Verkehrsarme Siedlungsstrukturen

Stadtansicht von Lübeckzum Vergrößern anklicken
Die "Stadt der kurzen Wege" - in Lübeck ist vieles mühelos ohne Auto erreichbar.

Stadtansicht von Lübeck

Quelle: Oliver Froh / Fotolia.com

Viele Rahmenbedingungen der Charta von Athen über die Eigenheimförderung bis zur Kilometerpauschale haben dazu geführt, dass die Orte, an denen die Menschen wohnen, arbeiten und sich versorgen immer weiter auseinanderliegen, die Wege immer länger werden und die Landschaftszersiedlung voranschreitet. Das Leitbild der autogerechten Stadt führte und führt zu wachsenden Verkehrsmengen, die mit zunehmenden Luftschadstoff- und Lärmbelastungen sowie Flächenbeanspruchungen durch Autos in den Städten verbunden sind. Die Verschlechterungen des Wohnumfelds infolge des Autoverkehrs lösen Stadtflucht und Zersiedlungstendenzen im ländlichen Raum aus, die ihrerseits den Verkehrsaufwand weiter erhöhen.

Neue Leitbilder für eine nachhaltige Stadtentwicklung wie sie z. B. in der Charta von Aalborg im Jahr 1994 formuliert wurden, müssen verstärkt in die Stadtentwicklungskonzepte Einzug halten. Die "Stadt der kurzen Wege" ist die Zielrichtung für eine verkehrsarme und flächensparende Siedlungsentwicklung. Ein Bündel aus planerischen und fiskalisch-ökonomischen Maßnahmen kann hier zum Ziel führen. Mit der Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt hat sich Deutschland zum Ziel gesetzt, das Leitkonzept Stadt und Region der kurzen Wege bis zum Jahr 2020 umzusetzen.