie z. B. der Einsatz zum Schutz der biologischen Vielfalt -, dann steigt die Anzahl der Engagementbereiten sogar auf fast die Hälfte der Befragten (gemäß Umfrage im Jahre 2008).
Daher haben Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium im Jahr 2004 das Forschungsprojekt "Motivation in der Bevölkerung, sich für Umweltthemen zu engagieren – Eine qualitative Studie mit Fokusgruppen" in Auftrag gegeben. Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) hat das Projekt durchgeführt. Dessen Hauptergebnis, die Studie: "Mobilisierung von Umweltengagement. Wie Unterstützungsmöglichkeiten für Umwelt- und Naturschutz erschlossen werden können", ist im Jahre 2007 in der Reihe "Zukunftsstudien" des IZT im Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main u. a. erschienen und über den Buchhandel zu beziehen.
Das Ziel des Projektes war es zu ermitteln, welche Chancen und Barrieren für die Mobilisierung von Engagementpotenzialen in der Bevölkerung zur Unterstützung von Umwelt- und Naturschutzverbänden bestehen sowie Perspektiven für die Erschließung der vielfältigen Engagementpotenziale abzuleiten. Dies bezieht sich auf ganz unterschiedliche Engagementmöglichkeiten wie z.B. Spenden, Mitgliedschaft in einer Umweltorganisation, ehrenamtliches Engagement oder Mitarbeit in einzelnen Projekten. Ein Überblick über die verschiedenen Fragestellungen und Vorgehensweisen im Projekt kann hier eingesehen und heruntergeladen PDF / 111 KB werden.
Folgende Forschungsfragen standen im Zentrum der Projektarbeit:
Die Projektarbeit war eingebunden in die Tätigkeit des "Fachbeirats Fundraising", der zwischen 2002 und 2005 beim Bundesumweltministerium eingerichtet worden war. Darüber gibt der Projektverlaufsbericht PDF / 295 KB detaillierte Auskunft.
Einen zentralen Arbeitsschritt im Projekt bildete die Durchführung von acht Fokusgruppen mit Bürgerinnen und Bürgern, um Motivationen für ein Umweltengagement zu erfragen sowie Hemmnisse und förderliche Faktoren für das Engagement zu eruieren. Weiterhin stand dabei die Frage im Mittelpunkt, wie die Verbände die Methode Fokusgruppen selber nutzen können, um ein besseres Verständnis ihrer Mitglieder sowie anderer strategisch wichtiger Zielgruppen zu erhalten. Damit können die Grundlagen für erfolgreiches Fundraising geschaffen sowie Methoden zur erfolgreichen Gewinnung neuer Mitstreiter entwickelt werden. Das Ergebnis ist ein Leitfaden für Umwelt- und Naturschutzorganisationen PDF / 160 KB.
Vorbereitet wurde die Projektarbeit u. a. durch das Gutachten: "Die Bedeutung der veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit von Umweltverbänden - am Beispiel des Zivildienstes und des bürgerlichen Engagements", das vom Institut für Ökologie und Naturschutz, Eberswalde erarbeitet wurde und in der Schriftenreihe der UNESCO-Verbindungsstelle für Umwelterziehung erschienen ist.
Konkretes Umweltengagement entsteht in aller Regel durch Akteure vor Ort - beispielsweise in Umweltzentren oder in konkreten Nachhaltigkeitsinitiativen. Tatsächlich sind in vielen Orten und Regionen engagierte Menschen dabei, Nachhaltigkeit im Alltag zu praktizieren. Im Mittelpunkt eines von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamtes geförderten zweijährigen Projekts des Bundesverbandes der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung e. V. (ANU) in Kooperation mit der Bildungsagentur econtur aus Bremen stand die Förderung der Zusammenarbeit von Nachhaltigkeitsinitiativen und Umweltzentren. Acht ausgewählte Kooperationen wurden ein Jahr begleitet und durch zielgerichtete Interventionen gestärkt. Der Bericht kann auf der Website der ANU (unter: Abgeschlossene Projekte, Nachhaltigkeitsinitiativen, Stichwort "Aktiv für Nachhaltigkeit") heruntergeladen werden. Die konzeptionellen Grundlagen zu dieser Arbeit waren vom econtur-Institut bereits vorher in dem Bericht "Möglichkeiten zur Erhöhung des Dynamikpotenzials in Nachhaltigkeitsinitiativen" dargestellt worden, der als UNESCO-Heft erschienen ist.