Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit, GerES 2014-2017

Sechs Kinder auf einer blühenden Wiese vor blauem Himmel haben sich in einer Kette bei den Händen gefasst und hüpfen lachend in die Luftzum Vergrößern anklicken
Kinder und Jugendliche aus 167 Gemeinden in ganz Deutschland untersucht das UBA auf Schadstoffe
Quelle: yanlev / Fotolia.com

FAQ

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Zwischen 2014 und 2017 untersucht das Umweltbundesamt, wie stark Kinder und Jugendliche in Deutschland durch Umwelteinflüsse belastet sind. Zur Studie eingeladen werden nach statistischen Kriterien ausgewählte Familien. Wer mitmacht, liefert wichtige Erkenntnisse über die Gesundheit der jungen Generation – ein Check der Umweltauswirkungen auf den eigenen Nachwuchs inklusive.

Inhaltsverzeichnis

 

Die junge Generation im Fokus

Mit der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (GerES V) führt das Umweltbundesamt (UBA) in den Jahren 2014 bis 2017 die 5. große Erhebung zur Umweltbelastung der Bevölkerung in Deutschland durch. Dabei liegt das Hauptaugenmerk wieder auf der jungen Generation. Zur Teilnahme an GerES V (GerES steht für German Environmental Survey) lädt das UBA Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren ein, die zuvor an der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS, Welle 2) des Robert Koch-Instituts (RKI) teilgenommen haben.

 

 

Ziele der Studie

In GerES V untersucht das UBA, welche möglicherweise schädlichen Chemikalien und Umwelteinflüsse die junge Generation in Deutschland belasten. So lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie Schadstoffe und andere Umweltfaktoren die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beeinflussen können.
Neben der aktuellen Belastung und deren Einfluss auf die Gesundheit soll in GerES V geklärt werden
• woher einzelne Schadstoffe stammen,
• über welche Belastungspfade sie aus der Umwelt zum Menschen gelangen,
• ob es besonders belastete Gruppen gibt und
• wie sich die Belastung von Menschen durch die Umwelt in den vergangenen Jahren verändert hat.
Die Ergebnisse liefern auch Informationen, wie jeder Einzelne seine Gesundheit fördern und Umweltbelastungen vermeiden kann. Genutzt werden sie außerdem als Entscheidungsgrundlage seitens der Politik für Regelungen zum Schutz von Mensch und Umwelt.

 

Nutzen der Studie

Mit GerES V werden insbesondere diese Ziele verfolgt:
• GerES V stellt bevölkerungsbezogene Daten zur Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland mit Umweltschadstoffen bereit.
• Daraus können Referenzwerte abgeleitet werden, die die Grundlage für eine bundesweit einheitliche Beurteilung bilden und auch in EU-weiten Studien als europäischer Maßstab genutzt werden können.
• Mit GerES V-Ergebnissen können frühzeitig Warnhinweise auf gesundheitliche Auswirkungen gegeben werden.
• Mit GerES V-Ergebnissen können Trends von Umwelteinflüssen und deren Veränderungen identifiziert werden.
• Die Wirkung von gängigen Maßnahmen zur Schadstoffreduktion können überprüft werden.
• Besonders belastete Gruppen können identifiziert und Belastungsquellen und Expositionspfade aufgezeigt werden.
• Mit den GerES V-Daten können auch umweltbedingte Krankheitslasten ermittelt und Zusammenhänge zwischen sozioökonomischen Faktoren und Umweltbelastungen bestimmt werden.

 

Untersuchungsmethoden der Studie

Ein Schwerpunkt des Untersuchungsprogramms bildet das Human-Biomonitoring (HBM) - die Untersuchung körpereigenen Materials. Es werden Blut- und Urinproben der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen auf zahlreiche Umweltschadstoffe untersucht. Außerdem werden die Umweltbelastungen der Teilnehmenden aus ihrem Wohnumfeld erfasst. Dazu werden Trinkwasser, Hausstaub und die Innenraumluft untersucht sowie der Schallpegel im Wohnbereich gemessen.
Mit allen Teilnehmenden und ihren Eltern werden standardisierte Interviews geführt, um wesentliche Faktoren, die das Ausmaß der individuellen Schadstoffbelastung beeinflussen, zu ermitteln. Dies betrifft z.B. das Wohnumfeld, die Ausstattung der Wohnung, die Ernährungsgewohnheiten, verschiedene Produktanwendungen und umweltrelevante Verhaltensweisen.
Teile der gewonnenen Blut- und Urinproben werden - bei vorliegendem Einverständnis - tiefgefroren gelagert. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt auf neue Umweltschadstoffe untersucht, für die sich die Analysenmethoden zurzeit noch in der Entwicklung befinden.
Alle Untersuchungsmethoden und der Studienablauf wurden vor Beginn von GerES V in einer Vorstudie mit Familien in Berlin erprobt.

 

Auswahl der Studienteilnehmenden

Die 3- bis 17-jährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von GerES V kommen aus insgesamt 167 deutschen Städten und Gemeinden, die zusammengenommen repräsentativ für Deutschland sind. Alle eingeladenen Kinder und Jugendlichen haben bereits an der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS, Welle 2) des Robert Koch-Instituts (RKI) teilgenommen. Sie wurden dazu stellvertretend für ihr Alter und für Mädchen und Jungen nach einem Zufallsverfahren aus den Melderegistern der Gemeinden ausgesucht. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Ergebnisse der Studie repräsentativ sind, das heißt, sich auf alle Kinder und Jugendlichen dieses Alters in Deutschland übertragen lassen.
Je mehr Personen an GerES V teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Als kleinen Bonus erhalten die Familien, falls Sie möchten, eine umweltmedizinische Bewertung der gemessenen Schadstoffe.
Das UBA untersucht in GerES V ebenso wie in GerES IV die Umweltbelastung von Kindern und Jugendlichen. Aus mehreren Gründen gilt die junge Generation als Risikogruppe für Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Umwelt:
• Kleinkinder nehmen gerne Dinge in den Mund, krabbeln und spielen auf dem Fußboden, buddeln im Sand. Dadurch nehmen sie bestimmte Schadstoffe intensiver auf als Erwachsene.
• Der Körper junger Menschen befindet sich ständig in der Entwicklung. Er ist in unterschiedlichen Wachstumsphasen gegenüber bestimmten Einflüssen besonders empfindlich.
• Im Körper von Kindern und Jugendlichen werden Schadstoffe und andere Umwelteinflüsse oft anders verarbeitet als in dem von Erwachsenen.
• Kinder und Jugendliche nehmen in Relation zu ihrem Körpergewicht mehr Schadstoffe auf als Erwachsene.

 

 

 

Untersuchungsprogramm für die Teilnehmenden

Das UBA hat die Kantar Health GmbH mit den Befragungen, den Probenahmen und den Messungen vor Ort beauftragt. Die teilnehmenden Familien werden dabei in ihrem Haushalt besucht. Die durchschnittliche Dauer der Probenahmen und Befragung beträgt etwa 90 Minuten. Dabei werden:
• Trinkwasserproben aus dem Haushalt erhalten,
• eine Morgenurinprobe des Kindes bzw. des Jugendlichen entgegengenommen,
• der Schallpegel bestimmt,
• die Menge ultrafeiner Partikel in der Raumluft gemessen,
• den Eltern bzw. Sorgeberechtigten und den Jugendlichen ab 11 Jahren Fragen gestellt, die mit den Schadstoffbelastungen zusammenhängen können,
• und außerdem Fragen zur Gesundheit des Kindes bzw. des Jugendlichen gestellt.
Bei einigen zufällig ausgewählten Haushalten werden zusätzlich:
• ein gefüllter Staubsaugerbeutel entgegengenommen,
• sieben Tage lang mit kleinen aufhängbaren Sammlern flüchtige organische Umweltschadstoffe in der Raumluft erfasst, oder
• sieben Tage lang Feinstaub in der Innenraum- und in der Außenluft mit aufstellbaren Kleinfilter-Sammelgeräten gesammelt.

 

Analyse der Proben in der aktuellen Studie

In GerES V werden Urin-, Blut-, Trinkwasser-, Hausstaub- und Luftproben untersucht und auf Schadstoffe getestet. Das UBA sucht vor allem nach Stoffen und Umwelteinwirkungen, von denen bekannt ist oder vermutet wird, dass sie unter Umständen zu gesundheitlichen Schäden führen können.

Was Urin, Lärmmessung und Co. verraten

  • Überblick

    In Morgenurin und Blutproben bestimmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des UBA, in welchem Ausmaß bestimmte Umweltschadstoffe von den Kindern und Jugendlichen aufgenommen wurden. Die Schadstoffe können dabei aus unterschiedlichen Quellen stammen und über verschiedene Pfade in den Körper gelangt sein. Wichtig für diese Untersuchungen – das Human-Biomonitoring - ist, dass es ein empfindliches und spezifisches analytisches Nachweisverfahren für die Schadstoffe oder ihre Stoffwechselprodukte im jeweiligen Medium Urin oder Blut gibt.
    In GerES V werden im Urin oder im Blut unter anderem Weichmacher, als Konservierungsstoffe eingesetzte Parabene, das Nikotin-Abbauprodukt Cotinin, bei Verbrennungsprozessen entstehende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), verschiedene Metalle, ebenfalls in vielen Produkten eingesetzte perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) sowie langlebige polychlorierten Biphenyle (PCB) bestimmt.
    Einige der untersuchten Substanzen wirken hormonähnlich, andere stehen im Verdacht, Krebs zu begünstigen, das Nervensystem zu schädigen oder an der Entstehung von Allergien beteiligt zu sein.

  • Weichmacher im Urin

    Weichmacher sind Stoffe, die spröden Materialien zugesetzt werden, um sie weich, biegsam und dehnbar zu machen. Eine weit verbreitete Gruppe von Weichmachern sind die Phthalate. Weichmacher werden in Weich-PVC verwendet, etwa in Kinderspielzeug, Lebensmittelfolien, Bodenbelägen, Schläuchen, Dichtungen oder Teppichböden. Einige Phthalate haben hormonähnliche Eigenschaften und sind als fortpflanzungsschädigend eingestuft.
    Aufgrund ihrer gesundheitlichen Bedenklichkeit ist die Verwendung von einigen Phthalaten seit Anfang 2015 stark eingeschränkt. Sie dürfen nun nur noch mit einer besonderen Genehmigung verwendet werden. Eine Vielzahl von Phthalaten und Phthalat-Ersatzstoffe kann jedoch nach wie vor verwendet werden.
    Im Körper werden Phthalate relativ schnell abgebaut. Ihre Stoffwechselprodukte, sogenannte Phthalatmetabolite, sind im Urin zu finden. Das UBA bestimmt in GerES V die Konzentrationen der Metabolite von mehr als zehn verschiedenen Phthalaten (unter anderem DEP, BBzP, DnBP, DiBP,DEHP) im Urin der Kinder und Jugendlichen. Ebenfalls bestimmt werden verschiedene Phthalat-Ersatzstoffe wie DINCH und DPHP, da diese in zunehmendem Maße Verwendung finden.

  • Parabene im Urin

    Parabene werden vor allem als Konservierungsmittel in Nahrungsmitteln, Medikamenten und kosmetischen Produkten verwendet. Parabene aus kosmetischen Produkten werden hauptsächlich über die Haut, Parabene aus Nahrungsmitteln und Medikamenten über den Mund aufgenommen. In Tierversuchen und in Versuchen mit Zellkulturen zeigen einige Parabene eine hormonähnliche Wirkung.
    Es werden unterschiedlich lange und verzweigte Parabene im Urin der Kinder und Jugendlichen bestimmt.

  • Cotinin im Urin

    Nach wie vor ist Rauchen in Deutschland verbreitet. Dadurch kann eine Passivrauchbelastung entstehen, d.h. Tabakrauch, der mehr als 70 Schadstoffe enthält, wird unfreiwillig auch von Nichtrauchern eingeatmet. Passivrauchen ist im Kindesalter mit zahlreichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden und begünstigt verschiedene Erkrankungen wie zum Beispiel Bronchitis und Asthma.
    Weil Nikotin im Urin schon nach wenigen Stunden nicht mehr nachgewiesen werden kann, wird die Belastung durch Rauchen oder Passivrauchen über das Nikotinabbauprodukt Cotinin bestimmt. Cotinin findet man noch ein bis zwei Tage nach dem Kontakt mit Nikotin im Urin, bei Nichtrauchern und Kindern sogar noch etwas länger.

  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe im Urin

    Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen, wenn organisches Material, wie Holz, Kohle oder Öl unvollständig verbrennen. PAK kommen auch in Teer, gebrauchten Motorölen oder Ruß vor. Viele PAK sind krebserregend, können das Erbgut schädigen oder die Fortpflanzungsfähigkeit gefährden. Es gibt Hinweise, dass Kinder empfindlicher auf PAK reagieren als Erwachsene.

  • Pyrrolidone im Urin

    Die Pyrrolidone werden als Lösungsmittel für viele technische Anwendungen verwendet. Eine Belastung von Kindern und Jugendlichen kann sich aus der Verwendung als Inhaltsstoff in Farb- und Gaffiti-Entfernern ergeben, in Innenräumen auch aus dem Einsatz in Farben sowie in Auslegeware.
    Das Pyrrolidon NMP wurde beim Menschen als entwicklungs- oder reproduktionstoxisch eingestuft. Es wird deshalb zunehmend durch das Pyrrolidon, NEP ersetzt, das derzeit noch nicht als reproduktionstoxisch eingestuft ist, das aber toxikologisch sehr ähnliche Eigenschaften besitzt wie NMP.
    Verschiedene Stoffwechselprodukte von NMP und NEP können im Urin bestimmt werden und somit eine Belastung anzeigen.

  • Metalle im Urin und Blut

    Manche Metalle, wie Eisen, Zink oder Kupfer sind für den menschlichen Körper lebenswichtig. Andere können schon in kleinen Dosen schaden, so etwa Cadmium oder Quecksilber. Metalle gelangen beispielsweise über die Nahrung, das Trinkwasser, Tabakrauch, über Boden- und Staubpartikeln in den Organismus.

    Quecksilber im Urin
    Quecksilber kommt natürlich in der Umwelt vor, wird aber auch bei Industrieprozessen freigesetzt. Früher wurden Thermometer mit Quecksilber hergestellt, heute ist es unter anderem in Energiesparlampen enthalten. Wenn sie zerbrechen kann Quecksilberdampf austreten. Aber auch Fischkonsum oder Zahnfüllungen aus Amalgam können eine Belastung mit Quecksilber bewirken.
    Eine chronische Quecksilberbelastung kann zu Schäden des Zentralnervensystems, der Nieren und des Magens führen.
    In GerES V wird die Quecksilberkonzentration der Kinder und Jugendlichen im Urin bestimmt, was vor allem die Aufnahme von anorganischem Quecksilber widerspiegelt.

    Cadmium im Urin und Blut
    Ebenso wie Quecksilber kommt Cadmium natürlich in der Umwelt vor. Hohe Cadmiumwerte können in Böden und Gewässern gefunden werden, wenn in der Umgebung industriell Metalle gewonnen, oder Batterien und Lacke produziert wurden.
    Die Hauptbelastungsquelle für Cadmium stellt jedoch das Rauchen und die Passivrauchbelastung dar. Cadmiumhaltige Nahrungsmittel können ebenfalls zur Belastung beitragen.
    Cadmium kann bei einer chronischen Exposition zu Nierenschäden führen und gilt als wahrscheinlich krebserzeugend.
    In GerES V wird Cadmium sowohl in Urin als auch in Blut bestimmt. Während Cadmium im Blut eine kurzfristige Belastung anzeigt, spiegelt Cadmium im Urin die akkumulierte, lebenslange Belastung wieder.

  • Perfluorierte Kohlenwasserstoffe im Blut

    In GerES V werden zwölf perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) in Blut bestimmt. PFCs sind langlebige synthetische Substanzen, die sich in der Umwelt, in der Nahrungskette und im Menschen anreichern. Die bekanntesten Vertreter sind Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA). PFOS wird in öl-, wasser- und schmutzabweisenden Beschichtungen beispielsweise bei Textilien, Lebensmittelverpackungen, Küchengeschirr verwendet. PFOA wird ebenfalls in der Textilindustrie angewendet, jedoch auch in auch in der Elektro- und Halbleiterindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrt.
    In Langzeit-Tierversuchen fördern PFOA und PFOS die Entstehung von Tumoren. Des Weiteren besteht der Verdacht, dass einige PFC die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen können.

  • Polychlorierte Biphenyle im Blut

    Obwohl polychlorierte Biphenyle (PCB) bereits seit Jahrzehnten nicht mehr in Deutschland produziert und verwendet werden dürfen, können diese Substanzen durch ihre Langlebigkeit und ihre Anreicherung in der Umwelt auch heute noch vor allem durch belastete Lebensmitteln aufgenommen werden. PCB wirken neuro- und immunotoxisch, in höheren Konzentrationen können sie auch krebsfördernd sein. In GerES V werden sieben verschiedene PCB-Verbindungen im Blut bestimmt.

  • Überblick

    Leitungswasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland und muss die gleichen Sicherheitskriterien erfüllen wie abgefülltes Wasser. Aus der Trinkwasser-Installation können dennoch Stoffe ins Wasser gelangen, die dort nicht hinein gehören. Je länger Wasser in der Leitung steht, Fachleute sprechen von Stagnationswasser, desto größer ist im Allgemeinen die Belastung. In GerES V untersucht das UBA das Trinkwasser aus den besuchten Haushalten auf Metalle und organische Substanzen.

  • Metalle im Trinkwasser

    In GerES IV, der von 2003 bis 2006 stattfand, fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem Kupfer, Nickel und Blei im Stagnationswasser. In GerES V wird der Gehalt dieser Metalle sowohl im Stagnationswasser als auch im frischen Leitungswasser bestimmt.

  • Organische Substanzen im Trinkwasser

    Organische Stoffe gelangen beispielsweise aus Kunststoffrohren, Gummidichtungen oder Beschichtungen ins Trinkwasser. Über ein sogenanntes Gaschromatographie-Massenspektrometrie-Screening nach DIN EN 15768 wird ermittelt, in welchen Mengen dies geschieht und welche organischen Verunreinigungen im Trinkwasser häufig sind.

  • Überblick

    Über die Analyse des Staubsaugerbeutels lässt sich der Gehalt von Weichmachern (z.B. Phthalaten) und Flammschutzmitteln im Hausstaub erfassen. Die Schadstoffe können über die Lunge oder den Verdauungstrakt aufgenommen werden. Kinder haben meist ein höheres Belastungsrisiko als Erwachsene, weil sie häufiger Dinge in den Mund nehmen und schneller atmen. Ebenso krabbeln Kinder oft auf dem Boden und können durch diesen direkten Kontakt mehr Hausstaub aufnehmen als Erwachsene.

  • Weichmacher und Flammschutzmittel im Staubsaugerbeutel

    Zu den gesundheitsgefährdenden Weichmachern zählt unter anderen das Phthalat DEHP. Es wirkt wie ein Hormon und kann so die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen, weshalb es in Kinderspielzeug nicht mehr verwendet werden darf.
    Im Labor untersucht das UBA im Hausstaub den Gehalt an verschiedenen Phthalaten und deren Ersatzstoffe. Geprüft wird auch, wie stark der Staub mit Flammschutzmitteln belastet ist, die etwa von elektronischen Geräten, aus Polstermöbeln und Teppichen in den Hausstaub gelangen können.

  • Überblick

    Wände, Fußböden, Möbel oder Kleidungsstücke geben permanent Chemikalien in die Raumluft ab. In GerES V sucht das UBA nach flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Carbonylen in der Raumluft. VOC können in zu hohen Konzentrationen zu Beschwerden führen, weil sie die Schleimhäute der Atemwege sowie die Augenbindehäute reizen. Auch Kopfschmerzen, Allergien oder Schlafstörungen können durch zu hohe VOC-Konzentrationen verursacht werden. Carbonyle können die Schleimhäute reizen und sind teilweise krebserregend

  • Flüchtige organische Verbindungen (VOC) in der Innenraumluft

    In GerES V werden die VOC für sieben Tage in einem Passivsammler im Kinderzimmer gesammelt. Mittels Thermodesorptionsverfahren und Gaschromatographie-Massenspektrometrie ermitteln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Konzentrationen von Alkanen, aromatischen Kohlenwasserstoffen, zyklischen Siloxanen und verschiedenen Duftstoffen.

  • Formaldehyd und weitere Carbonyle in der Innenraumluft

    Analysiert wird die Innenraumluft auf 15 Carbonyle, darunter Formaldehyd sowie längerkettige Aldehyde und Ketone. Sie gasen beispielsweise aus Spanplatten, Korkfußböden, Linoleum und manchen Lacken aus.
    Zur Analyse werden im Kinderzimmer für sieben Tage Passivsammler aufgehängt. Sie binden chemisch alle Schadstoffe, die Carbonyl-Gruppen enthalten. Über eine Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit anschließender Massenspektroskopie wird die Konzentration der einzelnen Substanzen bestimmt.

  • Überblick

    Als Feinstaub bezeichnet man kleine Schwebeteilchen mit einem Durchmesser von unter 10 Mikrometern (ein Mikrometer ist ein Millionstel Meter). Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer setzen sie sich in die Lunge und können nur noch schwer oder gar nicht mehr abgehustet werden. Ultrafeine Partikel schaffen es über die Lungenbläschen sogar bis in die Blutbahn.
    Luftmessungen in und außerhalb der untersuchten Wohnungen geben Hinweise auf die Belastung der Bewohner mit Feinstaub, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und ultrafeinen Partikeln.

  • Feinstaub in der Innenraumluft und außen

    Das UBA stellt im Wohnzimmer der teilnehmenden Familien für sieben Tage Kleinfilter- Sammelgeräte (Mini Volume Sampler) auf, die maximal 2,5 Mikrometer großen Feinstaub aus der Luft sammeln. Gleichzeitig führen die teilnehmenden Familien ein Tagebuch, in dem sie dokumentieren, wann sie gesaugt, gelüftet oder Tierkäfige gereinigt haben. Zum Vergleich wird außerdem die Feinstaubkonzentration außerhalb der Wohnung gemessen.

  • PAK-Analyse des Feinstaubs im Innenraum

    Auf der Staubpartikeloberfläche können sich Schwermetalle oder zum Teil krebserregende PAK anlagern. In GerES V wird deshalb der für die Feinstaubanalyse gesammelte Staub zusätzlich auf seinen PAK-Gehalt getestet.

  • Ultrafeine Partikel im Innenraum

    Schwebeteilchen, die kleiner als 1 Mikrometer sind, können bis in die Lungenbläschen und teilweise sogar bis ins Blut vordringen. So entstehen beispielsweise Entzündungen in der Lunge oder das Herzkreislaufsystem wird geschädigt.

    Um den Gehalt dieser sehr kleinen Partikel (bei einer Größe von weniger als 0,1 Mikrometer spricht man von ultrafeinen Partikeln) im Kinderzimmer zu bestimmen, wird dort für eine Stunde ein "Condensation Particle Counter“ aufgestellt. Er zählt alle Teilchen, die zwischen 1 und 0,01 Mikrometer groß sind. Der Konzentrationsbereich reicht von 0 bis zu 100.000 Partikel pro Kubikzentimeter Luft. Gemessen wird bei geschlossenen Fenstern und Türen.

  • Überblick

    Eine anhaltend hohe Geräuschkulisse oder wiederkehrend hohe Schallpegel beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Gesundheit. Auch Kinder und Jugendliche sind betroffen. So wird eine hohe Lärmbelastung unter anderem mit einem höheren Blutdruck bei Kindern in Verbindung gebracht. Laute Musik über Kopfhörer oder auf Konzerten und in Discotheken steht im Verdacht, das Ohr zu schädigen. Noch ist allerdings nicht abschließend geklärt, unter welchen Umständen genau Lärm gesundheitsschädlich ist.

  • Lärmmessung

    Auf dem Fenstersims bei offenem Fenster oder auf dem Balkon wird für 15 bis 20 Minuten die mittlere Schallbelastung ermittelt. Die Interviewenden dokumentieren die Lage des Kinder- oder Jungendzimmers zur Straße, erfassen den Straßentyp und erfragen, wie die Bewohner den Geräuschpegel in der Wohnung bewerten.
    Im Allgemeinen wird derzeit ein mittlerer Schallpegel außerhalb des Hauses von maximal 40 Dezibel (dB) bei Nacht und 50 dB bei Tag empfohlen. Bei höheren Werten nimmt das Wohlbefinden nach und nach ab. Das Risiko für Gesundheitsschäden steigt mit der Lautstärke.