Autoklimaanlage

silbergraues Auto mit der Aufschrift "CO2-Klimaanlagen - klimafreundlich und effizient, R744" und dem Logo des Umweltbundesamteszum Vergrößern anklicken
UBA-Dienstwagen mit CO2-Klimaanlage vor dem UBA-Dienstgebäude in Langen/ Hessen (2015)

Die Protoptyp-Klimaanlage im UBA-Dienstwagen wurde 2015 ertüchtigt. Seit dem Frühsommer 2015 kühlt der UBA-Dienstwagen mit einem neuen CO2-Kompressor.

Quelle: Klaus Hein / UBA

Unsere Tipps

  • Achten Sie schon beim Kauf des Pkw auf den Kraftstoffverbrauch der Klimaanlage.
  • Beachten Sie Tipps zum sparsamen und gesunden Klimatisieren.
  • Denken Sie an eine regelmäßige Wartung in einer Werkstatt.

Gewusst wie

Die Autoklimaanlage ist neben dem Motor der größte Verbraucher im Auto. Ein durchschnittlicher Mehrverbrauch von zehn bis 15 Prozent gegenüber der Fahrt ohne Klimanlage ist zu erwarten.

Worauf sie beim Kauf achten sollten:

  • Achten Sie auf einen geringen Kraftstoffverbrauch der Klimaanlage. Bisher beinhalten die Verbrauchsangaben der Autohersteller nicht die Verbräuche der sogenannten Nebenaggregate, wie die der Klimaanlage (siehe Grafik: Kraftstoff-Mehrverbrauch durch Nebenaggregate). Das wird sich erst ändern, wenn wie geplant eine europäische Vorschrift zur Angabe des Verbrauches der Klimaanlage erlassen wird.
  • Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Der Kraftstoffverbrauch von Klimaanlagen kann sehr unterschiedlich sein. Manuell geregelte Klimaanlagen mit ungeregeltem Kompressor verbrauchen in der Regel mehr Kraftstoff als Systeme mit Klimaautomatik und modernem elektronisch geregeltem Kompressor (siehe Grafik: Mehrverbrauch von Klimaanlagen mit unterschiedlichen Regelungssystemen bei 25°C Außentemperatur).
  • Sonnenschutzverglasung kann die Wärme, die ins Auto gelangt, vermindern. Mittlerweile gibt es sogar durchsichtige Scheiben, die das Sonnenlicht gut reflektieren. Auch eine nicht allzu schräg geneigte Frontscheibe vermindert den Wärmeeinfall. Autos mit hellen oder speziellen wärmereflektierenden Außen- und Innenoberflächen erhitzen sich etwas weniger.
  • Als Kurzstrecken- oder Wenigfahrer können Sie möglicherweise auch ganz auf eine Klimaanlage im Auto verzichten, sofern der Hersteller dies als Option anbietet. Denn mittlerweile haben die meisten Neuwagen standardmäßig eine Klimaanlage.

Tipps zum Energiesparen und Gesundbleiben:

  • Parken Sie Ihr Auto im Sommer möglichst im Schatten.
  • Lüften Sie das Auto im Sommer vor dem Start einige Minuten, um heiße, angestaute Luft herauszulassen.
  • Halten Sie die Fenster bei der Fahrt geschlossen, offene Seitenfenster erhöhen den Spritverbrauch.
  • Kühlen Sie die Fahrerkabine gegenüber der Außentemperatur nur wenig ab, höchstens sechs Grad Celsius Unterschied.
  • Nutzen Sie den Umluftbetrieb.
  • Schalten Sie die Anlage nur ein, wenn sie den Innenraum abkühlen wollen, denn generell gilt: Die Nutzung der Klimaanlage erhöht den Kraftstoffverbrauch.
  • Klimaanlage auf Kurzstrecken aus: Bis die Klimaanlage wirksam kühlt, sind Sie längst da. Im Stadtverkehr verbraucht die Klimaanlage zudem mehr Treibstoff verglichen mit dem Überlandverkehr.
  • Schalten Sie die Klimaanlage schon vor Fahrtende aus und lassen sie nur den Lüfter an, das verhindert einen Pilzbefall der Anlage durch Restfeuchte.
  • Auch im Winter sollten Sie die Klimaanlage ab und zu laufen lassen. Überschüssige Feuchtigkeit im Innenraum, zum Beispiel sichtbar an beschlagenen Scheiben, wird reduziert und die Anlage bleibt gut geschmiert und damit dicht und funktionstüchtig.
  • Klimaanlage nicht zu kühl einstellen. Die übliche Wohlfühltemperatur liegt zwischen 21 und 23 Grad Celsius.
  • Den kalten Luftstrom nicht auf den Körper richten. Mit den Lufteintrittsdüsen den Luftstrom über die Schultern der vorne sitzenden Personen leiten.
  • Lassen Sie die Luftfilter mindestens alle zwei Jahre wechseln, für Allergiker, empfindliche Personen, Vielfahrer oder bei hoher Pollenbelastung öfter, zum Beispiel jedes Jahr.

In der Werkstatt:

  • Die Empfehlung vom Klimaanlagenexperten ist: regelmäßige Wartung etwa alle zwei Jahre. Das erhöht auch die Lebensdauer der Anlage.
  • Wenn die Kälteanlage nicht mehr richtig kühlt, zeitweise einen unangenehmen Geruch freisetzt oder bei anderen Auffälligkeiten sollten Sie die Anlage umgehend in einer geeigneten Werkstatt prüfen lassen.
  • Versuchen Sie sich nicht selbst an der Reparatur. Eingriffe in den Kältekreislauf der Klimaanlage dürfen nur von geschultem Personal durchgeführt werden. Die Werkstatt besitzt die Ausrüstung und Sachkunde für den Klimaservice und kennt die speziellen Vorgaben des Pkw-Herstellers zu Wartung und Reparatur.
  • Der Mechaniker prüft die Klimaanlage, wechselt den Luftfilter und desinfiziert die Anlage.
  • Bevor der Mechaniker Kältemittel in eine Anlage einfüllt, die eine über das Maß hinausgehende Kältemittelmenge verloren hat, sucht er das Leck und repariert es.
  • Nach einem Eingriff in die Anlage prüft er vor der Wiederbefüllung mit Kältemittel die Anlage auf Dichtheit.
  • Achten Sie auch darauf, dass bei Eingriff in die Anlage (Austausch von Bauteilen) der Filtertrockner und die entsprechenden Dichtungsringe erneuert werden.
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Hintergrund

Umweltsituation: Klimaanlagen sind mit Kältemitteln gefüllt. Standardkältemittel ist derzeit noch R134a - Tetrafluorethan - ein fluorierter Stoff, der als klimawirksames Gas 1.430-mal mehr als CO2 zur Erwärmung der Erdatmosphäre beiträgt. Der UN-Weltklimarat schätzt die Anzahl klimatisierter Autos im Jahr 2015 auf eine Milliarde. Technisch bedingt sowie bei der Wartung, bei Leckagen und Unfällen gelangt das Kältemittel in die Atmosphäre. Im Jahr 2015, so die Schätzung, ist weltweit eine Kältemittelmenge mit einer Treibhauswirkung von 270 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt und beschleunigt die globale Erwärmung. Auch in Deutschland und Europa steigen die freigesetzten Mengen klimaschädlicher Kältemittel weiter an. Mittlerweile ist in neuen Pkw-Typen die Klimaanlage mit dem brennbaren Kältemittel R1234yf - Tetrafluorpropen - befüllt, das nur ein kleines Treibhauspotenzial hat.

Gesetzeslage: Zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen erließ die Europäische Union die Richtlinie 2006/40/EG über Emissionen aus Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen. Diese Richtlinie fordert, dass ab 2011 in Klimaanlagen neuer Pkw-Fahrzeugtypen nur noch Kältemittel mit einem relativ geringen Treibhauspotenzial (kleiner 150) eingefüllt werden dürfen. Ab 2017 gilt dies für alle neuen Pkw. Das bedeutet, dass das bisherige Kältemittel R134a mit einem Treibhauspotenzial von 1.430 zukünftig ersetzt werden muss. Das Treibhauspotenzial (GWP) beschreibt, wie stark ein Stoff zur Erderwärmung beiträgt im Vergleich zur gleichen Menge Kohlendioxid (GWP=1).

Marktbeobachtung: Weil das Kältemittel R134a in Europa zukünftig schrittweise verboten wird, muss ein geeigneter Ersatz gefunden werden. Eine besonders umweltfreundliche Lösung wären Klimaanlagen mit dem natürlichen Kältemittel CO2 (Kohlendioxid), als Kältemittel mit R744 bezeichnet. Die deutsche Autoindustrie hatte bereits im Jahr 2003 CO2 als Lösung für die Pkw-Klimatisierung identifiziert und bis 2009 an der Entwicklung der notwendigen neuen Anlagentechnik gearbeitet. Parallel dazu bot jedoch seit 2007 die chemische Industrie das brennbare, fluorierte Kältemittel R1234yf – Tetrafluorpropen an. Sein Treibhauspotenzial ist mit vier gering. Durch seine chemische Ähnlichkeit versprach es weniger Aufwand bei der Umstellung und setzte sich schließlich als weltweiter Kompromiss durch. Die Entwicklung von CO2 Klimaanlagen wurde daraufhin eingestellt. CO2 würde aber im Gegensatz zu R1234yf bei Entweichen aus der Anlage keine schwer abbaubaren Stoffe freisetzen, wie zum Beispiel fluorierte Säuren wie Trifluoressigsäure, die sich in den Gewässern anreichert und für Algen giftig ist.
Die Brennbarkeit von R1234yf wurde schon länger, auch vom Umweltbundesamt, als kritisch für die Sicherheit im Pkw eingeschätzt. Im Herbst 2012 zeigten Versuche von Autoherstellern, dass sich R1234yf im Pkw bei Unfällen entzünden kann und dabei vor allem giftige Flusssäure freigesetzt wird.

Der brennbare Stoff R1234yf wird jedoch weiter eingesetzt; zusätzliche Brandschutzmaßnahmen sollen Abhilfe schaffen. Eine nicht brennbare Alternative ist noch nicht marktreif. Hersteller wie Mercedes Benz und Volkswagen wollen jedoch langfristig auf brennbare Kältemittel verzichten und entwickeln, zunächst für einige Modelle, Klimaanlagen mit CO2, die ab 2017 auf dem Markt verfügbar sein sollen. Aus vielen Gründen ist das Kältemittel CO2 für Pkw-Klimaanlagen eine gute und nachhaltige Lösung. CO2 ist nicht brennbar, nicht toxisch, hat keine umweltbedenklichen Abbauprodukte und ist weltweit zu günstigen Preisen verfügbar. CO2-Klimaanlagen kühlen das Fahrzeug schnell ab und sind energieeffizient zu betreiben. Im Sommer ist der Mehrverbrauch in Europa geringer und im Winter kann die Klimaanlage als Wärmepumpe geschaltet werden und so sehr effizient heizen.

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