SAICM

Leere Glaskolben und -gefäße im Laborzum Vergrößern anklicken
Chemikalien müssen im Labor analysiert und bewertet werden.
Quelle: Christian Delbert / Fotolia.com

Der Strategische Ansatz zum internationalen Chemikalienmanagement

Was ist SAICM?

Unter dem Dach des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) verabschiedete die 1. Internationalen Konferenz zum Chemikalienmanagement (engl. International Conference on Chemicals Management, ICCM) im Jahr 2006 in Dubai den Strategischen Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM).

Ziel SAICMs ist es, bis zum Jahr 2020 negative Wirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und Umwelt zu mindern. Das SAICM 2020-Ziel wurde auf dem Weltgipfel in Johannesburg im Jahr 2002 vereinbart.

SAICM bündelt in einem übergreifenden Rahmen die diversen Aktivitäten zur Chemikaliensicherheit auf globaler Ebene. Durch Synergien sollen die zunehmend knapper werdenden finanziellen Mittel und technischen Kapazitäten für Projekte im internationalen Chemikalienmanagement effektiver nutzbar werden (integraler Ansatz).

SAICM ist eine Akteur- und Sektor-übergreifende Strategie, die auf freiwilliger Basis beruht.

Grundelemente von SAICM sind die Übergreifende Politikstrategie (Overarching Policy Strategy, OPS) und der Globale Aktionsplan (Global Plan of Action, GPA), in denen die zu erreichenden Ziele und deren Umsetzungsmaßnahmen formuliert sind. Zentrale Themen unter SAICM sind:

  • Risikominderung
  • Wissensstand und Information

  • gute Regierungs- und Verwaltungsführung
  • Aufbau von Kapazitäten und technische Zusammenarbeit

  • illegaler internationaler Handel

SAICM bietet eine einzigartige Plattform zur Behandlung aufkommender prioritärer Politikthemen (Emerging Policy Issue). Dies sind Themen, die alle Phasen des Lebenszyklus einer Chemikalie umfassen, noch nicht generell anerkannt sind, ungenügend behandelt werden oder erst durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse bekannt werden, und die mögliche negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Bisher wurden als prioritäre Politikthemen unter SAICM die Themen „Blei in Farben“, „Chemikalien in Produkten“, „gefährliche Stoffe im Lebenszyklus von Elektroprodukten“, „Nanomaterialien und -technologien“ sowie „endokrine Disruptoren“ anerkannt.

Das Quick Start Programm (QSP) ermöglicht den anfänglichen Aufbau von Kapazitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Die Weiterentwicklung von SAICM wird von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den internationalen Konferenzen zum Chemikalienmanagement (engl. International Conference on Chemicals Management, ICCM) gestaltet. Ziel ist es, eine möglichst breite Beteiligung aller gesellschaftlichen Interessen weltweit sicherzustellen.

Umsetzung von SAICM in Deutschland

Das Umweltbundesamt (UBA) ist die nationale Anlaufstelle für die Umsetzung von SAICM in Deutschland (engl. SAICM National Focal Point). In dieser Rolle koordiniert und kommuniziert das Umweltbundesamt Informationen zu Aktivitäten im Rahmen von SAICM und erfüllt anfallende Berichtspflichten.

Wo findet man die Informationen zu SAICM?

Das Internetportal zu SAICM ist unter www.saicm.org zu finden. Den Zielen, Regeln und Anforderungen von SAICM sind Dokumentationen hinterlegt, wie z.B. die:

Ministererklärung (engl. Dubai Declaration in International Chemicals Management)

In der Ministererklärung erklärten die Minister/innen und Repräsentant/innen der Staaten, von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Internationalen Organisationen (IGOs) im Februar 2006 bei der ersten Regierungskonferenz zu SAICM, dass sie am „2020”-Ziel für das Chemikalienmanagement festhalten.

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Schlagworte:
 SAICM  Chemikalienmanagement  Nachhaltige Chemie