SAICM Workshop 2014

Reagenzgläser, gefüllt mit farbigen Flüssigkeiten

Workshop 7. Oktober 2014 "Chemikalienmanagement in Deutschland gemeinsam gestalten"

Hintergrund

Unter dem Dach der Vereinten Nationen wurde im Jahr 2006 in Dubai die Grundlage für ein weltweites Chemikalienmanagement beschlossen: der Strategische Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM).

SAICM ist ein nicht bindendes Instrument das zum Ziel hat, die negativen Wirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt bis zum Jahr 2020 weltweit zu reduzieren.

Grundelemente von SAICM sind die Übergreifende Politikstrategie (Overarching Policy Strategy, OPS) und der Globale Aktionsplan (Global Plan of Action), in denen die zu erreichenden Ziele und deren Umsetzungsmaßnahmen formuliert sind:

  • Wissensmanagement und Information
  • Risikominderung
  • Umsetzung und Steuerung
  • Kapazitätsaufbau und technische Zusammenarbeit
  • Illegaler internationaler Handel

SAICM zeichnet sich durch eine Akteur- und Sektor-übergreifende Ausrichtung aus. Zudem bietet SAICM eine einzigartige Plattform zur Behandlung der Entwicklungsthemen (Emerging Policy Issue). Das Quick Start Programme (QSP) ermöglicht den anfänglichen Aufbau von Kapazitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Die Weiterentwicklung von SAICM wird von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Internationalen Chemikalienkonferenzen („International Conference on Chemicals Management“, ICCM) gestaltet. Ziel ist es, eine möglichst breite Beteiligung aller gesellschaftlichen Interessen weltweit sicherzustellen.

Die nächste internationale Chemikalienkonferenz (ICCM4) ist für September 2015 geplant. Zu deren Vorbereitung wird im Dezember 2014 eine Vorbereitungskonferenz (Open-ended Working Group, OEWG2) stattfinden. Da das Mandat für SAICM im Jahr 2020 endet, werden die OEWG2 und ICCM4 im Hinblick auf den Erfolg des SAICM-Prozesses einerseits auf die weitere Ausgestaltung des weltweiten Chemikalienmanagements andererseits eine zentrale Bedeutung haben.

Da absehbar ist, dass das SAICM 2020-Ziel nicht vollständig erreicht werden wird, wie durch den nationalen Bericht zur Umsetzung von SAICM im Zeitraum 2011 bis 2013 deutlich wurde, ist eine verstärkte Bereitschaft und intensivere Zusammenarbeit aller Akteure entscheidend. In diesem Kontext liegt es in der Verantwortung Deutschlands, als einer der weltweit führenden Industrienationen im Chemikaliensektor, bestehende Stärken und Defizite im nationalen Chemikalienmanagement zu identifizieren und Handlungsempfehlungen sowie Beiträge Deutschlands zum Erreichen des 2020 Ziels zu formulieren.

Das Umweltbundesamt (UBA) ist die nationale Anlaufstelle  für die Umsetzung von SAICM in Deutschland (engl. SAICM National Focal Point). In dieser Rolle koordiniert und kommuniziert das Umweltbundesamt Informationen zu Aktivitäten im Rahmen von SAICM und erfüllt anfallende Berichtspflichten.

Inhalt und Ziele des Workshops

Das Umweltbundesamt hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) am 7. Oktober 2014 im Bundespresseamt in Berlin einen nationalen SAICM Workshop organisiert. Es wurden Vertreter der Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft aus Deutschland eingeladen.

Ziel des Workshops war es, bestehende Defizite im nationalen Chemikalienmanagement zu identifizieren, Handlungsempfehlungen und Beiträge Deutschlands zum Erreichen des 2020-Ziels gemeinsam zu formulieren, sowie einen nationalen Konsens zur weiteren Gestaltung des internationalen Chemikalienmanagements  zu bilden.

Der Workshop bestand aus Vorträgen, kleineren Diskussionsrunden, und einer Plenumsdiskussion. Die Vortragsfolien sind bereits auf diesen Seiten verfügbar (siehe Programm/Workshopergebnisse).

Die Vorträge und Diskussionen werden in einer Dokumentation zusammengefasst, die als Grundlage für zukünftige Beschlüsse im Bereich Chemikalienmanagement, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende OEWG2 und ICCM4, dienen wird. Die Dokumentation wird hier ebenfalls in Kürze verfügbat sein.

Die Veranstaltung diente dem Dialog zwischen Vertretern aus der Industrie, von Behörden und Nicht-Regierungsorganisationen zur Umsetzung von SAICM in Deutschland. Darüber hinaus wurde auch diskutiert, welche Beiträge Deutschland zum internationalen Chemikalienmanagement unter dem Dach von SAICM leisten kann und soll.

Zielgruppe

Der Workshop richtete sich an Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft aus dem Bereich Chemikalienmanagement in Deutschland.

 

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