PRESOURCE

Förderung von Ressourceneffizienz in KMU in Zentraleuropa

Gut 750.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehören zum produzierenden Gewerbe in Zentraleuropa. Während sich in großen Unternehmen mitunter ganze Abteilungen mit den Themen Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz auseinandersetzen, haben kleinere Betriebe dafür oft nur wenige Kapazitäten. Wie können KMU dennoch erreicht und sensibilisiert werden sowie eigene Vorteile erkennen? Wie lassen sich auf systematische und KMU-freundliche Weise Potenziale zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit ermitteln und weiterverfolgen? Welche Möglichkeiten zur Finanzierung von Öko-Innovationen gibt es für KMU? Wie können die Rahmenbedingungen für nationale Akteure verbessert werden, um den „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ der EU auch im Hinblick auf KMU umzusetzen?

Antworten zu diesen Fragen wurden im Rahmen des EU-Projektes PRESOURCE („Promotion of Resource Efficiency in SMEs in Central Europe“) erarbeitet. Von Juni 2012 bis November 2014 kooperierten acht Partner aus Deutschland, Italien, Österreich, Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn und knüpften dabei an das  Vorgängerprojekt ACT CLEAN zu umweltfreundlicher Produktion in KMU an. In beiden Projekten oblag die Federführung dem Umweltbundesamt und wurde durch das CENTRAL EUROPE-Programm der EU kofinanziert.

Welche Ergebnisse konnte PRESOURCE nun erzielen? Zum einen wurde mit dem EDIT Value Tool ein Instrument entwickelt, das Unternehmen umfassend auf sechs verschiedenen Ebenen nach Ressourceneffizienz (RE)-Potenzialen untersucht („editiert“). Denn: oft beschränken sich an Unternehmen gerichtete Instrumente auf ausgewählte Teilaspekte wie Energie oder Produktionsverfahren, die zu Ressourcenschonung und einer verringerten Umweltbelastung beitragen sollen. Mit dem EDIT Value Tool stehen aber nicht nur technologische Prozesse im Blickpunkt, sondern auch der Lebenszyklus der Produkte, die eingesetzten Managementsysteme des Unternehmens oder die Beziehungen zu verschiedenen Interessensgruppen. Kurz: das Unternehmen wird ganzheitlich nach RE-Potenzialen durchleuchtet, die anschließend mittels eines innerbetrieblichen Aktionsplans gehoben werden können. EDIT Value eignet sich darüber hinaus auch zu Monitoring und Evaluierung der Aktivitäten zu einem späteren Zeitpunkt. Während der Projektlaufzeit wurde das Tool in 18 KMUs der sechs teilnehmenden PRESOURCE-Partnerländer erstmalig durchgeführt und anhand der Praxiserfahrungen weiterentwickelt.

Die besten Verbesserungsideen nützen jedoch nur wenig, wenn deren finanzielle Umsetzung ungeklärt ist. Um dieses Hindernis zu überwinden, erarbeitete das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie eine maßgeschneiderte Kosten-Nutzen-Analyse und einen Finanzierungs-Guide. Die Analyse soll mit ausgewählten Indikatoren helfen, angedachte ressourceneffiziente Maßnahmen in die „Finanzsprache“ zu übersetzen, wie zum Beispiel durch Quantifizierung von Einsparpotenzialen und anderen Größen, um die Kreditbewilligung durch Banken und andere Geldgeber zu erleichtern. Eine umfangreiche Übersicht über Finanzakteure aus allen Partnerländern soll wiederum helfen, KMU-geeignete Finanzierungswege für Öko-Innovationen und „nachhaltige Ideen“ zu finden. Dabei berücksichtigt der Guide sowohl öffentliche, private als auch innovative Finanzierungsmechanismen wie etwa Crowdfunding oder Contracting-Modelle.

Ein transnationaler Politik- und Stakeholder-Dialog in Form einer Workshop-Reihe bildete die Basis für eine Online-Kompetenzplattform – ein weiteres wesentliches Ergebnis von PRESOURCE. Der neue Ressourceneffizienzatlas enthält für alle sechs Partnerländer einen fortlaufend aktualisierten Überblick zu Akteuren, existierenden Instrumenten, Veröffentlichungen, Terminen und guten Fallbeispielen mit Bezug zu Ressourceneffizienz in KMU.

Um bisherige Arbeiten und bestehende Kooperationen fortzusetzen, ist das Folgeprojekt „PRESOURCE Europe“ beantragt worden, dessen Bewilligung noch aussteht. In die Projektarbeit sollen Ergebnisse und Produkte von PRESOURCE eingebracht werden und die Erarbeitung von Aktionsplänen zu betrieblicher Ressourceneffizienz in den beteiligten EU-Regionen unterstützen.