Umweltschutz und Friedenssicherung

In Entwicklungsländern sind viele Menschen auf den Zugang und die Nutzung natürlicher Ressourcen wie Boden, Wasser oder Wald für ihren Lebensunterhalt angewiesen. Ist ein Zugang zu diesen wichtigen Ressourcen wegen Übernutzung, Umweltdegradation (Umweltzerstörung) oder klimatischen Veränderungen nicht mehr gewährleistet, können gewaltsame Konflikte entstehen.

Umweltschutz und Friedenssicherung

Daraus entstehende Umwelt- und klimabedingte Migrationsbewegungen können die Stabilität der betroffenen Länder erheblich gefährden. In einigen Ländern führen der mangelnde Zugang zu Land und fehlender Landrechte zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Auch der Bau von Großstaudämmen, der oftmals mit Umsiedlungen verbunden ist und schwerwiegende Folgen für die örtliche Bevölkerung nach sich ziehen kann, kann Auslöser für Konflikte sein. Darüber hinaus kann die Verteilung der Einnahmen durch die Gewinnung von Rohstoffen sowie die Nutzung von Ressourcen – wie Öl, Holz, Gold, Diamanten oder Mineralien – zu Konflikten zwischen Bevölkerungsgruppen bzw. der Regierung und der Bevölkerung führen. Zum Beispiel ist in Nigeria die Umweltdegradation durch die Ölgewinnung seit langem ein Streitpunkt zwischen der betroffenen Bevölkerung, den Ölunternehmen und der Regierung.

Entspannungsprozesse in Konfliktgebieten fördern

Vor diesem Hintergrund sind Projekte und Maßnahmen für mehr Umweltschutz, für einen schonenderen und gerechteren Umgang mit Ressourcen und für eine auch ökologisch nachhaltige Entwicklung als wesentliche Elemente einer umfassenden Friedenspolitik zu sehen. Die nachhaltige Bewirtschaftung von und die Regelung des Zugangs zu knappen Ressourcen wie Wasser leisten einen wichtigen Beitrag zur Krisenprävention. Regionale oder grenzüberschreitende Umweltkooperationen können vertrauensbildende Maßnahmen darstellen und Entspannungsprozesse in Konfliktgebieten fördern.

Mit dem bereits 2004 verabschiedeten Aktionsplan Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung hat die Bundesregierung einen nationalen  Maßnahmenplan zur Vermeidung von umwelt- und ressourcenbedingten Konflikten geschaffen. In den Jahren 2006, 2008, 2010 und 2014 hat die Bundesregierung jeweils Berichte zum Aktionsplan Krisenprävention veröffentlicht.

Das UBA setzt sich insbesondere durch Forschung und konkrekte Beratungsprojekte für die Minderung von umwelt- und ressourcenbedingten Friedensrisiken ein.

Im Rahmen des Beratungshilfeprogramms (BHP) fördert das Umweltbundesamt verschiedene Vorhaben zur Verbesserung der Umweltsituation und damit der Lebensbedingungen im Programmraum. Dies kann im weiteren Sinne zur Zufriedenheit in der Bevölkerung und damit zur Friedenssicherung beitragen. Daneben fördert das Programm den politischen Austausch mit Deutschland und vertieft damit eine stabilisierende bilaterale Zusammenarbeit.

Forschung

In einem Forschungsvorhaben "Rohstoffkonflikte nachhaltig vermeiden" haben adelphi und das Wuppertal Institut 2010 bis 2011 analysiert, wie die ungleiche Verteilung und Knappheit von  Rohstoffen zu Konflikten führen kann. In den vorliegenden Teilberichten werden unterschiedliche Fallstudien und Szenarien untersucht und Vorschläge zur möglichen Vermeidung von Konflikten gemacht. 

Im Auftrag des Umweltbundesamtes untersuchte das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung IZT Berlin am Beispiel des Coltan-Abbaus in der Demokratischen Republik Kongo bereits 2007, inwieweit die Nachfrage nach seltenen Metallen bewaffnete Konflikte verschärft hat und stellte Lösungsansätze zur Konfliktprävention vor.

Beratung

Im Rahmen des Beratungshilfeprogramms (BHP) fördert das Umweltbundesamt verschiedene Vorhaben zur Verbesserung der Umweltsituation und damit der Lebensbedingungen im Programmraum. Dies kann im weiteren Sinne zur Zufriedenheit in der Bevölkerung und damit zur Friedenssicherung beitragen. Daneben fördert das Programm den politischen Austausch mit Deutschland und vertieft damit eine stabilisierende bilaterale Zusammenarbeit.