Bundesland Bremen

Die Folgen des Klimawandels sind nicht überall gleich. Auch die daraus resultierenden Anpassungsmaßnahmen unterscheiden sich in den Bundesländern. Hier finden Sie einen Überblick, welche Auswirkungen des Klimawandels in Bremen erwartet werden und mit welchen Maßnahmen das Bundesland darauf reagiert.

Klimafolgen

Länderspezifische Klimaänderungen

BEREITS AUFGETRETENE UND ERWARTETE KLIMAÄNDERUNGEN

Welche Klimaänderungen in der Bremer Region nach derzeitigem Stand der Forschung zu erwarten sind, wurde in 2010 unter anderem in einer Studie im Auftrag des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr analysiert:

Die Ergebnisse der Klimaprojektionen geben erste Hinweise auf Art und Intensität einer möglichen Klimaänderung in der Metropolregion Bremen-Oldenburg. Bis Ende des Jahrhunderts zeigen die Projektionen übereinstimmend eine deutliche Zunahme des Niederschlags im Winter um bis zu 44 Prozent und eine deutliche Abnahme im Sommer um bis zu 22 Prozent. Für Mitte des 21. Jahrhunderts werden in Bezug auf Niederschlag und auch der Anzahl der Regentage uneinheitliche Trends projiziert. Bei der Temperatur zeigt sich hingegen bei allen Jahreszeiten durchgehend eine Zunahme im Laufe des nächsten Jahrhunderts um bis zu 3,1° Celsius im Jahresmittel. Allerdings werden bis Mitte und Ende des 21. Jahrhunderts bei fast allen Parametern erhebliche Spannweiten der Werte projiziert. Neuere Ergebnisse auf Basis des 5. Sachstandsberichts des Weltklimarates werden derzeit ausgewertet.

Insgesamt deuten die Ergebnisse also auf wärmere und trockenere Sommer sowie wärmere und feuchtere Winter hin. Größere Unsicherheiten bestehen bei zukünftigen Extremereignissen. Die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Starkregenereignissen, Hitzeextremen und Stürmen ist möglich und plausibel. Im Sommerhalbjahr könnten Hitzebelastung, Trockenperioden und mögliche lokale Gewitterereignisse relevanter werden. Im Winterhalbjahr scheinen eher die Zunahme der Niederschläge insgesamt, potentielle Starkregenereignisse sowie größere Sturmintensitäten an Relevanz zu gewinnen.

Länderspezifische Klimafolgen und Vulnerabilität

Die Analyse der regionalen Vulnerabilität wurde zum einen im Rahmen des Projekts nordwest2050 angestellt. Zum anderen finden sich Analysen verschiedener Handlungsbereiche im SUBV-Fachkonzept Klimawandel in Bremen – Folgen und Anpassung des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr.

Anpassung

Politischer Rahmen

STRATEGIEPAPIERE ZUR KLIMAANPASSUNG UND AKTUELLE ENTWICKLUNGEN

Aktuelle Strategien und Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel im Land Bremen wurden im Januar 2013 der Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Energie durch den zuständigen Senator für Umwelt, Bau und Verkehr vorgelegt. Seit Beginn 2016 entwickelt das Land gemeinsam mit den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven eine Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels, die Ende 2017 vorgelegt werden soll.

Länderspezifische Anpassungsmaßnahmen

In einzelnen Handlungsfeldern werden im Land Bremen bereits konkrete Aktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel verfolgt bzw. umgesetzt. Neben den Anpassungen im Bereich Küstenschutz (z. B. Deicherhöhung) ist dies unter anderem das vom Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit geförderte Projekt KLAS – Klimaanpassungsstrategie extreme Regenereignisse in der Stadtgemeinde Bremen. Hierbei werden Strategien und Maßnahmen im Sinne eines verbesserten Risikomanagements bei Starkregenereignissen entwickelt. Für private Hauseigentümer wurde im Rahmen des Projekts außerdem die Broschüre Bremer Häuser im Klimawandel veröffentlicht.

Zum anderen findet eine Integration von Klimawandelfolgen im Rahmen der Neuaufstellung des Landschaftsprogramms und des Flächennutzungsplanes statt. Zur Berücksichtigung potentieller Klimafolgen für das Stadtklima wurde im Rahmen des Landschaftsprogramms – zunächst für das Stadtgebiet Bremen – ein Fachbeitrag auf Grundlage eines externen Gutachtens erarbeitet. Dieser dient auch als Fachbeitrag für den in 2015 neu aufgestellten Flächennutzungsplan der Stadtgemeinde Bremen, in den der Beiplan „Entwicklungspotentiale an den Klimawandel“ integriert wurde. In anderen Handlungsbereichen wurden zum Teil bereits fachspezifische Grundlageninformationen zur Thematik erarbeitet. So wurde in 2010 im Bereich Naturschutz ein Gutachten Auswirkungen des Klimawandels auf Arten und Biotope in der Stadtgemeinde Bremen erstellt. Ergebnisse dazu wurden zusammenfassend auch in den Bericht zur Lage der Natur in Bremen aufgenommen.