Die Alpenregion soll nachhaltiger werden

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Grünes Wirtschaften im Alpenraum
Quelle: Christine Wendl

Die Alpenregion will zu einer Modellregion für ressourcenschonendes und klimafreundliches Wirtschaften werden. Wie das gehen kann, zeigt der sechste Alpenzustandsbericht, der am 11. Mai 2017 auf einer alpenweiten Konferenz in Rosenheim präsentiert wurde.

Wie das Konzept der grünen Wirtschaft als Motor für eine zukunftsfähige regionale Entwicklung genutzt werden kann, zeigte der Vortrag von Wolfgang Wimmer aus dem Achental. Das Tal im südlichen Chiemgau beeindruckt durch seine atemberaubende Landschaft. Allerdings sah die Zukunft des Tals Ende der neunziger Jahre nicht gut aus: Es drohte ein Hofsterben, junge Leute zogen fort, die Übernachtungszahlen gingen zurück. 

Heute ist Dank der Gründung und Entwicklung des so genannten Ökomodell Achental e.V. eine erstaunliche Erfolgsgeschichte entstanden. Die Grundidee war eigentlich ganz simpel: Die Abgelegenheit und Stille des Tals touristisch zu vermarkten, die Landwirtschaft auf ökologische Standards umzustellen, möglichst viele regionale Produkte zu erzeugen und das reiche Angebot an Naturkapital nutzbar zu machen. Viele Akteure in der Region arbeiten zusammen, um sie nachhaltig in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. 

Die internationale Konferenz in Rosenheim brachte Akteure aus dem gesamten Alpenraum zusammen, um über die Entwicklung einer grünen Wirtschaft in der Region zu diskutieren. Der Anlass war die Präsentation des sechsten Alpenzustandsberichts, welcher von einer internationalen Expertengruppe unter Leitung des UBAs erstellt wurde. Die Kernbotschaft des Berichts fasste Markus Reiterer, Generalsekretär des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention, wie folgt zusammen: „Grünes Wirtschaften bedeutet, dass wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit nicht nur miteinander vereinbar sind, sondern einander unterstützen können. Ich danke Deutschland, dass es dieses so zentrale Thema für den Alpenraum in der Zeit des deutschen Vorsitzes der Alpenkonvention mit viel Energie und Umsicht vorangetrieben hat. Mit diesen Bemühungen machen wir unsere wirtschaftlichen Ansätze ein Stück weit grüner und damit zukunftstauglicher.“

Mit Blick auf die besondere Vulnerabilität der Alpenregion sowie die globalen Herausforderungen des Klimawandels sei eine Transformation hin zu einer Grünen Wirtschaft unabdingbar, erklärte Frau Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretarin im Bundesumweltministerium, in ihrer Begrüßungsrede. Daher wurde das UBA gebeten, in den nächsten zwei Jahren mit seinen Partnern aus den Alpenstaaten ein Aktionsprogramm zum grünen Wirtschaften zu erstellen.

Um geeignete Aktionen zu initiieren und eine breite Beteiligung am Bearbeitungsprozess des Aktionsprogramms zu erreichen, wird eine Reihe von Stakeholder-Dialogen im gesamten Alpenraum organisiert. Die internationale Konferenz in Rosenheim war hierfür ein gelungener Auftakt.

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 Alpenkonvention  Grünes Wirtschaften