ACCELERATES - Assessing Climate Change Effects on Land use and Ecosystems: from Regional Analysis to the European Scale

Hintergrund und Ziele

Das Projekt untersucht die Wechselwirkungen zwischen agrarwirtschaftlicher Landnutzung, Umweltveränderungen und dem Schutz der Umwelt, die besonders beim Management von biologischen Ressourcen berücksichtigt werden müssen.

Ziel des Projekts ist die Bewertung der Vulnerabilität von genutzten Ökosystemen gegenüber Umweltveränderungen unter Berücksichtigung der Konventionen zum Klimawandel und zur Biodiversität. Dieses Ziel soll durch eine Bewertung der Größe und Dynamik von landwirtschaftlichen Landnutzungsänderungen, die durch klimatische, politische und sozioökonomische Veränderungen entstehen können, erreicht werden. Weiterhin sollen die Folgen von landwirtschaftlicher Landnutzung und Klimawandel auf die biologischen Ressourcen und die Vulnerabilität von Agrarökosystemen durch die Analyse ihrer Sensitivität und ihrer Anpassungskapazität bewertet werden. Dazu werden kritische Stressfaktoren des Klimawandels für Ökosysteme identifiziert.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • europaweit
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Italien
  • Spanien
Bundesland
  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen
Räumliche Auflösung / Zusatzinformationen 

Es werden die landwirtschaftlich genutzten Ökosysteme Europas betrachtet. Fallstudien für Belgien, Dänemark, Griechenland, Italien, Spanien und Großbritannien (keine Fallstudien für Deutschland)

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Es werden 16 Klimawandelszenarien berücksichtigt, die auf den Resultaten von vier globalen Klimamodellen (CSIRO2, HadCM3, CGCM2, PCM) basieren. Die Entwicklung von Klimadaten erfolgt durch die University of East Anglia (UEA) für das 20. und 21. Jahrhundert (siehe auch Projekt ATEAM). Die sozioökonomischen Szenarien basieren auf den IPCC-Emissionsszenarieyn (SRES) A1FI, A2, B1 und B2.

Räumlicher Bezug: Landoberfläche von Europa mit einer 10' räumlichen Auflösung sowie verschiedene nationale und regionale Fallstudien.

Parameter (Klimasignale)
  • Veränderte Niederschlagsmuster
  • Höhere mittlere Temperaturen
Weitere Parameter 

Wolkenbedeckung, tägliche Temperaturschwankung, Niederschlag, tägliche Durchschnittstemperatur und Wasserdampfdruck, jahreszeitliche Temperatur- und Niederschlagsverteilung

Weitere Zeitangaben 

2001 bis 2100 mit den Perioden 2011-2020, 2041-2050 und 2071-2080

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Es werden die Klimafolgen für die Landwirtschaft und für die biologische Vielfalt betrachtet. Für die Landwirtschaft im Süden Europas sind Wassermangel für die Bewässerung relevant. Im Norden Europas ist Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit potenziell höheren Erträgen und zusätzlichen Anbaumöglichkeiten für neue (südliche) Pflanzen von Bedeutung, da negative Klimaeffekte für Umwelt und biologische Ressourcen möglich sind. Folgen für die biologische Vielfalt entstehen aus der Verschiebung in der Artenverbreitung von Südwest nach Nordost. Südeuropäische Arten gewinnen dabei am meisten geeigneten Lebensraum hinzu, während nordeuropäische Arten am meisten Verbreitungsraum verlieren, insbesondere durch die begrenzte Verfügbarkeit "freier" Räume im Norden von Europa.

Schritt 2b: Vulnerabilität, Risiken und Chancen

Ansatz und Risiken / Chancen 

Die Vulnerabilität von Agrarökosystemen wird durch ihre Sensitivität und ihre Anpassungskapazität bestimmt. Vulnerabilitäsanalysen zeigen, dass ohne geplante Anpassung die Vulnerabilität der Arten in Europa ansteigt, da es zur Überlappung gegenwärtiger und zukünftiger Lebensräume, zum Verlust geeigneter Klimaräume und zu einer reduzierten zukünftigen Verbreitung kommt. Für die Arten, die am nördlichen Ende ihres Verbreitungsgebietes leben, gibt es nur wenig Möglichkeiten durch Anpassung die Vulnerabilität zu reduzieren.

Eine Erhöhung der autonomen Anpassungskapazität der landwirtschaftlichen Ökosysteme an den Klimawandel könnte durch die Entkopplung der Agrarsubventionen mit bestimmten Pflanzensorten und dem Ernteertrag erreicht werden. Es wird weiterhin für notwendig erachtet, die landwirtschaftliche Nutzungsintensität zu regulieren, insbesondere in Regionen mit marginalen Böden, da eine vollständige Liberalisierung der Landwirtschaft in der EU für die Biodiversität nicht optimal erscheint.

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Zeithorizont
  • 2011–2040 (nahe Zukunft)
  • 2036–2065
  • 2071–2100 (ferne Zukunft)
Konfliktpotential / Synergien / Nachhaltigkeit 

Konfliktpotenzial zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Klimaschutz kann sich zukünftig verstärken. Deshalb ist es insbesondere notwendig, Strategien für ein nachhaltiges Management von Landnutzungsänderungen und Naturschutz im Klimawandel zu entwickeln.

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

gefördert im 5. Forschungsrahmenprogramme der EU "Global change, climate and biodiversity" im Themenfeld "Energy, Environment and Sustainable Development"

Projektleitung 

Department of Geography, Université Catholique de Louvain, Belgien

Beteiligte/Partner 

verschiedene Partner aus EU-Ländern und aus Zentral- and Osteuropa;

Kooperation: LUCC - Land-Use and Land Cover Change programme

Ansprechpartner

Université Catholique de Louvain, Department of Geography
Bât. Mercator, Place Pasteur 3
B-1348 Louvain-la-Neuve
Belgien

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Handlungsfelder:
 Biologische Vielfalt  Landwirtschaft