Kommission Landwirtschaft (KLU)

ungegliedertes Feld bis zum Horizont, Ackerfurchen in nacktem Bodenzum Vergrößern anklicken
Die Landwirtschaft muss "grüner" werden, um Boden, Wasser und biologische Vielfalt zu schützen
Quelle: Martina Chirnielewski / Fotolia.com

Um die positiven und negativen Wechselwirkungen zwischen der Landwirtschaft und dem Umweltschutz zu durchleuchten sowie Potenziale und Handlungsempfehlungen auszuloten, hat das UBA am 15. Oktober 2010 die Kommission Landwirtschaft beim Umweltbundesamt (KLU) ins Leben gerufen. Das neun-köpfige Expertenteam berät das UBA mit konkreten Vorschlägen zu einer umweltgerechteren Landwirtschaft.

Die Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt

Etwa die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt. Auf diesen Flächen produzieren Landwirtinnen und Landwirte Nahrungsmitteln und nachwachsende Rohstoffe zur energetischen und stofflichen Nutzung. Darüber hinaus wird über die Versickerung der natürlichen Niederschläge auf diesen Flächen Grundwasser gebildet, welches bei geeigneter Zusammensetzung im Anschluss als Trinkwasser genutzt werden kann. Eine vielfältig gestaltete Feldflur bietet wildlebenden Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Spaziergängerinnen und Radfahreren Erholung.

Dies sind nur einige Wenige der zahlreichen Funktionen landwirtschaftlich genutzter Fläche. Aufgrund dieser Multifunktionalität in der Nutzung kommt es häufig zu Interessens- und Nutzungskonflikten und dadurch, dass Landwirtinnen und Landwirte unmittelbar in der Natur wirtschaften, sind die Wechselwirkungen zwischen der Landwirtschaft und dem Umweltschutz entsprechend groß.

Aus diesen Gründen wurde die Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt (KLU) ins Leben gerufen. Die KLU berät das Umweltbundesamt mit konkreten Vorschlägen zu einer umweltgerechteren Landwirtschaft. Zudem soll sie dazu beitragen, dem Umweltschutz in der bis 2014 anstehenden Reformrunde der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäschen Union (CAP – Common Agricultural Policy) mehr Gewicht zu verschaffen.

Darüber hinaus sind die Senkung der Ammoniakemissionen, welche die Eutrophierung sowie die Versauerung von Böden und Gewässern verstärken, sowie ein anspruchsvoller Gewässerschutz weitere wichtige Ziele. Eine neue Herausforderung der Landwirtschaft, mit der sich die KLU beschäftiget, stellt auch der Klimaschutz dar. Als Vorsitz und Mitglieder der Kommission hat UBA-Präsident Jochen Flasbarth neun Fachleute aus der Landwirtschaft und dem Umweltschutz gewinnen können:

Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle bereitet die Sitzungen, Anhörungen und Workshops der KLU vor und ist im Fachgebiet I 3.6 „Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft” des Umweltbundesamtes angesiedelt.

Dr. Dietrich Schulz

Studium der Biologie, Chemie und Physik an der Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg. Promotion mit einer Arbeit über Stickstoffdynamik und Schwermetallempfindlichkeit von Grünland-Böden, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der LUFA Augustenberg/Karlsruhe. Danach zwei Jahre Lehrtätigkeit an der Univ. Chiang Mai/Thailand im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit. Zweites Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien am Studienseminar Heilbronn. Im Umweltbundesamt arbeitet Dietrich Schulz seit 1986, zunächst im Fachgebiet Bodenschutz (Schwerpunkte Klärschlammverordnung, Dioxine), danach im Fachgebiet Umweltexposition (Schwerpunkt Pflanzenschutzmittel). Seit 1994 leitet er das Fachgebiet „Umwelt und Landwirtschaft“, heute „Landwirtschaft“.

Dr. Knut Ehlers

Studium der Agrarwissenschaften an der Justus- Liebig-Universität in Gießen. Danach freiberufliche Tätigkeit als bodenkundlicher Gutachter und als Projektmitarbeiter an der Professur für landwirtschaftliches Beratungs- und Kommunikationswesen. Promotion an der ETH Zürich (Schweiz)  über die Phosphordynamik auf stark verwitterten tropischen Böden mit Forschungsaufenthalten in Schweden, Norwegen, Kenia und Burkina Faso. Knut Ehlers arbeitet seit Juni 2010 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Umweltbundesamt im Fachgebiet II 2.8 „Landwirtschaft“ und ist seit Mai 2011 Mitarbeiter in den Geschäftsstellen der Kommissionen Landwirtschaft und Bodenschutz am Umweltbundesamt (KLU und KBU).

Frederike Balzer

Studium der Geographie mit den Nebenfächern Biologie und Agrarwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Diplom-Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei zur Auftrittswahrscheinlichkeit landwirtschaftlicher Dränagen in ausgewählten Naturräumen der Neuen Bundesländer im Rahmen der Weiterentwicklung des Nährstoffbilanzierungs-modells MONERIS. Frederike Balzer arbeitet seit April 2011 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Umweltbundesamt im Fachgebiet II 2.8 „Landwirtschaft“. Seit März 2012 ist sie Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle der Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt.

Antje Schiller

Ausbildung zur geprüften Fremdsprachen- und Europasekretärin mit dem Abschluss „International Diploma in Office Management ESA“. Antje Schiller ist seit 2006 als Mitarbeiterin am Umweltbundesamt im Abteilungssekretariat „Abfall- und Abwasserwirtschaft“ und seit 2007 im Fachgebiet „Stoffhaushalt Gewässer“ tätig.

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 KLU  Kommission Landwirtschaft  Nachhaltige Landwirtschaft