Ökonomische Wirkungen

Öltanks im Hafenzum Vergrößern anklicken
Im Ölhafen lagern Öl und Gas nicht lange. Sparsamer Verbrauch bedeutet weniger Schiffsverkehr.
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Mehr Ressourceneffizienz schont nicht nur die Umwelt, sondern hat auch vielfältige positive ökonomische Auswirkungen. Dazu gehören geringere Rohstoff- und Materialkosten, eine geringere Abhängigkeit von Rohstoffimporten und sinkende Aufwendungen für Abfallbeseitigung.

Die Steigerung der Ressourceneffizienz – eine Win-Win Lösung

Eine Erhöhung der Ressourceneffizienz ist nicht nur für die einzelnen Unternehmen, sondern auch gesamtwirtschaftlich mit vielen Vorteilen verbunden. So wird die Abhängigkeit von der Versorgung mit Rohstoffen durch den Weltmarkt geringer, Rohstoffpreisschwankungen schlagen weniger auf Konjunktur, Güterpreise und Unternehmensgewinne durch. Die Gefahr einer durch Rohstoffpreissteigerungen ausgelösten Inflation sinkt. Ebenso nehmen negative Auswirkungen auf die Wirtschaft durch Verfügbarkeitsengpässe von Rohstoffen ab. Diese vielfältigen Effekte wirken sich positiv auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes aus. Langfristig werden die Ressourcenpreise angesichts knapper werdender Rohstoffe und steigender Gewinnungskosten voraussichtlich weiter steigen. Damit wird Ressourceneffizienz immer wichtiger für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Die zunehmende Bedeutung dieses Wettbewerbsfaktors spiegelt sich bereits heute in den dynamisch wachsenden grünen Zukunftsmärkten für Effizienztechnologien wider.

Die Ergebnisse von Simulationsrechnungen

Analysen mit dem makroökonometrischen Modell Panta Rhei im Projekt MaRess haben die positiven ökonomischen Wirkungen einer gesteigerten Materialeffizienz bestätigt. Simulationsrechnungen zeigen, dass bis zum Jahr 2030 rund 700.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen könnten. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes die durch Beratung und Information ermittelten Möglichkeiten, ihre Materialkosten um durchschnittlich 20 Prozent zu senken, umsetzen. Zugleich würde der Rohstoffverbrauch, hier gemessen mit dem Indikator Total Material Requirement (TMR), um mehr als neun Prozent sinken. Auch die öffentlichen Haushalte würden profitieren – die Staatsverschuldung läge im Jahr 2030 um rund 226 Milliarden Euro niedriger als im Ohne-Maßnahmen-Szenario.

Mit Hilfe des Panta-Rhei-Modells wurden in dem Projekt auch die ökonomischen Auswirkungen eines verstärkten Recyclings analysiert. Für die Simulationen wurde angenommen, dass sich der Sekundärrohstoffanteil in den Endprodukten verdreifacht. Dabei ging ein Szenario davon aus, dass das Recycling zusätzliche Kosten verursacht. Ein zweites Szenario ging vor dem Hintergrund der steigenden Rohstoffpreise davon aus, dass der Einsatz der Recyclingmaterialien mit den gleichen Kosten wie der Einsatz von Primärmaterialien verbunden ist. Die Beschäftigungswirkungen sind in beiden Szenarien moderat positiv. Noch weit positiver sind die Wirkungen auf den Rohstoffverbrauch, gemessen am Indikator TMR. Er sinkt – in Abhängigkeit von dem gewählten Szenario – um rund 197 Millionen Tonnen beziehungsweise 490 Millionen Tonnen.