Umweltbewusstsein in Deutschland

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Umwelt- und Klimaschutz ist zunehmend von strategischer Bedeutung für die Umweltpolitik
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Die deutsche Bevölkerung misst dem Umwelt- und Klimaschutz zunehmend eine strategische Bedeutung für zentrale politische Aufgaben bei. Auch als Bestandteil des guten Lebens sind ökologische Aspekte im Bewusstsein der Menschen verankert. Regelmäßige Repräsentativbefragungen dokumentieren diese Entwicklungen zum Umweltbewusstsein der deutschen Bevölkerung.

2014 zeigte sich im Rahmen der Repräsentativbefragung zum Umweltbewusstsein in Deutschland ein Bedeutungszuwachs der Umweltpolitik: Knapp die Hälfte der Befragten hielt den Umwelt- und Klimaschutz für eine grundlegende Bedingung zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Schaffung von Arbeitsplätzen. 2010 waren viele der Befragten noch der Meinung, man müsse dafür Einschränkungen im Umwelt- und Klimaschutz in Kauf nehmen. Bei der Bewältigung von Zukunftsaufgaben wie der Globalisierung nannten 2014 sogar zwei Drittel den Bereich der Ökologie als Erfolgsbedingung. Nur die soziale Gerechtigkeit wurde von über der Hälfte als ein Aufgabenbereich angesehen, demgegenüber der Umwelt- und Klimaschutz Kompromisse eingehen oder sogar zurücktreten müsse (vgl. Abbildung „Umwelt- und Klimaschutz als Priorität für politische Aufgabenbereiche“).

Intakte Umwelt als wichtiger Beitrag zur Lebensqualität

Ein knappes Drittel der Befragten betonte – bei offener Abfrage – die Bedeutung einer intakten Umwelt und Natur für ein gutes Leben. Die Erfüllung von Grundbedürfnissen, Gesundheit und Gemeinschaft wurden von über der Hälfte der Personen spontan als wichtige Aspekte des guten Lebens genannt (vgl. Abbildung „Intakte Umwelt und Natur als wichtiger Teil des guten Lebens“). Konkrete Umweltprobleme und damit verbundende Defizite rückten hingegen in den Hintergrund der Betrachtung. Nur jede oder jeder Fünfte Befragte nannte das Thema Umwelt als wichtiges Problem in Deutschland. Mit 37 Prozent wurde die soziale Sicherung am häufigsten von den Befragten thematisiert (vgl. Abbildung „Umweltschutz als eines der aktuell wichtigsten Probleme in Deutschland“). In Hinblick auf die Wahrnehmung der tatsächlich empfundenen Situation bewerteten fast drei Viertel der Befragten die Umweltqualität in Deutschland als gut. Allerdings fühlten sich ebenso viele durch Lärm zumindest etwas belästigt. Als einzelne Lärmquelle stand dabei der Straßenverkehr mit Abstand an der Spitze.

Offenheit für ökologisch bewusste Verhaltensweisen

Sozial-ökologische Innovationen wie verkehrsberuhigte Städte, vermehrtes Tauschen und Leihen und eine fleischarme Ernährung trafen bei den Befragten auf mehrheitliche Zustimmung (vgl. Abbildung „Offenheit für Konzepte zum sozial-ökologischen Wandel“). Im Bereich des grünen Konsums waren besonders der Kauf von energieeffizienten Haushaltsgeräten, nachhaltige Papierprodukte und ökologische Reinigungsmittel etabliert. Über die Hälfte der Personen konnte sich zudem vorstellen, zukünftig für den Umwelt- und Naturschutz engagiert zu sein (vgl. Abbildung „Engagement für den Umwelt- und Naturschutz im Zeitvergleich“). Internetgestützte Formen des bürgerschaftlichen Engagements waren bei der Mehrheit der Bevölkerung dabei noch wenig verbreitet, fanden aber besonders bei jüngeren Altersgruppen immer mehr Anklang. In Hinblick auf zukünftige Lebensweisen zeigten die Bürgerinnen und Bürger Zweifel an der Zukunftstauglichkeit des herkömmlichen Wirtschaftsmodells. Gleichzeitig sorgten sich viele ohne die gängige Wachstumsstrategie um den Erhalt des gewohnten Wohlstandsniveaus.

Regelmäßige Repräsentativbefragungen zum Umweltbewusstsein der deutschen Bevölkerung

Im März 2015 veröffentlichte das Umweltbundesamt (UBA) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zum zehnten Mal die Ergebnisse seiner Repräsentativumfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland. Im Zweijahresrhythmus werden seit 1996 Daten zu Umwelteinstellungen und -verhalten erhoben und in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen gestellt. Diese sind eine wichtige Grundlage für die Gestaltung von Umweltpolitik und zentraler Bestandteil der Umweltkommunikation.

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