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Letzte Änderung: 03.02.2012
Am Rande der Klimakonferenz in Durban sprachen sich hochrangige Staatsvertreter für den verstärkten Wiederaufbau von Wäldern aus: „Die weltweiten Anstrengungen zum Schutz der Wälder müssen verstärkt werden, um sowohl Klimaschutz- als auch Naturschutzziele zu erreichen.“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth in einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Weltweit werden jährlich noch 13 Millionen Hektar Wald gerodet. Etwa 2 Milliarden Hektar Fläche stünden global aber zur Verfügung, um zerstörte oder degenerierte Wälder wieder herzustellen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erinnerte daran, dass Wälder wegen ihrer vielfältigen „Dienstleistungen“ – als Kohlenstoffsenke, für den Erhalt der biologischen Vielfalt und als Lieferant von Rohstoffen – besser geschützt werden müssen.
Stickstoffverbindungen aus Landwirtschaft, Industrie, Haushalt und Verkehr werden über die Luft transportiert und schädigen Land- und Wasserökosysteme. Im nun abgeschlossenen MAPESI-Vorhaben wurden die atmosphärischen Einträge von Stickstoff und Schwefel für die Jahre 2005 bis 2007 ermittelt. Auf 75 Prozent der Fläche liegen die Einträge noch immer über den Werten, die langfristig verträglich sind (Critical Loads). Prognosen zeigen, dass ohne zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsminderung kritische Werte auch 2020 noch deutlich überschritten werden.
Das gemeinsame Konzept von BfN und UBA zur Biodiversitätsforschung legt Themenschwerpunkte zur Unterlegung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) vor. Ziel ist, Schutz und Nutzung der biologischen Vielfalt weiter zu verbessern oder trägfähig umzusetzen. In der UN Dekade zur biologischen Vielfalt soll das Konzept sowohl der Wissenschaft als auch der Forschungsförderung als Anregung dienen.
Reaktiver Stickstoff ist einerseits ein lebensnotwendiger Nährstoff, andererseits ein Schadstoff für Mensch und Umwelt. Erwünscht auf dem Acker als Dünger, wird er z.B. als Stickstoffdioxid in der Luft zu einer Gefahr für die Gesundheit. Diese unterschiedlichen Wirkungen, die wichtigsten Quellen und die Möglichkeiten zur Reduzierung der Einträge reaktiver Stickstoffverbindungen in die Umwelt werden in der neuen Broschüre des UBA vorgestellt.
Mit dem Aufruf: „Den Worten müssen Taten folgen“ hat die EU-Kommission am 3. Mai einen Vorschlag für die zukünftige, europäische Biodiversitätspolitik verabschiedet. Die Strategie „Unsere Lebensversicherung, unser Naturkapital: eine Biodiversitässtrategie bis 2020" enthält 6 Hauptziele zur Vermeidung des Artensterbens in Europa und zum Schutz der Ökosysteme. Derzeit befindet sich der Strategievorschlag im Abstimmungsprozess. Das UBA begrüßt die neue EU-Strategie, weist in einer Einschätzung PDF / 113 KB aber auch auf Fehlstellen hin, die noch geschlossen werden müssen.
Wie wirkt sich die Landwirtschaft auf Boden, Wasser, Luft, das Klima und die biologische Vielfalt aus?“ In der Broschüre „Umwelt und Landwirtschaft“ aus der Reihe „Daten zur Umwelt“ finden Sie in den wichtigsten Zahlen und Fakten Antworten. Grafiken, Karten und Tabellen bilden die Zusammenhänge verständlich ab und sind Diskussionsgrundlage über mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft.
Die in Umweltprobenbanken gesammelten Proben wie Vogeleier oder Fischlebern helfen, die Belastung der Umwelt mit problematischen Stoffen langfristig zu beobachten. Sie sind deshalb ein wichtiger Baustein, um den Erfolg der EU-Chemikalienpolitik REACH zu überprüfen. Wie genau die 16 europäischen Umweltprobenbanken dazu beitragen können, diskutierten Fachleute im Juni 2010 auf einer Konferenz in Berlin. Nun ist der Konferenzbericht erschienen.
Das Joint Research Center (JRC), die gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission, stellt im Europäischen Atlas der Boden-Biodiversität erstaunliche Bodenorganismen und deren Funktionen im Boden zusammen.
1. Der Verlust von Biodiversität und der Klimawandel sind zwei wesentliche Probleme unserer Zeit. Die Erhaltung der Boden-Biodiversität ist Teil der Lösung beider Probleme.
2. Das Hauptziel des vorliegenden Atlasses ist die Information der breiten Öffentlichkeit, der Politiker, Bodennutzer, Lehrer und der wissenschaftlichen Community über die einzigartigen Phänomene des Bodenlebens, die Verbesserung des Bewusstseins ihres ökologischen Wertes und der globalen Wichtigkeit.
3. Boden enthält etwa ein Viertel bis ein Drittel aller lebenden Organismen unseres Planeten, aber bisher ist nur etwa 1 Prozent der Bodenorganismen identifiziert, im Gegensatz zu 80 Prozent der Pflanzenarten.
4. Die meisten Prozesse und Funktionen der terrestrischen Ökosysteme (z.B. Bodenfruchtbarkeit, Nährstoffkreisläufe, Treibhausgasemissionen, Abbau schädlicher Stoffe, Antibiotika) hängen vom Funktionieren der Bodenbiologie ab. Allerdings sind diese Prozesse sehr komplex und schwierig zu beobachten (geringe Größe, meist im Boden verborgen). Daraus resultiert die Gefahr: Aus den Augen – aus dem Sinn!
5. In der thematischen Strategie EU zum Bodenschutz wurde festgestellt, dass die Bodenverschlechterung und die damit verbundenen negativen Effekte auf die Bodenbiologie eine Gefahr für das Funktionieren der Ökosysteme darstellt.
6. Die Anstrengungen zum Schutz von Lebensräumen im Boden haben demzufolge auch positive Effekte auf die Lebensräume auf dem Boden.
Die Bundesregierung verabschiedete im
Januar 2011 das Bundesprogramm Biologische Vielfalt zur Förderung von Maßnahmen
zur Umsetzung der Nationalen Strategie
zur biologischen Vielfalt. Die geförderten Maßnahmen sollen dazu beitragen,
den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel-
bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren.
Die hohen Einträge von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in die Umwelt bedrohen viele naturnahe Ökosysteme dauerhaft in ihrer Existenz. Die Begrenzung dieser landwirtschaftlichen Stoffflüsse ist somit ein entscheidender Schritt zum Schutz unserer biologischen Vielfalt. Am 21. und 22. Juni 2010 veranstaltete das UBA deshalb ein zweitägiges Dialogforum, um gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren Lösungsansätze zu diskutieren. Sowohl in den Betrieben, als auch auf Ebene der rechtlichen Rahmenbedingungen zeigten sich große Verbesserungspotentiale. Die Dokumentation der Ergebnisse liegt nun vor.
Die Vereinten Nationen erklärten die Jahre 2011 bis 2020 zur UN Dekade der biologischen Vielfalt, die alle Akteure weltweit aufruft, die auf der 10. Konferenz der Teilnehmerstaaten der Konvention zur Biologischen Vielfalt (COP 10 der CBD) in Nagoya (Japan) verabschiedete weitreichende Strategie zum Schutz der Biodiversität umzusetzen. Das übergeordnete, globale Ziel heißt, durch effektive und dringliche Maßnahmen bis 2020 den weltweiten Biodiversitätsverlust aufzuhalten.
Die in Nagoya beschlossene Strategie zur biologischen Vielfalt stellt klar, dass die Umweltbelastungen weiter reduziert werden müssen, um die Biodiversität wirksam zu schützen. Der neue Indikatorbericht zur nationalen Biodiversitätsstrategie zeigt, dass auch Deutschland z.B.im Gewässerschutz, beim Flächenverbrauch und bei den landwirtschaftlichen Stoffeinträgen noch weitere Anstrengungen machen muss.
Der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt kann nicht durch isolierte Aktivitäten einzelner Gruppen oder Staaten aufgehalten werden - vielmehr bedarf es allseitiger gemeinsamer Anstrengungen. Die Grundlage dafür bildet die am 22. Mai 1992 verabschiedete internationale Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD). Wie Umweltschutz zum Schutz der biologischen Vielfalt beiträgt, fasst eine neue UBA-Themenseite zusammen.