Kommission Landwirtschaft (KLU)

ungegliedertes Feld bis zum Horizont, Ackerfurchen in nacktem Bodenzum Vergrößern anklicken
Die Landwirtschaft muss "grüner" werden, um Boden, Wasser und biologische Vielfalt zu schützen
Quelle: Martina Chirnielewski / Fotolia.com

Die Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt (KLU) hat sich im Oktober 2016 inhaltlich und personell neu ausgerichtet. Das nun 13-köpfige unabhängige wissenschaftliche Expertengremium berät das UBA seit 2010 in umweltrelevanten Landwirtschaftsfragen und wird sich zukünftig dem Schwerpunktthema „Der Landwirtschaft eine Perspektive aufzeigen“ widmen.

Die Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt

Etwa die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Auf ihr werden sowohl Nahrungsmittel als auch nachwachsende Rohstoffe zur energetischen und stofflichen Nutzung produziert. Die Landwirtschaft trug darüber hinaus dazu bei, dass sich unsere Landschaft vielfältig, arten- und strukturreich entwickeln konnte. Doch diese positiven Effekte sind nur die eine Seite der Medaille. Die intensive Landwirtschaft, die uns kostengünstige Nahrungsmittel im Überfluss bereitet, ist eine große Verursacherin negativer Umweltfolgen wie den Verlust der Biodiversität, die Belastung der Gewässer und die Degradation von Böden. Auch auf die Luftqualität und den Klimawandel hat die Landwirtschaft negative Auswirkungen.

Ziel der Arbeit der KLU ist es, landwirtschaftliche Produktion und Umweltschutz besser miteinander in Einklang zu bringen. Der Handlungsdruck dabei ist massiv, nicht nur weil die Landwirtschaft maßgeblich verantwortlich dafür ist, dass diverse Umweltziele nicht erreicht werden können, sondern weil die prekäre Situation der Landwirte selber aus ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten nicht nachhaltig ist. Sie sind gefangen in einem existenzbedrohenden Dilemma von Preisverfall und Mehrproduktion, bei dem für Umweltaspekte kaum noch Luft bleibt.

Die Aufgabe der KLU ist, aufzuzeigen

  • welche Entwicklungsperspektiven für die Landwirtschaft in Deutschland langfristig bestehen,
  • wie diese Perspektiven zum Erreichen der Globalen Nachhaltigkeitsziele beitragen und
  • wie die agrarpolitischen Rahmenbedingungen verändert werden müssen um eine nachhaltige Entwicklungsperspektive für die Landwirtschaft aufzuzeigen.

Nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg dorthin stehen daher im Mittelpunkt des Expertengremiums.

Die Mitglieder

Die KLU besteht aus den folgenden dreizehn Agrar- und Umweltexpertinnen und -experten:

  • Vorsitzender: Prof. Dr. Alois Heißenhuber, Agrarökonom und Professor i. R. der Technischen Universität München,
  • Stellvertretender Vorsitzender: Prof. Dr. Hubert Wiggering, Professor am Institut für Erd- und Umweltwissenschaften der Universität Potsdam,
  • Dr. Martin Bach, Wissenschaftler im Bereich Landschafts-, Wasser- und Stoffhaushalt der Justus-Liebig-Universität Giessen,
  • Dr. Annette Freibauer, Leiterin des Instituts für Agrarökologie der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising,
  • Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen, Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der Technischen Universität München,
  • Andreas Krug, Leiter der Abteilung Integrativer Naturschutz und nachhaltige Nutzung, Gentechnik am Bundesamt für Naturschutz (BfN) Bonn,
  • Heino von Meyer, Leiter des Berlin Centre der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD),
  • Dr. Stefan Möckel, Jurist und Wissenschaftlicher Referent im Umwelt- und Planungsrecht des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig,
  • Prof. Dr. Karin Holm-Müller, Professur für Ressourcen- und Umweltökonomik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn,
  • Prof. Dr. Dr. Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FibL) in Frick,
  • Dipl.-Geol. Ulrich Peterwitz, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft bei der Gelsenwasser AG Gelsenkirchen,
  • Lutz Ribbe, Naturschutzpolitischer Direktor bei der Stiftung EuroNatur und Mitglied im Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Union,
  • Prof. Dr. Christoph Winckler, Professur für Nutztierökologie der Universität für Bodenkultur in Wien.

Die Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle der KLU ist angesiedelt im Fachgebiet II 2.9 „Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und internationaler Bodenschutz” des Umweltbundesamtes. Zu ihr gehören:

Dr. Knut Ehlers
Agrarwissenschaftler mit Erfahrungen als bodenkundlicher Gutachter und im landwirtschaftlichen Beratungs- und Kommunikationswesen. Promotion an der ETH Zürich. Forschungsaufenthalte in Schweden, Norwegen, Kenia und Burkina Faso. UBA-Fachgebietsleiter „Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und internationaler Bodenschutz”.

Lysann Papenroth
Agrarwissenschaftlerin, Assessorin Landwirtschaft und Wissenschaftliche Mitarbeiterin im UBA-Fachgebiet II 2.9. Berufserfahrungen als Herdenmanagerin auf einem ökologisch wirtschaftenden Mutterkuhbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern und als Prüferin für investive ELER-Maßnahmen in Sachsen-Anhalt.

Jenny Hammerich
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet II 2.9 am Umweltbundesamt mit Masterabschluss Regionalentwicklung und Naturschutz der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

Antje Schiller
Geprüfte Fremdsprachen- und Europasekretärin und UBA-Mitarbeiterin mit Erfahrungen in den Bereichen „Abfall- und Abwasserwirtschaft“, „Bodenschutz“ und „Stoffhaushalt Gewässer“.

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 KLU  Kommission Landwirtschaft  Nachhaltige Landwirtschaft