Trinkwasser

Wasserstrahl trifft von einer Hand gehaltenes Wasserglaszum Vergrößern anklicken
Trinkwasser ist in Deutschland sehr gut
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Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  • Löschen Sie Ihren Durst mit Wasser aus der Leitung: Das ist das kostengünstigste und umweltfreundlichste Getränk.
  • Lassen Sie Arbeiten an der Trinkwasser-Installation nur von Fachbetrieben ausführen.
  • Gehen Sie sorgsam mit warmem Wasser um: So sparen Sie Geld und Energie.
  • Schützen Sie unsere Trinkwasserressourcen: Werfen Sie keine Abfälle oder Giftstoffe in Ausguss oder Toilette.
 

Gewusst wie

Trinkwasser zählt in Deutschland zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Das Trinken von Leitungswasser erzeugt weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser.

Trinkwasser trinken: Ob gesprudelt oder nicht: Frisches Trinkwasser aus der Leitung kann in Deutschland nahezu ausnahmslos ohne Bedenken getrunken werden. Denn das Trinkwasser in Deutschland besitzt sehr gute Qualität. Dies gilt für die großen zentralen ebenso wie auch – mit ganz wenigen Ausnahmen – für die kleineren Wasserversorgungsanlagen. Beachten Sie dabei: Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Trinkwasser-Installation "stagniert" (gestanden) hat, sollte nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden. Lassen Sie Stagnationswasser ablaufen und machen Sie die „Fingerprobe“: Frisches Wasser ist merklich kühler als Stagnationswasser.

Qualität prüfen: Ihr Wasserversorger ist verpflichtet, Sie durch geeignetes und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des Trinkwassers zu informieren (z.B. über die Analysedaten und weitere Informationen im Internet). Die letzten Meter der Wasserleitung liegen allerdings nicht mehr in der Verantwortung der Wasserversorger, sondern in der Verantwortung der Hauseigentümer. Insbesondere im Falle von Verunreinigungen durch Blei, aber auch durch Mikroben (z.B. Legionellen) sind diese letzten Meter entscheidend. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu „Blei im Trinkwasser“ und „Warmwasser“.

Fachkundige Installation: Schützen Sie das Trinkwasser innerhalb Ihres Hauses vor Problemen und Verunreinigungen, indem Sie Arbeiten an der Trinkwasser-Installation nur von Fachbetrieben ausführen lassen. Der Installationsbetrieb sollte für Leitungen und Armaturen nur Produkte mit dem Prüfzeichen eines akkreditierten Zertifizierers verwenden. Ihr Wasserversorger führt dafür ein „Verzeichnis eingetragener Installationsbetriebe“.

Geringe Kosten: Trinkwasser ist im Vergleich zu anderen Getränken extrem günstig. Für einen Cent bekommt man in etwa 2 Liter Trinkwasser aus der Leitung (inkl. Abwassergebühr). Ein Zwei-Personen-Haushalt braucht durchschnittlich jährlich 80 m3 Trinkwasser. Die Kosten dafür betragen im Schnitt 190 € für das Wasser und zusätzlich rund 240 € Abwassergebühr. Das macht 215 Euro pro Person und Jahr. Mit anderen Worten: Pro Tag macht das rund 60 Cent für über 100 Liter Trinkwasser als Lebensmittel und für alle sonstigen häuslichen Verwendungszwecke.

Energie sparen: Warmwasser muss extra erhitzt werden. Im Schnitt fließen 10 % der Energiekosten eines Haushalts in die Bereitung von Warmwasser. Ein sparsamer Umgang mit warmem Wasser spart Geld und vermeidet CO2-Emissionen. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu „Warmwasser sparen“.

Wasser nicht unnötig verschmutzen: Unverbrauchte oder abgelaufene Arzneimittel gehören genau so wenig in den Abfluss wie Farbreste oder andere wassergefährdende Chemikalien. Wie Sie diese in Ihrem Wohngebiet am besten entsorgen, erfahren Sie aus der interaktiven Entsorgungslandkarte. Sie können Arzneimittelreste wie Chemikalien bei der Schadstoffsammelstelle (Recyclinghof) abgeben oder aber in den Hausmüll (Restmülltonne) tun – mit diesem werden sie verbrannt oder unschädlich deponiert. Geruchsbildende Abfälle wie Windeln oder Damenbinden gehören ebenso wie auch „normale“ Abfälle in den Restmüll. Damit verhindern Sie das Verstopfen Ihrer Abwasserleitungen und entlasten die Kläranlagen.

Was Sie noch tun können:

  • Reparieren Sie tropfende Wasserhähne: Aus einzelnen Tropfen können im Laufe eines Jahres über 1.000 Liter werden. Insbesondere bei Warmwasserleitungen führt ein tropfender Wasserhahn zu vermeidbaren Kosten.
  • Verwenden Sie Stagnationswasser zum Blumengießen.
 

Hintergrund

Umweltsituation: In Deutschland garantiert die gute Einhaltung der Trinkwasserverordnung, dass Trinkwasser gesundheitlich unbedenklich und frei von vermeidbaren Verunreinigungen ist und am „Wasserhahn“ in einwandfreiem Zustand entnommen werden kann. Mehr als 99 % der Messwerte des deutschen Trinkwassers genügen den Güteanforderungen der Trinkwasserverordnung oder übertreffen sie deutlich.

Gesetzeslage: Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), alle drei Jahre einen Bericht an die Verbraucher über die Qualität ihres Trinkwassers vorzulegen. In Deutschland verfassen diese Berichte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Umweltbundesamt (UBA).

  • Blei: Seit Dezember 2013 liegt der Grenzwert für Blei bei 0,01 mg/l und kann nur in einer bleifreien Installation verlässlich eingehalten werden. Noch heute sind in manchen Altbauten Bleileitungen zu finden. Vermieter sind darüber auskunftspflichtig. Nur in Teilen Süddeutschlands (Bayern und BaWü) kommen Bleileitungen schon seit Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr zum Einsatz. Blei ist ein Nerven- und Blutgift, das sich im Körper anreichert. Schwangere Frauen, Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet. Bleigehalte des Trinkwassers zwischen 0,010 und 0,025 Milligramm pro Liter (mg/l) vor und während der ersten Lebensjahre können die Intelligenzentwicklung beeinträchtigen. Die Anwendung von Filtern zur Bleientfernung ist nicht sinnvoll. Für den Gebrauch von Trinkwasser zur Körperpflege gibt es hinsichtlich seines Bleigehaltes keine Einschränkungen.
  • Nitrat: Überschreitungen des Grenzwertes für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) werden seit 1999 deutlich seltener: Lag die Überschreitungsrate 1999 noch bei 1,1 %, so war sie 2004 bereits auf 0,13 % und 2007 auf 0,08 % gesunken. In den Folgejahren blieben Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser die seltene Ausnahme.

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