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Was ist bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nach dem Biozidrecht zu beachten?

Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner an Waldrändern in Siedlungsnähe, auf öffentlichen Flächen wie Parks, Spielplätzen oder Kindergärten oder in Alleen erfolgen zum Schutz der menschlichen  Gesundheit und unterliegen damit dem Biozidrecht. Chemische oder biologische Bekämpfungsmaßnahmen in Waldgebieten, fernab von Siedlungen, zum Zwecke des Gesundheitsschutzes sind nach Ansicht des Umweltbundesamtes jedoch nicht angemessen. Eine Zulassung für die Verwendung in Biozidprodukten zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners liegt derzeit nur für Dipel ES/Forray ES mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki vor. Für die Produkte Dimilin 80WG und NeemProtect liegen zwar keine Zulassungen vor. Aufgrund von Übergangsregelungen können sie derzeit noch verwendet werden. Für Produkte, die den Wirkstoff Diflubenzuron (z.B. Dimilin 80WG) enthalten, endet jedoch die Aufbrauchfrist für Lagerbestände am 01.02.2016. Danach dürfen diese Produkte nicht mehr zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nach Biozidrecht verwendet werden.

Werden diese Biozide eingesetzt, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Für Produkte ohne Zulassung liegt derzeit keine Risikobewertung für die Anwendung als Biozid vor. Somit gibt es auch keine Auflagen im Rahmen einer Zulassung.  Daher empfiehlt das Umweltbundesamt die Einhaltung von Mindestabständen zu Gewässern und Schutzgebieten in Anlehnung an die Vorgaben zur Luftanwendung aus dem Pflanzenschutzrecht (Tabelle 2). Ist die Einhaltung dieser Mindestabstände nicht möglich, sind alternative Maßnahmen (z.B. Abdecken von Gewässern mit Planen) nötig, um Einträge der Bekämpfungsmittel in die  nicht vom Eichenprozessionsspinner betroffenen Gebiete zu verhindern.
  • Die Behandlung mit Bioziden sollte nur mit Gerätschaften erfolgen, die eine zielgenaue Aufbringung der Bekämpfungsmittel ermöglichen und damit möglichst wenig Abdrift erzeugen.
  • Bekämpfungsmaßnahmen in naturschutzrechtlich geschützten Gebieten sind grundsätzlich zu vermeiden. Sollte eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zum Schutz der menschlichen Gesundheit in schützenswerten Gebieten wie Wasser- oder Naturschutzgebieten, die an menschliche Siedlungen grenzen, jedoch unumgänglich sein, bedarf dies besonderer Vorsicht und sorgfältiger Abwägung mit den Zielen des Umwelt- und Naturschutzes. Spezielle Vorschriften zur Schädlingsbekämpfung in Naturschutzgebieten und artenschutzrechtliche Vorschriften sind zu beachten.

Tabelle 2: Mindestabstände zu Oberflächengewässern und Wasser-, bzw. Naturschutzgebieten nach Biozidrecht.

Produkt (Wirkstoff)                                              Abstand (m)a

Dipel ES/Foray ES (B.t.k.)                                               25
Dimilin 80WG (Diflubenzuron)b                                   100
NeemProtect (Margosa-Extrakt)c                                  75

a Die Abstandsauflagen gelten sowohl für die Boden-, als auch für die Luftanwendung.
b Verwendung noch bis zum 01.02.2016 möglich
c Anwendung aufgrund von Übergangsregelungen zurzeit noch zulassungsfrei möglich.

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Schlagworte:
 Eichenprozessionsspinner

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Für Mensch und Umwelt