Städtischer Güterverkehr

Ein Lastenrad eines Paketdienstes fährt auf einer Straße.zum Vergrößern anklicken
Mit einem Lastenfahrrad lassen sich zum Beispiel Pakete umweltfreundlich und leise zustellen.
Quelle: UPS

Der Güterverkehrsaufwand - gemessen in Tonnenkilometern - wird in Deutschland nach aktuellen Prognosen des Verkehrsministeriums bis 2030 um über 38 % gegenüber 2010 zunehmen.

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Mit einer Zunahme des Güterverkehrs sind auch steigende Umweltbelastungen zu erwarten. In städtischen Verdichtungsräumen haben bereits heute Luftschadstoffe und Lärm deutliche negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Nicht zuletzt die gegenwärtige Diskussion um die Einhaltung der europäischen Grenzwerte für Feinstaubpartikel (seit 2005) und Stickstoffdioxid (seit 2010) haben einen eindeutigen Handlungsdruck signalisiert.

Ein Ziel des Leitbildes einer nachhaltigen Mobilität von Personen wie von Gütern ist, die negativen Auswirkungen des Verkehrssystems und seiner Nutzung zu reduzieren. Für die Abwicklung des städtischen Güterverkehrs bedeutet dies konkret die Vermeidung nicht notwendiger Fahrten und Transporte, die Reduzierung von Transportdistanzen, die Nutzung umweltverträglicher Verkehrsmittel sowie die Steigerung der Effizienz des Güterverkehrs durch technische Innovationen. Die Akteure müssen dabei Maßnahmen, die ökonomisch und ökologisch vorteilhaft sind, gezielt angehen und umsetzen.

Umwelt schonen und Kosten sparen

Ein VCD-Leitfaden zeigt Lösungen für einen umweltverträglichen und effizienten Güterverkehr in Städten auf.

Der städtische Güterverkehr könnte effizienter, sauberer, leiser und intelligenter abgewickelt werden, wenn alle Optimierungsmöglichkeiten genutzt würden. Aber noch immer trägt der Lieferverkehr in Innenstädten erheblich zu Lärm- und Schadstoffbelastungen bei. Obwohl Lkw im Schnitt nur einen Anteil von zehn Prozent am städtischen Kfz-Verkehrsaufkommen haben, sind sie Hauptquelle verkehrsbedingter Luftverunreinigungen. Vielerorts sind Durchfahrtsverbote für Lkw die Folge. Gleichzeitig wird die Belieferung der Geschäfte immer schwieriger: Fehlende oder zugeparkte Ladezonen sowie Engpässe an Laderampen verringern die Produktivität und erhöhen die Kosten.

Um die Belastungen durch den städtischen Güterverkehr zu reduzieren und Probleme bei der Warenzustellung zu beseitigen, hat der VCD praxisorientierte Lösungen in seinem Leitfaden „Städtischer Güterverkehr - Umwelt schonen und Kosten sparen“ zusammengestellt. Der Leitfaden entstand im Rahmen des Projekts „Lkw-Kampagne“, das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gefördert haben. Mit dem Leitfaden wendet sich der VCD an alle Interessierten, die sich über Gestaltungsmöglichkeiten des städtischen Güterverkehrs informieren wollen. Er bietet Hilfestellung bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen insbesondere für Praktiker und Entscheidungsträger aus Transportunternehmen, Handel, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Neben Tipps für den Kauf umweltschonender Fahrzeuge, die strengere Grenzwerte einhalten, gibt der Leitfaden Informationen zum optimalen Einsatz von Telematikanwendungen zur Touren- und Routenoptimierung sowie zu Fahrerschulungen. So können Unternehmen Fahrverbote vermeiden und gleichzeitig Kosten sparen.