AdaptAlp - Adaptation to Climate Change in the Alpine Space

Hintergrund und Ziele

Der Klimawandel manifestiert sich durch steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster. Jede Veränderung dieser kritischen Faktoren wirkt sich aus auf die Häufigkeit und das Ausmaß von Naturgefahren. Unsicherheiten sowie die Zunahme von Naturgefahren infolge des Klimawandels erfordern ein gemeinsames und aufeinander abgestimmtes Management im Alpenraum.

AdaptAlp wird durch hochauflösende Modellierungen und Bemessungsereignisse vor allem auf regionaler Ebene die Information über die Auswirkungen des Klimawandels verbessern und ausbauen. Darüber hinaus werden die Risikoeinschätzung im Alpenraum bewertet, Gefahrenkarten generiert sowie Möglichkeiten des Risikomanagements aufgezeigt. Die Projektaktivitäten konzentrieren sich vor allem darauf, beste Methoden aufzuzeigen und aus den Erfahrungen mit bewährten Methoden Anpassungsmaßnahmen für Modellregionen abzuleiten. Darüber hinaus sollen die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken für die Bevölkerung durch Sensibilisierung lokaler Interessensgruppen vermindert werden. Das im Rahmen von AdaptAlp gewonnene Know-how wird aufbereitet und soll in die Praxis von Fachbehörden eingebunden werden.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
Bundesland
  • Bayern
Naturräumliche Zuordnung
  • Alpen

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Auf Basis des globalen Modells SintexG werden mit dem regionalen Klimamodell Cosmo-CLM verschiedene Klimaszenarien berechnet. Einerseits entstehen Simulationen für den Zeitraum 2000-2100 mit einer räumlichen Auflösung von 12 km. Zusätzlich arbeiten die Projektpartner aber auch an einer hochauflösenden (Auflösung < 10km) Version des CLM für den Zeitraum 1965-2035.

Um die Ergebnisse von Klimaszenarien auch für hydrologische Anwendungen in kleinen Flusseinzugsgebieten möglich zu machen, arbeiten die Projektpartner an der Entwicklung einer Bias-Korrektur, um die Qualität der Eingangsparameter in ein Wasserhaushaltsmodell zu verbessern.

Parameter (Klimasignale)
  • Veränderte Niederschlagsmuster
  • Höhere mittlere Temperaturen
  • Sturm
Weitere Parameter 

Strahlung, Windgeschwindigkeit, relative Luftfeuchte

Weitere Zeitangaben 

1965-2035 und 2000-2100

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Klimafolgen werden in AdaptAlp in Bezug auf die Veränderung hydrologischer Parameter untersucht. Das Projekt AdaptAlp stützt sich vorwiegend auf die Ergebnisse des Vorgängerprojektes ClimChAlp. In diesem wurden die möglichen und schon eingetretenen Folgen der Klimaerwärmung auf unterschiedliche Sektoren im Alpenraum erforscht.

Schritt 2b: Vulnerabilität, Risiken und Chancen

Ansatz und Risiken / Chancen 

Es wird die lokale Vulnerabilität gegenüber Naturgefahren und den resultierenden Risiken betrachtet. Anpassungskapazität ist Bestandteil der Vulnerabilitätsanalyse. Resilienz wird im Zusammenhang mit Anpassungsstrategien betrachtet: diese sollen die Resilienz gegenüber den Risiken durch Naturgefahren erhöhen.

Dringlichkeit und Priorisierung von Anpassungsbedarf 

Anpassungsmaßnahmen lassen sich nur von wissenschaftlich fundierten Ergebnissen und "best-practice"-Beispielen ableiten. In AdaptAlp wird der Bedarf nach einer klaren Definition von "design events", nach einer Vereinheitlichung von Gefahrenkartierungen als auch nach einem verbesserten transnationalen Risikodialog gedeckt.

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Anpassung ist ein wichtiges Standbein in der Katastrophenprävention. Im Rahmen des AdaptAlp Projektes werden Anpassungsmaßnahmen und -strategien aus den Ergebnissen der einzelnen Arbeitspakete abgeleitet. Zusätzlich setzt sich das Projekt zum Ziel, Risikobewusstsein durch Veranstaltungen und Kampagnen zu schärfen und Katastrophenmanagement durch das Bereitstellen von geeigneten Werkzeugen und Informationen zu verbessern.

Ziele:

a) Jugendkampagnen und Workshops zur Steigerung des Risikobewusstseins;

b) Harmonisierung von Definitionen, Datenbanken und Managementstrategien;

c) Bereitstellen eines Planungstools für das Desastermanagement;

d) Zusammenstellung von best-practice Beispielen in Bezug auf Anpassung und Management;

e) Erarbeiten eines Common Strategic Papers (CSP) mit Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger auf kommunaler und regionaler Ebene.

Zeithorizont
  • 2021–2050 (nahe Zukunft)
  • 2071–2100 (ferne Zukunft)

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

AdaptAlp wird im Rahmen der European Territorial Cooperation 2007-2013 aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF) kofinanziert.

Projektleitung 

Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG)

Beteiligte/Partner 

Bay. Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (DEU);

Bay. Landesamt für Umwelt (DEU);

Bundesanstalt für Gewässerkunde (DE);

Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (AUT);

Provincia Autonoma di Bolzano (ITA);

Ministero dell’ Ambiente e delle Tutela del Territorio e del Mare (ITA);

Geološki Zavod Slovenije (SLO);

CIPRA Deutschland e.V. (DE);

Amt der Kärntner Landesregierung (AUT);

Amt der Tiroler Landesregierung (AUT);

Arpa Piemonte, Centro Regionale per le Ricerche Territoriali e Geologiche (ITA);

Regione Autonoma Valle d’Aosta – Assessorato Territorio, Ambiente e Opere Pubbliche (ITA);

Pôle Grenoblois d’Études et de Recherche pour la Prévention des Risques Naturels (FRA);

CEMAGREF, HHLY (FRA);

Accademia Europea di Bolzano (ITA);

Bundesamt für Umwelt (CH)

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Handlungsfelder:
 Boden  Landwirtschaft  Raumordnung, Regional- und Bauleitplanung  Tourismuswirtschaft  Verkehr, Verkehrsinfrastruktur  Wald- und Forstwirtschaft  Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft