Fachtagung „Nachtfluglärm"

Collegium Hungaricum Berlin
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Deutschland
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Repräsentative Umfragen des Umweltbundesamtes zeigen seit Jahren das gleiche Bild: Nach dem Straßenverkehr ist der Luftverkehr die bedeutendste verkehrsbedingte Ursache für Lärmbelästigungen in Deutschland, rund ein Drittel der Bevölkerung klagt über Fluglärm. Hochgradig belästigt fühlen sich fünf Millionen Menschen. Lärm stört nicht nur das subjektive Wohlempfinden und beeinträchtigt die Lebensqualität, sondern kann auch krank machen. Dies zeigt auch eine kürzlich erschienene Studie des Umweltbundesamtes über nächtlichen Fluglärm. Im Vergleich zu denjenigen, die keinem Fluglärm ausgesetzt sind, steigt das Erkrankungsrisiko betroffener Personen mit zunehmender Fluglärmbelastung. Dieser Befund steht im Einklang mit den Ergebnissen der „Arzneimittelstudie“, in der höhere Medikamentenverschreibungen bei Personen nachgewiesen wurden, die nächtlichem Fluglärm ausgesetzt sind. Eine Studie im Umfeld verschiedener europäischer Flughäfen (HYENA-Studie) aus dem Jahr 2008 stellt ebenfalls fluglärmbedingte Gesundheitsrisiken fest: Personen, die verstärkt von Nachtfluglärm betroffen sind, weisen häufiger höhere Blutdruckwerte auf, als Menschen in ruhigeren Wohngebieten.

Das Umweltbundesamt veranstaltete deshalb am 20. April 2010 eine Fachtagung zur Nachtfluglärmproblematik. Auf der Tagung gingen Fachleute auf die Problematik des Fluglärms im Allgemeinen und des Nachtflugs im Besonderen ein, sie zeigten Risiken auf und erläuterten Handlungsoptionen. Betroffene berichteten aus ihrem Erleben und Umgang mit dem Fluglärm. Die Tagung zeigte das Spannungsfeld zwischen den ökonomischen Interessen der Luftverkehrswirtschaft einerseits und den Bedürfnissen des Gesundheits- und Umweltschutzes andererseits auf. Es wurde deutlich, dass die vorhandenen Instrumente zum Lärmschutz noch stärker als bisher genutzt und weiterentwickelt werden müssen. Das betrifft die gesamte Bandbreite möglicher Lärmminderungsmaßnahmen von der Verkehrsvermeidung über die Verkehrsverlagerung bis hin zu den vielfältigen technischen Möglichkeiten, wie etwa der Entwicklung moderner, lärmarmer Triebwerke.

Nachfolgend finden Sie die auf der Tagung gehaltenen Vorträge.

Vorträge

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