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Autokauf: Sind Diesel- oder Benzinmotoren umweltfreundlicher?

Vergleicht man Diesel- und Ottomotoren bei PKW, muss man für die Umweltverträglichkeit zwischen Klimagas- und Luftschadstoffausstoß unterscheiden. Klimagase wie Kohlendioxid und Luftschadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide können nicht direkt miteinander verglichen oder gegeneinander aufgerechnet werden. Um die Menschen bestmöglich zu schützen, gilt es beide gleichzeitig zu minimieren. 

Die Bewertung von Diesel- und Ottomotoren ist unmittelbar vom Einsatzprofil des Fahrzeuges abhängig und daher sind pauschale Aussagen zur Umweltverträglichkeit nicht möglich. Die Schadstoffemissionen von Diesel und Benziner haben sich seit Einführung der Abgasgesetzgebung zu deren Limitierung sowohl absolut als auch relativ zueinander stark verändert. Für Mensch und Umwelt besonders relevante Unterschiede beider Antriebskonzepte bestehen derzeit bei den Stickstoffoxiden (NOx) und beim Feinstaub (Partikeln). 

Dieselmotoren sind aktuell eine relevante NOx-Quelle und tragen signifikant dazu bei, dass an verkehrsnahen Messstellen der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) vielerorts nicht eingehalten wird. In 2016 waren Diesel-PKW für über 70 Prozent der NO2-Emissionen des Straßenverkehrs in Städten verantwortlich.

Bei den aktuell verkauften Euro-6 PKW mit den Normen Euro 6b oder 6c kann ein aktives Abgasnachbehandlungssystem (z. B. selektive katalytische Reduktion mittels AdBlue in einem SCR-Katalysator) den NOx-Ausstoß signifikant senken. Im realen Betrieb auf der Straße konnte die mögliche und notwendige Minderung für niedrige Emissionen bisher aber nicht bei allen Fahrzeugen erreicht werden. Selbst moderne Euro-6-Diesel (Euro 6a/ 6b/ 6c) stoßen auf der Straße im Schnitt sechsmal mehr Stickstoffoxide aus als die Grenzwerte erlauben. Erst mit den neuen Emissionsnormen für PKW – mit Messungen im Realbetrieb (Real Driving Emissions, Euro 6d-TEMP und Euro 6d) – werden Diesel-PKW künftig auch auf der Straße geringere NOx-Emissionen erbringen. Daher ist aus Umweltschutzsicht beim Neukauf eines Diesels darauf zu achten, dass dieser die Norm 6d-TEMP oder 6d einhält, wenn entsprechende Fahrzeuge erhältlich sind.

Partikel werden beim Diesel-PKW mit einem Partikelfilter hinreichend aus dem Abgas entfernt. Bei Benzinfahrzeugen stellte sich das Partikelproblem in Bezug auf Luftschadstoffe lange nicht; auch Partikelfilter waren nicht nötig. Mit Einführung direkteinspritzender Ottomotoren (DI-Motoren) emittieren aber auch Benzin-PKW oftmals mehr Partikel als Diesel, die jedoch über Partikelfilter effizient reduziert werden können. Bei der Neuanschaffung eines Benzinfahrzeuges sollte daher nur ein Direkteinspritzer mit Partikelfilter bzw. mindestens auf die Einhaltung des Euro 6c-Grenzwertes oder späterer Normen geachtet  werden. Alternativ kann auch ein Ottomotor mit konventioneller Saugrohreinspritzung gewählt werden. 

Bei vergleichbarem/r Fahrzeugtyp und Motorleistung hat der Benzinmotor gegenüber dem Diesel einen Nachteil bezüglich des Kraftstoffverbrauches und der daraus resultierenden klimaschädlichen Kohlenstoffdioxid (CO2) -Emissionen. Dieser kann bei großen Innerorts-Anteilen mit einer Teilelektrifizierung in Form eines Otto-Hybrids kompensiert werden. Wichtig ist, dass beim Neukauf auf niedrigen Verbrauch und damit niedrige CO2-Emissionen geachtet wird – dies gilt für PKW mit Diesel- und Ottomotor gleichermaßen. Hier gilt: Kaufen Sie ein möglichst kleines und sparsames Fahrzeug, das Ihren Bedürfnissen entspricht. 

Welches Antriebskonzept ökologisch der Beste ist, muss kontinuierlich neu bewertet werden. Gerade Abgasnachbehandlungssysteme entwickeln sich ständig fort. Uns bekannte Quellen für öffentlich zugängliche Messungen bzw. Bewertungen sind unabhängig von einer Einschätzung der Belastbarkeit durch das UBA:

Emission Analytics: http://equaindex.com/equa-air-quality-index/

ADAC: https://www.adac.de/infotestrat/tests/eco-test/default.aspx?ComponentId=29755&SourcePageId=8749&quer=ecotest

VCD: https://www.vcd.org/themen/auto-umwelt/vcd-auto-umweltliste/empfehlungen-20162017/

Besonders mit der Pflicht, die Grenzwerte auch im praktischen Betrieb auf der Straßen einhalten zu müssen, kann es in der Zukunft zu veränderten Bewertungen kommen. 

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Schlagworte:
 Dieselmotor  Otto-Motor  Autokauf

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