Geo-Informationssystem „ZÜRS Geo“: Zonierungssystem für Überschwemmungsrisiko und Einschätzung von Umweltrisiken

Zwei klassische Anwendungsgebiete geographischer Informationssysteme (GIS) sind die Elementarschadensversicherung von Gebäuden und die Umweltschadensversicherung. ZÜRS Geo hilft bei der Beantwortung folgender Fragen: Welches Gebäude ist in welchem Ausmaß hochwassergefährdet? Welches Umgebungsrisiko ergibt sich aus dem Standort, beispielsweise eines Gewerbebetriebes für eine Umweltschadensversicherung? Welche Gebiete sind risikofrei? Zur Beantwortung dieser Fragen hat der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft das geographische Zonierungssystem ZÜRS Geo entwickelt. Mit Hilfe des GIS soll es möglich sein, nahezu jedes Gebäude u.a. in eine von vier Hochwasser-Gefährdungsklassen einzuordnen. So sollen Versicherer die Möglichkeit haben einen Überblick über die Gesamtgefährdung über alle Versicherten zu erhalten.

Bisherige Erfolge der Maßnahme

Die Online-Plattform ZÜRS Geo bietet den ca. 120 GDV-Mitgliedsunternehmen, die Sach- und Haftpflichtversicherung betreiben, seit Anfang 2008 Anwendungen und Services zur detaillierten Bewertung von unterschiedlichen Versicherungsrisiken. Dazu wird ZÜRS Geo in den Versicherungsunternehmen von den Underwritern, also den Mitarbeitern, die für ihre Versicherungsgesellschaft Risiken zeichnen, für die Bewertung einzelner Risiken, für Kumulanalysen, bei der Tarifierung oder im Rahmen des Schadensmanagements intensiv eingesetzt.

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme? Nein

Zusätzliche Nutzen über die Anpassung an den Klimawandel hinaus

Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen

Erweiterung des Versichertenschutzes aufgrund einer verbesserten Informationslage für Einzelrisiken und das statistische Gesamtrisiko

andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung

Schutz von ökologisch wertvollen Gebieten im Rahmen der Umwelthaftpflicht.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Datenverfügbarkeit für bundesweite Daten

Aufbau umfassender Kontakte auf Länderebene

Unterschiedliche Nutzungsbedingungen der Daten

Juristische Einzelprüfung und Zusammenarbeit mit der Kommission für Geoinformationswirtschaft (Musterlizenzvereinbarung)

Preise von Daten (teils nach Gebührenordnung, teils kammeralistisch)

Preisverhandlungen, bundeseinheitliche Standards

Uneinheitliche Bereitstellung von Geodatendiensten

Umfangreiche Prüfung von verwendbaren Diensten, eigene Programmierungen

Angst der Fachverwaltungen (=Datenlieferanten) vor einer neuen Transparenz der eigenen Arbeit

(noch) keine

Wer war beteiligt?

Versicherungsunternehmen, Wasserwirtschaftsbehörden, weitere Fachverwaltungen

Formen der Beteiligung

Arbeit in Fach- und Projektgruppen, Expertengespräche, GIW-Kommission des BMWi

Kooperationspartner

ESRI® Deutschland GmbH geomer GmbH con terra GmbH VdS Schadenverhütung (Vertriebspartner)

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)
http://www.gdv.de
Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Kein Instrument (Maßnahme beinhaltet keine Steuerungsinstrumente)
Kosten 

ca. 3 Mio Euro Entwicklungskosten+ ca. 1 Mio € jährliche Kosten

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden