4.4 Implementierung – wie geht es weiter?

Sie haben ein Konzept für eine Einzelmaßnahme oder für eine Anpassungsstrategie bzw. eine integrierte Klimaschutz- und Anpassungsstrategie entwickelt? Dann besteht der nächste Schritt darin, die Maßnahme oder Strategie weiter zu konkretisieren und zu kommunizieren.

Wie dokumentieren Sie die Einzelmaßnahme oder Strategie?

Beachten Sie, dass bei der Konkretisierung eine gute Mischung aus Top-down- – etwa klassische Planungsinstrumente – und Bottom-up-Ansätzen – etwa Beteiligungsverfahren und die Entwicklung einer gemeinsamen Vision – wichtig sind.

Eine Dokumentation sollte ihre Entscheidungsfindung jederzeit nachvollziehbar machen. Durch Formalisierung und Dokumentation wird die Maßnahme oder Strategie unabhängiger von einzelnen beteiligten Personen, Strukturen und Entscheidungen werden trotz aller Unsicherheiten den Akteuren gegenüber besser legitimiert. So erhöht sich die Akzeptanz der Aktivitäten sowohl innerhalb der Verwaltung als auch bei Bürgern und Wirtschaft. Vor der Finalisierung einer Strategie empfiehlt es sich, allen beteiligten Akteuren abschließend die Möglichkeit zu geben, die Ergebnisse zu kommentieren.

Wie können Sie weitere Kolleginnen und Kollegen für die Umsetzung motivieren?

Je nach Ressourcenausstattung Ihrer Kommune kann es sein, dass durch die Umsetzung der Einzelmaßnahme oder die Strategieentwicklung Mehrarbeit für einige Mitarbeitende aus der Verwaltung entsteht. Mitarbeitermotivation spielt hier deshalb eine wichtige Rolle. Dabei können folgende Ansätze hilfreich sein:

  • Heben Sie die Vorteile der Anpassung und Synergien für die jeweiligen Fachgebiete hervor.
  • Schaffen Sie auf Basis der in Modul 2 identifizierten Betroffenheiten ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Aktivitäten.
  • Zeigen Sie Offenheit gegenüber neuen Ideen und Anregungen.
  • Fördern Sie durch gemeinsame Aktivitäten den informellen Austausch zwischen den beteiligten Akteuren, etwa durch ein gemeinsames Abendessen.
  • Binden Sie relevante Akteure in Entscheidungsprozesse ein.
  • Kommunizieren Sie Ihr Vorgehen transparent und informieren Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über wichtige Schritte, auch wenn Sie nicht direkt daran beteiligt sind.

Was ist bei der Kommunikation von Einzelmaßnahmen oder Strategien zu beachten?

Die Kommunikation von Maßnahmen und Strategien ist eng mit der Kommunikation von Betroffenheiten durch den Klimawandel verbunden. Dabei ist zu beachten, dass negative Emotionen dazu führen können, dass eine nähere Auseinandersetzung mit diesen Betroffenheiten ausbleibt und wichtige Informationen ignoriert werden. Beugen Sie Angst und Schuldgefühlen vor, indem Sie drastische Schilderungen und katastrophale Szenarien vermeiden. Aktivieren Sie stattdessen Gefühle wie Hoffnung, Neugier und Stolz, die durch das Entwickeln positiver Zukunftsbilder gezielt angesprochen werden. Dieentsprechende Kommunikation einer langfristigen Vision, beispielsweise die einer klimarobusten Stadt oder Gemeinde, ist hierbei hilfreich.

Die Kommunikation sollte ein ausgewogenes Verhältnis von analytisch-wissenschaftlichen und emotionsbezogenen Elementen aufweisen. Letztere haben ein hohes Motivationspotenzial, da Emotionen ein wesentlicher Motor für menschliches Handeln sind. Allerdings sollte der emotionale Anteil der Kommunikation in angemessenem Verhältnis zu den vermittelten Fakten stehen.

Für weite Kreise der Öffentlichkeit ist Anpassung ein neues, noch unvertrautes Thema, das eine gute Heranführung und verständliche Argumentation erfordert. Beachten Sie dies in Ihrer Kommunikation und lenken Sie im weiteren Prozess die Aufmerksamkeit entsprechend. Gleichzeitig lässt sich in der Öffentlichkeit aber auch ein zunehmendes Bewusstsein für den Klimawandel beobachten, was sich gut als Einstieg in das Thema nutzen lässt. Extremwetterereignisse, die die Zuhörer selbst erfahren haben, bieten sich ebenso als Anknüpfungspunkte an wie die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Aufgabe: Ergänzung des Kommunikationskonzepts

Ergänzen Sie Ihr Kommunikationskonzept, welches Sie in Modul 2 erstellt haben, um weitere Aktivitäten zur Kommunikation Ihrer Strategie oder Ihrer Einzelmaßnahme. Stoßen Sie die Umsetzung ausgewählter Maßnahmen an.

  • Geeignete Kommunikationsinstrumente sind beispielsweise ein Ideenwettbewerb zum Sammeln vielfältiger Anpassungsideen, eine Auftaktveranstaltung oder ein Themenabend zur Vorstellung der Maßnahme oder Ihrer Strategie oder die Präsentation Ihres Vorhabens auf internen und externen Veranstaltungen. 
  • Beziehen Sie – falls vorhanden – die Öffentlichkeitsarbeit Ihrer Kommune ein.
  • Arbeiten Sie auch bei der Kommunikation mit Akteuren aus den Bereichen Bildung und Kultur zusammen.
  • Stellen Sie die Strategie in den Schulen Ihrer Gemeinde vor, etwa im Rahmen des Erdkundeunterrichts.
  • Binden Sie relevante Stakeholder als potenzielle Multiplikatoren in die Kommunikation ein und nutzen Sie bestehende institutionelle Verknüpfungen.
  • Gestalten Sie die Strategie oder das Maßnahmenkonzept für alle Gruppen in Ihrer Kommune transparent und verständlich und achten Sie darauf, Unsicherheiten offen zu kommunizieren.

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