Autoklimaanlagen mit klimaschonendem Kältemittel CO2

Ein silberner VW Touran steht vor Glastüren. Auf dem Auto steht in scharzer Schrift: CO2-Klimaanlagen - klimafreundlich und effizient zum Vergrößern anklicken
Das klimafreundliche Auto des Umweltbundesamtes (VW Touran)
Quelle: Gabriele Hoffmann / UBA

Seit Januar 2011 verbietet eine EU-Richtlinie fluorierte Treibhausgase mit einem Treibhauspotenzial über 150 in Autoklimaanlagen. Daher muss das bisherige Kältemittel Tetrafluorethan (R134a) ersetzt werden. CO2 als Kältemittel ist eine Alternative. Ein Dienstfahrzeug des UBA fährt seit 2009 mit einer CO2-Klimaanlage.

Das Kältemittel CO2 

CO2 als Kältemittel für Pkw-Klimaanlagen ist eine klimafreundliche Alternative zum bislang eingesetzten Kältemittel R134a,  das ab 2017 in Europa in neuen Pkw ersetzt werden muss. CO2 schädigt das Klima 1.430-mal weniger als R134a. CO2 hat eine hohe Kälteleistung, ist nicht brennbar, bildet keine Zerfallsprodukte und ist weltweit kostengünstig verfügbar. Der Kältetechniker benennt das natürliche Kältemittel Kohlendioxid (CO2) mit der Abkürzung  R744, R steht für Refrigerant (deutsch: Kältemittel). Mit CO2 kann man auch Wärmepumpen betreiben, also effizient heizen und mit integrierten Kühl-/Heizkonzepten im Winter zusätzlich Energie sparen.

UBA-Dienstfahrzeug mit CO2-Klimaanlage

Das Umweltbundesamt setzt seit 2009 ein Dienstfahrzeug ein, das mit einer CO2-Klimaanlage ausgerüstet ist. Messungen an der Prototypanlage im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Bundesumweltministeriums belegen die Leistungsfähigkeit des Kältemittels CO2 für die Klimatisierung. Die CO2-Klimaanlage kühlt den Innenraum in kurzer Zeit ab und arbeitet energieeffizient. In normalen europäischen Sommern ist der Energieverbrauch der CO2-Klimaanlage sogar geringer als der einer R134a-Serienklimaanlage. Messungen des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) bestätigten dieses Ergebnis. Nach 165.000 Kilometern Laufzeit funktioniert der CO2-Klimakompressor, das Herzstück jeder Klimaanlage, einwandfrei und weist immer noch eine hohe Dichtigkeit auf.

Die Protoptyp-Klimaanlage im UBA-Dienstwagen wurde 2015 ertüchtigt. Seit dem Frühsommer kühlt der UBA-Dienstwagen mit einem neuen CO2-Kompressor. Dieser ist so konstruiert, dass er die mittlerweile veränderten neuen Hersteller-Anforderungen an Geometrie und Abmessungen erfüllt. Das Bauteil muss sich nun im täglichen Betrieb bewähren. Ausgetauscht wurde bei dieser Gelegenheit auch ein Wärmeübertrager, da das Prototypteil äußere Korrosionsschäden aufwies.

Zukunft des Kältemittels CO2

Obwohl das Kältemittel CO2 schon Ende der neunziger Jahre für Pkw als mögliche Option galt, kann der Kunde heute noch keine Pkw mit CO2-Klimaanlagen kaufen. Ein Grund ist die notwendige Neuentwicklung der gesamten Klimaanlage, weil für CO2 druckfestere Bauteile nötig sind, die mit hohem Forschungs- und Entwicklungsaufwand verbunden ist. Das kann sich ab 2017 aber langsam ändern, wenn CO2-Klimaanlagen, wie sie im Luxussegment eines deutschen Herstellers angekündigt sind, auch für den Massenmarkt verfügbar werden. Mittlerweile gibt es auch schon Prototypen hochdichter Kompressoren für elektrische Pkw-Varianten auf der Basis von CO2.

  • Der silberne klimafreundliche VW Touran, auf dem in großer blauer Aufschrift steht: "R744" und darüber kleiner und schwarz:"CO2-Klimaanlagen - klimafreundlich und effizient".
    UBA-Dienstwagen vor dem UBA Dessau-Roßlau 2009
    Quelle: Gabriele Hoffmann / UBA
  • silbergraues Auto mit der Aufschrift "CO2-Klimaanlagen - klimafreundlich und effizient, R744" und dem Logo des Umweltbundesamtes
    UBA- Dienstwagen mit CO2-Klimaanlage vor dem UBA-Dienstgebäude in Langen/ Hessen (2015)
    Quelle: Klaus Hein / UBA
  • UBA Präsident Jochen Flasbarth vor dem klimafreundlichen Dienstwagen des UBA
    Der Dienstwagen und der damalige UBA-Präsidenten Flasbarth auf der Woche der Umwelt 2012
    Quelle: Hoffmann / UBA
  • silbergraues Auto mit der Aufschrift "CO2-Klimaanlagen - klimafreundlich und effizient, R744" und dem Logo des Umweltbundesamtes, daneben eine Gruppe Menschen
    Der Dienstwagen auf den internationalen UN-Klimagesprächen "Bonn Climate Change Talks" 2009
    Quelle: Gabriele Hoffmann / UBA
  • Rajendra Shende - Leiter der Ozon Aktion im Umweltprogramm der Vereinten Nationen steht vor dem silbernen Dienstwagen des UBA
    Dienstwagen auf der Konferenz "atmosphere 2009" in Brüssel
    Quelle: shecco
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