Mobilitätsverhalten

Zug im Bahnhof mit Menschengruppen am Gleiszum Vergrößern anklicken
Öffentliche Verkehrsmittel stellen für viele auch in der Freizeit eine Alternative zum Auto dar.
Quelle: CC Vision

Ohne attraktive Angebote wie ein gut ausgebauter Nahverkehr und Handlungsanreize wie preisgünstige Nahverkehrstickets ist ein umweltschonendes Verhalten entweder gar nicht möglich oder mit zu vielen Nachteilen für den Einzelnen durch höhere Kosten oder größeren Zeitaufwand verbunden.

Projekte

Ein hohes Umweltbewusstsein ist kein Garant für umweltfreundliches Verkehrsverhalten. Die Vermittlung von Umweltwissen ist zwar eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung für eine Verhaltensänderung.

Der Wahrnehmung der Konsequenzen des eigenen Verhaltens kommt eine große Bedeutung für ein umweltgerechtes Verhalten zu. Positive Erfahrungen beispielsweise bei einer Testfahrt mit einem neuen Bussystem können die Einstellungen gegenüber dem öffentlichen Verkehr verändern und einen Effekt auf das Verhalten haben. Positiv wirken auch Rückmeldungen über die Erfolge des veränderten individuellen sowie kollektiven Verhaltens – unter anderem die Verbesserung der lokalen Luftqualität, die CO2-Reduzierung, die Verbesserung der eigenen Fitness.

Strategien wie zielgruppenorientierte Ansätze und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Entscheidungsfindung können eine Verhaltensänderung unterstützen.

Projekt 1: Nachhaltige Mobilitätserziehung in der Schule

Die Erfahrungen im Kindesalter prägen das Verkehrsverhalten. Das Projekt „Nachhaltige Mobilitätserziehung” setzt daher bei den jüngsten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern an und zielt darauf ab, die Nutzung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, wie dem Fahrrad, dem zu Fuß gehen, Bus und Bahn langfristig zu fördern. Im Vordergrund steht dabei, die selbständige Mobilität der Heranwachsenden bewusst zu stärken und die Begleitmobilität durch die Eltern deutlich zu verringern.

Der Beratungsleitfaden zeigt Beispiele für Unterrichts- und Projektideen:

  • Angebot des Öffentlichen Verkehrs kennen lernen
  • Schulwege untersuchen
  • Angebot von sicheren Fahrradabstellanlagen schaffen
  • Beteiligung an der Verkehrsplanung im Stadtteil
  • Klassenausflüge mit Rad, Bus und Bahn organisieren
  • Mobilitätsverhalten der Schüler/-innen und Lehrer/-innen untersuchen
  • Busse und Bahnen durch Rallyes spielerisch „erlernen“
  • Fahrradwerkstatt einrichten

Projekt 2: Mobilitätsstile in der Freizeit - Minderung der Umweltbelastungen des Freizeit- und Tourismusverkehrs

Wie hängen Freizeitverkehrsverhalten, Mobilität und Umweltbelastungen zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, in der Freizeit ohne Auto mobil zu sein? Wie kann das Verkehrsverhalten der Menschen in Richtung nachhaltige Mobilität verändert werden?

Diesen Fragen ging das Institut für sozialökologische Forschung (ISOE) und das Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes nach. In einer bundesweiten repräsentativen Untersuchung zum Freizeitverkehrsverhalten analysierte das Institut unterschiedliche Lebensstile, das daraus resultierende Verkehrsverhalten und die damit verbundenen Umweltauswirkungen. Die Daten zur Umweltbelastung wurden mit denen zum Verkehrsverhalten verknüpft.  Für die unterschiedlichen Lebensstilgruppen konnten die damit verbundenen Umweltwirkungen ermittelt werden.

Mit diesem neuen Forschungsansatz gelang es zu zeigen, dass Art und Ausmaß des Freizeitverkehrs von der sozialen Situation, Motiven, Orientierungen und Normen – sogenannten soziokulturellen Determinanten − abhängen. Die Kenntnis des Verkehrs- und Freizeitverhalten der verschiedenen Mobilitätsstilgruppen ermöglicht Planern und Entscheidungsträgern Maßnahmen zur Entkopplung der Freizeitmobilität vom Auto zu entwickeln.

Projekt 3: Mobilitätsverhalten und wie es sich verändern lässt

Die Studie stellt den psychologischen und sozialen Kontext des Mobilitätsverhaltens dar und zeigt Ansatzpunkte für die Einflussnahme auf. Sie untersucht die Motive und die Zufriedenheit von Haushalten, die ohne Auto leben, und stellt die Rahmenbedingungen dar, die ein autofreies Leben unterstützen. Die Darstellung erfolgreicher Projekte zur Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl, autofreie Wohnprojekte und quartiersbezogene Mobilitätsangebote zeigt, welche Strategien sie jeweils verfolgten und welche Erfolge sie verzeichnen konnten. Die auf einer allgemeineren Ebene herausgearbeiteten Erfolgsbedingungen und Hemmnisse geben Handlungsempfehlungen für Kommunen und Planer.

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Materialien zu den Projekten