Wassersensible Stadtentwicklung mit Niederschlagswasserbeseitigungskonzepten (NBK)

  • Auf dem Rasenboden verlaufen Rinnen für Regenwasserabfluss. Im Hintergrund stehen Wohnhäuser mit Terassen zum Rasen hin.
    Bottrop Welheim: Das Regenwasser der umliegenden Wohnhäuser wird über Rinnen in zentrale und semizentrale Mulden eingeleitet und dort zur Versickerung gebracht.
  • Auf dem Rasenboden verlaufen Rinnen für Regenwasserabfluss. Im Hintergrund stehen Wohnhäuser mit Balkonen und Terassen zum Rasen hin.
    Das Regenwasser der umliegenden Wohnhäuser wird über Rinnen in zentrale und semizentrale Mulden eingeleitet und dort zur Versickerung gebracht
  • Auf dem Rasenboden verlaufen Rinnen für Regenwasserabfluss. Im Hintergrund steht ein rotes Backsteingebäude und dahinter ein Parkplatz mit Autos.
    Christophorus Werk. Das Regenwasser der umliegenden Gebäude und Wohnhäuser sowie ein Teil der befestigten Straßen, Wege und Parkplätze wird in dezentralen und semizentralen Mulden und Mulden/Rigolen eingeleitet und dort zur Versickerung gebracht.
  • Ansicht eines Gebäudes aus Backstein mit Rasenstreifen im Vordergrund: Das Industriedenkmal Maschinenhalle Zweckel.
    Das Regenwasser des Industriedenkmals Maschinenhalle Zweckel und der angrenzenden befestigten Flächen wird über offenen Pflasterrinnen zu einer zentrale Mulde/Rigole geführt, die sich auf der gesamten Länge vor dem Gebäude befindet.
  • Ansicht eines Gebäudes aus Backstein mit Rasenstreifen im Vordergrund. Das Industriedenkmal Maschinenhalle Zweckel.
    Das Regenwasser des Industriedenkmals Maschinenhalle Zweckel und der angrenzenden befestigten Flächen wird über offenen Pflasterrinnen zu einer zentrale Mulde/Rigole geführt, die sich auf der gesamten Länge vor dem Gebäude befindet.
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Der Umgang mit Starkregenereignissen und der sichere Wasserabfluss in der Stadt werden durch den projizierten Klimawandel zunehmend wichtiger. Was sind innovative und praxistaugliche Instrumente, um Anpassungsmaßnahmen verbindlich umzusetzen? Wie können alternative Maßnahmen in gängigen Instrumenten der Stadtplanung dargestellt werden?

Einen Ansatzpunkt bietet das Niederschlagswasserbeseitigungskonzept (NBK), das alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen per Gesetz entwickeln und regelmäßig fortschreiben müssen: Das NBK ist Teil des Abwasserbeseitigungskonzepts (ABK) und enthält alle Informationen (Einzugsgebiet, Anlagen, Bauwerke, Einleitungen, Technik, etc.), die für den aktuellen Stand sowie für die künftige Planung zur Beseitigung von Niederschlagswasser von Bedeutung sind. Durch Erweiterungen der aktuell vorhandenen Konzepte auf den Flächenbestand können Wandelprozesse (Klimawandel, demographischer Wandel, etc.) und andere Änderungen (z. B. Flächennutzung) besser in den Planungen berücksichtigt werden.

Gemeinsam ist geprüft worden, wie der städtische Raum an die voraussichtlich zunehmenden Starkregenereignisse angepasst werden müsste. Dazu wird ein integrales NBK (dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, multifunktionale Flächennutzung) im Zusammenhang mit einer gesamtstädtischen Planung (z. B. Freiraum-, Stadtplanung) erarbeitet. Als Pilotgebiet dient das Einzugsgebiet des Roßbachs in Dortmund-Marten und Dortmund-Kley. Für eine umfassende Planung werden weitere Einflussfaktoren berücksichtig, wie demografische Wandelprozesse und die Flächennutzung.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Emschergenossenschaft / Lippeverband
http://www.eglv.de/
Kooperationspartner

Stadt Dortmund, Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V., RUFIS an der Ruhr-Universität Bochum, RISP an der Universität Duisburg-Essen

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Rechtsinstrument (z.B. Ge- und Verbote)

Beteiligung und Finanzierung

Folgende Fachdisziplinen sind bei einer wassersensiblen Stadtentwicklung zu beteiligen: Tiefbauamt (Entwässerung, Straßenentwurf, Technische Dienste Grün und Straße, Abteilung für Verkehrsregelung), der Kanal- und Straßenbau, das Planungsamt, das Umweltamt und die städtische Immobilienwirtschaft.

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

Den kommunalen Akteuren werden durch das Konsortium des Klimzug-Vorhaben dynaklim erarbeitete Ergebnisse vorgelegt, um diese hinsichtlich deren Praxistauglichkeit zu bewerten.

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Nein
Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Versickerung zur Grundwasseranreicherung und dadurch Niedrigwasseraufhöhung; Gewässerschutz, Ressourceneinsparung

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Die Abkopplung von Regenwasser ist im Bestand eine freiwillige Sache. Zudem besteht das Recht sich wieder an die Kanalisation anzuschließen, d. h. es besteht keine richtige Planungssicherheit. Finanzielle Unterstützung bei der Abkopplung einer privaten Fläche oder z. B. eines öffentlichen Gebäudes (z. B. Schule) aus dem Gebührenaufkommen ist nicht möglich.

Lösung

• Änderung des Landes-Wassergesetzes (LWG): Regelungen müssten auf den Bestand ausgedehnt werden, so dass nicht nur bei Neubebauung sondern auch bei Änderungen auf dem Grundstück die Entwässerung durch dezentrale Bewirtschaftung zu überprüfen ist
• Änderung der kommunalen Satzung

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