Kommunale Verkehrsplanung

Verkehrsstau in der Großstadt. Ampeln auf grün, aber nichts geht mehr.zum Vergrößern anklicken
Die Verkehrsplanung kann dem Verkehrslärm entgegenwirken.
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Die Aufgaben kommunaler Verkehrsplanung sind vielfältig: von der Verbesserung der Verkehrswege und des ÖPNV, der Erhöhung der Verkehrssicherheit, der Steigerung des Fuß- und Radverkehrsanteils über die Realisierung der „Stadt und Region der kurzen Wege“ bis hin zur Reduzierung von Lärm und Luftschadstoffen. Sie bergen ein großes Potenzial für eine umweltverträgliche und nachhaltige Mobilität.

Inhaltsverzeichnis

 

Integrierte Verkehrsentwicklungsplanung –Kommunen stellen Weichen

Bei der kommunalen Verkehrsentwicklungsplanung werden Entscheidungen getroffen, die das Verkehrsgeschehen einer Gemeinde maßgeblich beeinflussen. Sie bestimmt, wie viel Gemeindefläche für den Pkw- und Lkw-Verkehr sowie für Parkplätze zur Verfügung steht. Sie legt fest, wie viel Raum Rad- und Fußverkehr haben. Der Verkehrsentwicklungsplan kann auch festlegen, wie viel Geld in den Ausbau der Infrastruktur für die einzelnen Verkehrsarten investiert wird oder welche Form des öffentlichen Nahverkehrs angeboten wird. Oberstes Ziel ist, dass die Stadt und ihre Quartiere problemlos erreicht werden können.
Handel und Gewerbe sind auf gute Verkehrsanbindungen angewiesen. Gleichzeitig darf die Gemeinde nicht im Verkehr ersticken, sondern soll attraktiv für ihre Bewohnerinnen und Bewohner sein. Die Wege müssen sicher sein, Schadstoffgrenzwerte müssen eingehalten werden, der Verkehrslärm darf die Gesundheit nicht beeinträchtigen und soll möglichst nicht stören. Bei der integrierten Verkehrsentwicklungsplanung ist die Verkehrsplanung eng mit der Siedlungsplanung sowie der Luftreinhalte- und Lärmaktionsplanung verknüpft. Eine Rechtsvorschrift für die kommunale Verkehrsentwicklungsplanung existiert bisher nicht. Die Notwendigkeit einer gesetzlichen Grundlage ist umstritten. Viele Kommunen sehen jedoch die enormen Vorteile einer integrierten Verkehrsplanung und gehen mit gutem Beispiel voran.

 

Effiziente Maßnahmen integriert planen

Knappe finanzielle Mittel zwingen die Kommunen nach Lösungen zu suchen, die kostengünstig und dennoch wirksam sind. Wenn eine Gemeinde in dieser Situation stärker auf den Fahrrad- als auf den Autoverkehr setzt, kann sie sowohl die Mobilität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Attraktivität der Gemeinde steigern. Die moderne Verkehrsplanung ist eng verzahnt mit der Stadtentwicklungsplanung. Beim Bau neuer Siedlungsflächen kann mehr oder weniger Verkehr entstehen: je nachdem, ob die Siedlungsdichte eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel erlaubt.

 

Kurze Wege

Die zurückgelegten Distanzen sind umso geringer – und können zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden – je besser ein Gebiet mit Versorgungs-, Kultur- und Freizeitangeboten ausgestattet ist. Regionen und Städte sollten sich bei der Siedlungs- und Verkehrsplanung auf das Leitbild "Kurze Wege" stützen. Wie der Bund sie dabei unterstützen kann, zeigt das vom UBA finanzierte Sachverständigengutachten "Leitkonzept Stadt und Region der kurzen Wege".
Kurze Wege eignen sich auch für eine nachhaltige Mobilität in der Schule. Der Laufbus und Elternhaltestellen sind kostenlose Maßnahmen mit Spaßfaktor, von denen Kinder, Eltern und Umwelt gleichermaßen profitieren.