Für saubere Meere: Kunststoffrecycling in der EU vorantreiben

an einem Sansstrand am Meer liegt ein weißer Gegenstand, der einem Schwan ähnelt, aber ein kaputter weißer Gymnastikball oder ein ähnlicher Kunststoffgegenstand istzum Vergrößern anklicken
Kunststoff wird in der Umwelt nicht abgebaut, sondern lediglich mit der Zeit zerkleinert.
Quelle: Sylvie Wesnigk

Müll im Meer ist eines der großen globalen Umweltprobleme. Dreiviertel des Meeresmülls bestehen aus Kunststoff. Mehr Kunststoffrecycling in der Europäischen Union ist ein Schlüssel zur Lösung des Problems. Welche Maßnahmen die EU in ihre geplante „Strategie für Kunststoffabfälle in der Umwelt“ übernehmen sollte, hat das UBA auf Basis neuer Studien zusammengestellt und in Brüssel präsentiert.

In Europa landen immer noch mehr als 30 Prozent des Plastikabfalls auf Deponien, statt recycelt zu werden. Das Plastik geht so dem Kreislauf verloren und kann bei unsachgemäßer Deponierung in Flüsse und Meere gelangen. Etwa 800 Tierarten sind nach derzeitigem Kenntnisstand betroffen: Sie verwechseln etwa kleine Plastikteile mit Nahrung und verhungern mit vollem Magen.

Eine bessere Erfassung der Kunststoffabfälle und mehr Kunststoffrecycling könnten den Meeresmüll verringern und wertvolle Ressourcen schonen. Um dieses Ziel zu erreichen, empfiehlt das UBA der Politik unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Plastikabfälle sollten getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden. Dies sollte als Pflicht in die EU-Abfallrahmenrichtlinie aufgenommen werden.
  • Auch für Kunststoffprodukte, die nicht Verpackung sind, sollten Recyclingquoten festgelegt werden, etwa für Haushaltsgegenstände.
  • Für ausgewählte Kunststoffprodukte sollte ein Mindestanteil von Kunststoffrezyklat festgelegt werden.
  • Vorgaben für Produkte sollen generell garantieren, dass sie langlebig und gut zu recyceln sind.

Im September 2016 stellte das UBA seine Vorschläge auf einer Podiumsdiskussion mit Vertretern des EU-Parlaments, der EU-Kommission, der Recyclingindustrie und Umweltverbänden in Brüssel vor.