Abfallvermeidung im Dialog

Elektronikschrott wie Computerbauteile und eine Computer-Maus quellen aus einem kleinen Mülleimer

Die umfassende Reduzierung der Abfallmengen sowie die Erschließung vorhandener Abfallvermeidungspotentiale leisten wichtige Beiträge zur nachhaltigen Ressourcennutzung und sind wesentliche Ziele der europäischen Abfallpolitik.

Abfallvermeidung als ein zentrales Handlungsfeld moderner Umweltpolitik steht somit an erster Stelle der fünfstufigen Abfallhierarchie und ist auf jeder Lebenszyklusstufe von Produkten zu berücksichtigen – bei der Produktgestaltung, während der Herstellung und Distribution sowie bei der Nutzung der Produkte durch die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Das in Umsetzung von Art. 29 Abfallrahmenrichtlinie (98/2008/EG) sowie von § 33 Kreislaufwirtschaftsgesetz im Juli 2013 vom Bundeskabinett verabschiedete Abfallvermeidungsprogramm des Bundes unter Beteiligung der Länder erfasst erstmalig Ansätze der öffentlichen Hand systematisch und umfassend.

Praxiserfahrungen zeigen immer wieder, dass wirksame Abfallvermeidungsmaßnahmen in vielen Bereichen des koordinierten, gemeinsamen Wirkens ganz unterschiedlicher Akteure bedürfen. Ein solches zielgerichtetes Zusammenwirken setzt aber ein gemeinsames Verständnis über die bestehenden Herausforderungen sowie über die sachgerechte Ausgestaltung möglicher Vermeidungsaktivitäten voraus. Im Umsetzungsprozess des Abfallvermeidungsprogramms spielen daher der Austausch und Dialog handelnder Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette beim Abbau von Hemmnissen  und bei der Potentialerschließung eine wichtige Rolle. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet der im Rahmen des UFOPLAN-Projektes („Bewertung der Umsetzung des Abfallvermeidungsprogramms und Entwicklung geeigneter Kommunikationsstrategien und Handlungsempfehlungen“ FKZ 3714 32 324, Laufzeit August 2014 bis Oktober 2017) geplante Dialogprozess mit Ländern, Kommunen und den beteiligten Akteuren (z. B. Produzenten, Handel, Konsumenten), um den Informationsaustausch zu intensivieren und das Thema „Abfallvermeidung“ entlang der Lebenszyklusstufen von Produkten besser zu verankern.

AbfallvermeidungsDialoge 2014-2017

werden das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) von 2015 bis 2017 zu ausgewählten Themen der Abfallvermeidung zu den folgenden vier Aktionsbereichen Abfallvermeidungsdialoge durchführen:

  • Vermeidung von Lebensmittelabfällen
  • Förderung von Reparatur und Wiederverwendung
  • Abfallvermeidung in produzierenden Unternehmen
  • Abfallvermeidung durch Förderung neuer Nutzungsformen von Produkten

In jedem dieser vier Aktionsbereiche wird das Umweltbundesamt in Zusammenarbeit mit dem Ökopol Institut im weiteren Arbeitsprozess thematische Aspekte für die vertiefende Diskussion auswählen.
Zu den Abfallvermeidungsdialogen erfolgt jeweils eine direkte namentliche Einladung von Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Interessengruppen durch die Veranstalter.
Die Ergebnisse der Dialoge werden nachlaufend in einem größeren Rahmen Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessengruppen vorgestellt und dann in geeigneter Weise publiziert.