Augen auf beim Möbelkauf

drei weiße Stühle im unterschiedlichen Stil vor einer weiß vertäfelten Wand mit Holzdielenbodenzum Vergrößern anklicken
Man sieht den Möbeln nicht an, wie sie hergestellt wurden.
Quelle: Inna Felker / Fotolia.com

Emissionsarme und nachhaltig hergestellte Möbel schützen die Gesundheit und schonen die Umwelt – Labels wie der Blaue Engel bieten Orientierung.

Die Menschen in unseren Breitengraden verbringen die meiste Zeit in Innenräumen – in der eigenen Wohnung, im Büro oder in öffentlichen Gebäuden. Möbelstücke können eine wesentliche Quelle für Schadstoffe in der Raumlauft sein. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder Augenreizungen können die Folgen hoher Schadstoffemissionen sein. Produkte, die zu 100 Prozent schadstofffrei sind, gibt es nicht. Mit der richtigen Wahl der Möbel kann jedoch die Belastung minimiert werden. Generell gilt: Möbel und Einrichtungsgegenstände sollten möglichst emissionsarm sein – das schützt die Gesundheit und die Umwelt.

Häufig verstecken sich Schadstoffe in Holzwerkstoffen, Klebern, Lackierungen oder anderen Beschichtungen. Zu den freigesetzten sogenannten „Flüchtigen organischen Verbindungen“ zählen beispielsweise Terpene und Aldehyde aus Hölzern, Weichmacher aus Lacken oder Lösemittel aus Wachsen. Terpene stecken als natürliche Bestandteile im Holz und können Allergien auslösen. Auch Formaldehyd, das Augen und Schleimhäute reizen und bei jahrelanger Belastung sogar krebserregend wirken kann, wird in geringen Mengen aus natürlichem Holz emittiert, kann aber vor allem in Holzwerkstoffen enthalten sein.

Möbelstücke aus Holz sind aus ökologischer Sicht sinnvoll – Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der mit geringem Aufwand, in der Regel ohne Dünge- und Pflanzenschutzmittel, produziert wird. Beim Kauf von Möbelstücken aus Holz ist eine nachhaltige Wald- und Holzwirtschaft von zentraler Bedeutung für den Umweltschutz. In Deutschland gilt das Bundeswaldgesetz, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung vorschreibt. Dazu zählen der Erhalt der Wälder und ein sparsamer Umgang mit der Ressource Holz.

Problematisch können Holzprodukte werden, deren Holz nicht aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Dazu gehören vor allem Tropenhölzer und Holz aus nördlichen Wäldern, die häufig aus großflächigen Kahlschlägen stammen. Hier werden Biotope und ganze Lebensräume vernichtet, deren Artenvielfalt und –struktur wegen der langen Entstehungszeiten nicht ersetzbar ist. 

Wie erkennt man umweltfreundliche und emissionsarme Möbel?

Achten Sie beim Kauf auf Gütezeichen wie den Blauen Engel oder das Goldene M. Diese Label schließen minderwertige oder schadstoffhaltige Materialien konsequent aus und fordern den Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Der Blaue Engel setzt mit seinen Vergabekriterien neben Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten einen klaren Schwerpunkt auf die menschliche Gesundheit. Die verschiedenen Siegel reichen von Holzmöbeln über Polstermöbel und Matratzen bis hin zu Bodenbelägen. Die Broschüre „Gesund und umweltfreundlich einrichten“ zeigt detailliert, welche Siegel für welche Kriterien stehen. Neben dem Blauen Engel bietet auch das Goldene M gute Orientierung. Dieses Gütezeichen für Möbel (RAL-GZ 430) der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V. deckt die komplette Palette an Möbeln und Einrichtungsgegenständen ab. 

Der Blaue Engel und das Goldene M garantieren Umwelt- und Gesundheitsaspekte, aber auch Faktoren wie Haltbarkeit und Stabilität. Und ein Möbelstück, das lange hält und nicht nach wenigen Jahren bereits wieder ersetzt werden muss, schont somit ebenfalls Portemonnaie und Umwelt. 

Zu guter Letzt: Wohin mit ausgedienten Möbelstücken? 

Irgendwann hat auch ein gutes Möbelstück ausgedient. Wenn es zum Wegwerfen zu schade ist, muss es nicht gleich auf den Sperrmüll wandern, sondern kann beispielsweise einer sozialen Einrichtung oder einem Gebrauchtmöbelkaufhaus gespendet werden. Möbelkammern holen die Stücke häufig kostenlos ab und arbeiten sie für karitative Zwecke auf. Auch Verschenk- und Tauschgruppen in sozialen Netzwerken, die es mittlerweile für fast alle deutschen Städte gibt, (zum Beispiel Free your Stuff) sind eine gute Anlaufstelle. 

Falls das Möbelstück tatsächlich kaputt bzw. unbrauchbar ist, gehört es auf den Sperrmüll. Die Entsorgung ist kostenlos, Informationen gibt es bei der zuständigen Gemeinde. Mit dem Blauen Engel oder dem Goldenen M ausgezeichnete Möbelstücke vereinfachen übrigens auch Entsorgung und Recycling, da sie keine Materialschutzmittel wie Fungizide, Insektizide oder Flammschutzmittel oder halogenorganische Verbindungen enthalten dürfen.