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Boden | Landwirtschaft

Der Boden ist eine wichtige Lebensgrundlage und eine nur bedingt erneuerbare Ressource. Er erfüllt vielfältige, für das Leben notwendige Funktionen. Für die Landwirtschaft ist die Fruchtbarkeit des Bodens ein entscheidender Faktor. Doch Boden und Landwirtschaft bedingen sich nicht nur gegenseitig. Sie sind auch für den Schutz von Wasser, Luft, Klima und Artenvielfalt besonders wichtig.

Böden entstehen außerordentlich langsam. Sie sind Ergebnis eines jahrtausendelangen Zusammenspiels physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse. Das Klima, die Arbeit der Bodenlebewesen und die Nutzung durch den Menschen sind die treibenden Kräfte, wenn aus Gestein langsam Boden wird. Dies braucht vor allem Zeit. Damit sich ein Zentimeter fruchtbarer Boden bildet, vergehen zwischen 100 und 300 Jahre.

Böden erfüllen ganz unterschiedliche Funktionen. Sie sind Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen. Sie sind auch Hauptbestandteil von Landökosystemen und komplexer Wasser- und Nährstoffkreisläufe. Böden dienen als Filter für Schadstoffe und wandeln chemische Stoffe um. So schützen Böden das Grundwasser, ernähren Pflanzen und beeinflussen das Klima. Böden dokumentieren unsere Natur- und Kulturgeschichte. Sie sind Standorte für unsere Siedlungs- und Erholungsflächen, Industrie und Infrastruktur. Und nicht zu vergessen: Der Boden ist der wichtigste Produktionsfaktor der Forst- und Landwirtschaft - ohne fruchtbare Böden keine Nahrungsmittel.

So wichtig der Boden für das Leben auf der Erde ist, so erschreckend sind der oft sorglose Umgang und die geringe Wertschätzung für Böden. Böden geraten weltweit unter Druck. Stoffliche und nicht stoffliche Belastungen beeinflussen die Bodenfunktionen und schränken sie ein. Zu den stofflichen Belastungen gehören zum Beispiel Nähr- und Schadstoffe aus der Atmosphäre, der Landwirtschaft und lokale Kontaminationen und Altlasten. Stoffliche Belastungen können zu einem Überangebot von Nährstoffen und zur Versauerung von Böden und Ökosystemen beitragen.

Die vollständige Bebauung von Boden führt zu seiner Versiegelung und zur Zerstörung des Bodens. Neben diesem direkten Verbrauch von Boden und Fläche gehören die Bodenerosion durch Wasser und Wind und die Bodenverdichtung zu den nicht stofflichen Belastungen. Sie werden vor allem durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung verursacht. Das gesamte Bündel an Belastungen führt zum Verlust der Bodenfruchtbarkeit und wirkt sich ganz allgemein negativ auf die unterschiedlichen Bodenfunktionen aus. Auch der Klimawandel beeinflusst durch steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmengen die Entwicklung von Böden und kann vielerorts die Risiken für unsere Böden erhöhen.

Die Landwirtschaft nimmt hier eine geteilte Rolle ein: Sie ist der mit Abstand größte Flächennutzer Deutschlands und weltweit. Etwa die Hälfte unseres Landes wird landwirtschaftlich genutzt. Weltweit sind es 38 Prozent. Dadurch trägt die Landwirtschaft ein hohes Maß an Verantwortung für den Schutz von Boden, Wasser und Luft sowie Pflanzen und Tieren. Die Landwirtschaft ist abhängig von intakten Umweltbedingungen, gleichzeitig aber auch Verursacher von Umweltbelastungen und somit Täter und Opfer gleichzeitig. Wichtiges Steuerungselement ist die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP). Hier werden die Weichen für die Wirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt gestellt. Eine umweltfreundliche Landwirtschaft ist unverzichtbar. Denn nur so können wir sichergehen, dass auch zukünftige Generationen eine stabile Basis für ihre Nahrungsmittelproduktion haben.

Offener Brief von Maria Krautzberger an den Bauernverband

Maria Krautzberger

Nach der Kritik von Bauernverbänden an der Arbeit des Umweltbundesamtes (UBA) beim Forschungsprojekt "Quantifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung" antwortet die Präsidentin Maria Krautzberger dem Generalsekretär des deutschen Bauernverbandes in einem offenen Brief. weiterlesen

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Wie Sie mit zwei Teebeuteln zum Boden- und Klimaforscher werden

zwei Teebeutel

Werden Sie Teil eines spannenden Forschernetzwerks. Mit zwei Teebeuteln, auf Acker, Wiese oder im Wald vergraben, helfen Sie mit, den Abbau organischer Materialien im Boden und die damit verbundene Entwicklung des Treibhausgases CO2 auf globaler Ebene sichtbar zu machen – und so die Rolle der Böden im Klimawandel besser zu verstehen. weiterlesen

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Die EU-Agrarpolitik – viel Geld mit wenig Wirkung

Traktoren bei der Ernte auf einem Feld

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (kurz GAP) verfolgt im Kern seit mittlerweile 60 Jahren die gleichen Ziele. Umwelt- und Naturschutzzielen wird sie dabei nicht gerecht, die landwirtschaftlich verursachten Probleme auf Boden, Wasser, Luft, Klima und Biodiversität sind dramatisch. Es ist Zeit – die zukünftige GAP muss eine nachhaltige, umwelt- und naturverträgliche Landwirtschaft fördern. weiterlesen

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Flächenverbrauch: Ziele verbindlich festlegen

Luftaufnahme einer Ortschaft

In Deutschland werden jeden Tag 66 Hektar Fläche verbraucht, mit erheblichen negativen Folgen für die Umwelt. Um den Flächenverbrauch zu senken, empfiehlt das UBA eine feste Kontingentierung der Flächen und ein Handelssystem mit Flächenzertifikaten. weiterlesen

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Bioabfallkomposte und -gärreste in der Landwirtschaft

Miststreuer verteilt Kompost auf einem Feld

Vorrangiges Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, getrennt gesammelte Bioabfälle hochwertig zu verwerten. Dabei ist die Landwirtschaft der Hauptabnehmer der erzeugten Komposte und Gärreste. Welche Vorteile Komposte und Gärreste für den Acker haben, aber auch welche Schwierigkeiten es bei der Verwertung dieser Erzeugnisse gibt, hat das UBA in einem Positionspapier zusammengefasst. weiterlesen

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Umweltbelastung durch Tierarzneimittel verringern

Bunte, illustrierte Pillen und Kapseln bilden die Umrisse einer Kuh vor einem mattgrünem Hintergrund

Tierarzneimittel stehen zunehmend im öffentlichen Fokus. Denn nur ein Teil des Wirkstoffs wird vom Körper aufgenommen, der Rest wird ausgeschieden und kann so über die Düngung in Boden Wasser gelangen. Das kann negative Auswirkungen auf die dort lebenden Organismen haben. Eine aktuelle Studie hat nun untersucht, wie man dem Problem vorbeugen und es mindern kann. weiterlesen

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Landwirtschaft mit Zukunft – unser Film

Screenshot Film Landwirtschaft

Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft müssen eine Entscheidung treffen. Machen wir weiter wie bisher oder wollen wir eine umwelt- und naturverträgliche Landwirtschaft mit Zukunft, die auch künftige Generationen mit Nahrungsmitteln und einem attraktiven Landschaftsbild versorgt? Welche Probleme die heutige Landwirtschaft verursacht und wie es anders geht, zeigt unser neuer Film. weiterlesen

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Agrarpolitik am Scheideweg

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, auf dem Agrarkongress

Auf dem Agrarkongress "Landwirtschaft mit Zukunft – ökologisch und gerecht" lautete das Fazit der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Umwelt und Landwirtschaft: Ein "weiter so" in der Landwirtschaftspolitik kann es nicht geben. "Es ist höchste Zeit zu handeln", findet Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes und Mitorganisatorin. weiterlesen

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Das Umweltbundesamt

Für Mensch und Umwelt